Podiumsdiskussion zum Thema Umgehung Pforzen

Keine baldige Entlastung in Sicht

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Bei der Podiumsdiskussion zum Thema Umgehungstraße standen die geladenen Politiker wie Landrat Johann Fleschhut (mit Mikrofon) den Bürgern der Gemeinde Pforzen Rede und Antwort.

Pforzen – Schon seit vielen Jahre stöhnt die Gemeinde Pforzen unter der hohen Verkehrsbelastung. Mindestens genauso lange kämpft die Interessengemeinschaft (IG) „Pro Umgehungsstraße Pforzen e.V.“ für eine Lösung des Problems.

Um erneut auf die Dringlichkeit einer Entlastungsstraße aufmerksam zu machen, lud die Interessengemeinschaf kürzlich zu einer Podiumsdiskussion in das Vereinshaus Pforzen ein. Mit dem Aufhänger „Über 10.000 Fahrzeuge sind unerträglich! Wir brauchen dringend eine Umgehung“, wurde gleich deutlich, wie wichtig den Pforzener Bürgern ihr Anliegen gegenüber den anwesenden Politikern war, und was im Detail die größten Probleme mit der hohen Verkehrsbelastung sind.Umrahmt von der Musikkapelle Pforzen, welche mit Stimmungsvoller Blasmusik in den Abend führte, begrüßte der Vorstand der Interessengemeinschaft Helmut Leonhart die Diskussionsteilnehmer und die interessierten Bürger, welche das Vereinshaus der Gemeinde Pforzen füllten.

Mit einer Kurzpräsentation über das Thema „Umgehungsstraße“ wurde allen Anwesenden noch einmal ein kurzer Rückblick zu dem Thema geboten, das Thema schon seit 1995 immer wieder diskutiert wird. Die Frage lautete hier vor allem: „Welche Baulastträgerschaft ist zielführend?“ Moderator Arno Schneider stellte die anwesenden Politiker vor und führte sicher und stellenweise humorvoll durch das Programm.SPD-Landtagsabgeordneter Dr. Paul Wengert machte gleich deutlich, dass man mit keinem schnellen Bau der Umgehungsstraße rechnen dürfe und keine großen Erwartungen haben solle – er plädierte für alternative Lösungen. So auch Bruno Fischle, Leiter des staatlichen Bauamt Kempten: Er regte an, sich auf „mehrere Wege zu konzentrieren“ und vor allem zu versuchen dem Bund das Projekt „schmackhaft“ zu machen.

CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke brachte seine Erfahrung diesbezüglich ein, wie der Bund auf die Straßennetze blicke und sprach dabei von einer „Nordumgehung Kaufbeuren“, wie die Projektbeschreibung im Bundesverkehrswegeplan auch vorliegt. Eine solche Verbindung zwischen B12 und B16 würde auch eine Entlastung für den Kaufbeurer Ortsteil Neugablonz bringen. „Der Vorteil für Pforzen: Der Bund übernimmt einen Großteil der Kosten für die neue Umgehungsstraße“, so Stracke. Der Landtagsabgeordnete und Kaufbeurens Stadtrat Bernhard Pohl (FW) machte deutlich, dass vor allem die 1.000 Lastkraftwagen, die im Schnitt täglich durch den kleinen Ort fahren, das größte Problem darstellen.

Diesbezüglich solle man alles daran setzen, schnellstmöglich in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans zu kom- men. Der stellvertretende Landrat, Hubert Endhardt legte den Fokus auf den Naturschutz. Man dürfe sich nicht mit einer schon festgelegten Nordvariante, welche „vielleicht gar nicht genehmigt wird“, ins „Abseits“ stellen. Er hielt die Südvariante als Alternative für den Bundesverkehrswegeplan für sinnvoll. Einig waren sich alle Diskussions- teilnehmer, dass es wichtig sei, an einem Strang zu ziehen, wie Landrat Johann Fleschhut anmahnte. Der Landkreischef lob- te die Aktivitäten der IG und der Gemeinde mit Bürgermeister Hermann Heiß. So hatte sich der Pforzener Gemeinderat kürzlich einstimmig für die Nordvariante der Umgehungsstraße Pforzen entschieden (wir berichteten).

Bei der anschließenden Diskussion wurde allen Anwesenden deutlich, wie die Ein- wohner der Gemeinde unter der hohen Verkehrsbelastung leiden. Ein Bürger berichtete, dass man ihm „schon fünfmal den Zaun seines Grundstücks zusammen gefahren“ habe. Noch schlimmer: Auch sein Enkelsohn sei bereits angefahren worden, weil die Lkw-Fahrer immer wieder auf Gehwege ausweichen müssten, um in engen Passagen nicht auf die Gegenfahrbahn zu geraten. In diesem Zusammenhang wurde auch noch einmal nach Alternativen wie etwa einer speziellen Umleitung für Lastwagen gefragt und erörtert, warum es in den letzten Jahren überhaupt zu einen Stillstand in dieser Projektplanung kam.

„Eine Lkw-Umleitung ist auf einer Kreisstraße wie der OAL6 schlicht und einfach nicht möglich. Zudem ist eine Sperrung für Lkw gesetzlich nicht ohne weiteres möglich“, erklärte hierzu Landrat Fleschhut. Er wollte außerdem von einem „Stillstand in der Projektplanung“ nichts wissen und lobte noch mal die Aktivitäten der Gemeinde Pforzen. Diese habe sich in den vergangenen Jahren sich intensiv um den Grundstückserwerb für den Standort einer möglichen Trasse für eine Umgehung gekümmert, so der Landkreischef. Fleschhut fordert, dass der Bund bei der Umsetzung der Umgehungsstraße in die Pflicht genommen werden müsse.Pforzens Bürgermeister Hermann Heiß schloss den Diskussionsabend im Vereinshaus zumindest mit der Hoffnung auf eine baldige Verkehrsentlastung in Pforzen“.
Von Matthias Berger

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