Umfrage in Kaufbeurer Hotels und an den Sehenswürdigkeiten: Zufriedenheit wird im Tourismus großgeschrieben

Manche kommen wieder

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So wie hier im Biergarten stellen sich viele das Allgäu als Urlaubs­ziel vor.

Kaufbeuren – Der Herbst ist da. Der Tourismus boomt nach wie vor – auch in Kaufbeuren. Rainer Hesse, Leiter des Kaufbeurer Tourismus- und Stadtmarketings, gibt sich mit den statistisch erhobenen Zahlen für 2016 zufrieden: 45.002 Ankünfte, insgesamt 77.885 Übernachtungen, die im Schnitt 101 Euro einbrachten. Das spülte 7,9 Millionen Euro in die Kassen und ist somit rund eine Million mehr als im Jahr 2015.

1,7 Tage bleibt der Gast durchschnittlich in Kaufbeuren. 3,5 Tage verweilt er allerdings im Vergleich im gesamten Allgäu. In den letzten Jahren stiegen die Zahlen ständig für Stadt und Region. Der Trend geht wieder dahin, seinen Urlaub in heimischen Landen zu verbringen. Auf dem Hintergrund des Tourismus profitiert das Allgäu mehr und mehr. Vom Hobbywanderer und Radler bis zum Leistungssportler versucht der Ausbau eines komplexen Systems von Wander- und Radfahrwegen allen Wünschen und Ansprüchen gerecht zu werden. Über die Statistik hinaus bleiben Fragen, denen der Kreisbote in einer kleinen Umfrage nachgegangen ist.

Zuerst einmal drei Spitzenhoteliers aus Kaufbeuren und Umgebung: Generelle Zufriedenheit. Optimismus herrscht vor. Die Zahlen sind auch in diesem Jahr hervorragend, zugegebenermaßen aber ausbaufähig. Je nach Hotel ist der Anteil am Tourismus-Kuchen recht unterschiedlich. In den Übernachtungszahlen verbergen sich auch Geschäftsleute und Gäste, die ihre Verwandtschaft und Freunde besuchen. Kein Hotel kann über das ganze Jahr vom Tourismus allein überleben. Dieser Boom ist auf die Ferien und die Sommermonate begrenzt. Wintersport findet trotz der Nähe zu den Alpen nicht statt. Da braucht es schon den Skilift vor der Hoteltür. Trotzdem – man hat allen Grund stolz zu sein: Die Standards der führenden Hotels hat sich wesentlich verbessert. Die Hotels und Pensionen decken das ganze Spektrum von Erwartungen und finanziellen Möglichkeiten ab.

Touristen sind nicht gleich Touristen

Die Befragung der Fremden überrascht. An der Stadtmauer, im Klostergarten, um die verschiedenen Sehenswürdigkeiten geben die Touristen bereitwillig freundliche Auskunft. Aber als wenn die 50, 60 Befragten die oben angeführten Statistiken Lügen strafen wollten, geben die Antworten ein ganz anderes Bild des Tourismus in Kaufbeuren. Die Meinungen sind einhellig: Ja, eine sehr schöne, gastfreundliche Stadt, aber … Kein einziger übernachtet, geschweige denn beabsichtigt für länger zu bleiben. Man wohnt in Bad Wörishofen, in Kempten, manche in der Umgebung. Eingeplant sind eine zwei-, dreistündige Besichtigungstour der Sehenswürdigkeiten; einige kommen wegen Crescentia, andere wollen bei schlechtem Wetter das Museum sehen. Die gebotene Museumspädagogik hat von sich Reden gemacht.

In der Innenstadt sind sehr viele Radfahrer, die sich bei Kaffee und Kuchen eine Pause gönnen. Ausgezeichnete Rad- und Wanderwege lobt man lautstark. Vorbildlich. Angenehme Atmosphäre. Eigentlich schade, dass man bald weiter nach Füssen oder Mindelheim muss. Den Klostergarten teilen sich freundschaftlich die Einheimischen mit den Gästen. Überhaupt bietet Kaufbeuren viele Gelegenheiten zum Sitzen und „Ratschen“, erwähnen die Gäste lobend.

Unter dem Klostergarten endlich ein vielversprechender Gast. Aus Sydney kommt er, macht eine Europatournee. Warum gerade Kaufbeuren? Er ist – wie so einige Befragte – gebürtig aus Kaufbeuren, übernachtet für eine Nacht bei Papa bevor es weitergeht – nach Schweden.

Wie schneiden die Kaufbeurer bei den Fremden ab? Soweit der Gast bei dem kurzen Aufenthalt überhaupt in Kontakt mit den Bewohnern kommt, hinterlassen die Einheimischen einen sehr positiven, sehr höflichen und sehr freundlichen Eindruck. Was das angeht, zeigt sich die Stadt also von ihrer besten Seite.

Und es gibt sie doch – die Langzeitgäste

Einer der angesprochenen Hoteliers war so entgegenkommend und vermittelt bereitwillig Langzeitgäste zum Gespräch. Heinrich und Sonja Münchmeier aus der Oberpfalz sind hier typische Gäste. Sie sind bereits zum siebten oder achten Mal da. Immer für eine Woche, um in Tagestouren die Schönheit des Allgäus zu entdecken. „Eins muss man sagen: Das Essen ist gut, das Personal ist freundlich und das Preis-Leistungsverhältnis ist hervorragend“, schmunzelt der Gast. Seine Frau fügt schnell hinzu:„Und noch eins muss ich sagen: Nächstes Jahr kommen wir wieder. Ganz bestimmt!“

von Peter Suska-Zerbes

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