Umkehr bei der Stadtplanung

Auf dem Trenngrün (gelb gestreifte Fläche) zwischen Oberbeuren und Kaufbeuren soll Bauland geschaffen werden. Zur Erschließung des Areals wäre ein Kreisverkehr sowie eine Stichstraße (rot markiert) denkbar. Foto: google maps

Weil die Stadt Kaufbeuren zu wenig Bauland zu vergeben hat, sollen jetzt auch so genannte grüne Trennstreifen für Wohnbebauungen herangezogen werden. Speziell geht es um eine Fläche, die bislang nach städteplanerischen Aspekten Kaufbeuren und den Stadtteil Oberbeuren optisch getrennt hat. Waren vor gut 40 Jahren die grünen Trennstreifen noch ein Muss, denkt die Stadt nun offenbar um, „denn die Stadt sollte inzwischen längst zusammengewachsen sein“, betonte Gerhard Limmer (CSU) in der jüngsten Bauausschusssitzung.

Eine mögliche Entwicklung besagter Grünfläche (siehe Karte) bezeichnete Stadtplaner Manfred Pfefferle als „fast schon unendliche Planungsgeschichte“. Denn bereits 1976 wollten Grundstücksbesitzer Teilbereiche dieses Areals als Bauland ausgewiesen haben. Diese Anträge wurden bislang immer wieder abgelehnt, weil besagter Grünstreifen als optische Trennung in städteplanerischer Sicht Bestand haben sollte. So sei, laut Pfefferle, sowohl im Landschafts- als auch Regionalplan ein Mindestabstand von 120 Metern Grünfläche vorgeschrieben. Jetzt liegt aktuell wieder ein Bauantrag eines Grundstückbesitzers vor, der Bauland benötigt. Um jetzt eine Art Grundsatzentscheidung über das gesamte Trenngrün herbeizuführen, hat der Stadtplaner die Frage nach einer Bebaubarkeit dieses Areals erneut in den Bauausschuss getragen. Immerhin könnten hier, laut Pfefferle, zwischen 70 und 120 Wohneinheiten entstehen. Mit Blick auf Baulandknappheit könnte dies eine neue Option darstellen. Pfefferle legt dem Gremium auch gleich Erschließungsmaßnahmen mittels eines Kreisels sowie einer Stichstraße via Skizze vor. Betonte aber, dass alles noch „rein hypothetisch“ sei, etwaige Gespräche mit Grundbesitzern seien noch nicht geführt. Der Stadtplaner verwies auch auf den Umstand, dass in einem kleinen Teilstück des südlichen Bereiches des Trenngrüns noch Bodenuntersuchungen getätigt werden müssten, da dort früher eine Kiesgrube existierte, in der wohl Gartenabfälle und „undefinierbares Material“ abgelagert wurden. Nicht mehr zeitgemäß In der anschließenden Diskussion empfanden immer mehr Stadträte das Trenngrün als nicht mehr zeitgemäß und hinderlich für eine städtische Entwicklung. Laut Gerhard Limmer (CSU) seien rund 40 Jahre seit der Eingemeindung der Stadtteile vergangen. „Die Stadt sollte eigentlich längst zusammengewachsen sein, dass schließe seine Stadtteile mit ein“. Aus seiner Sicht sollte das Trenngrün komplett überplant werden, „denn wir brauchen neue Flächen“. Dazu Ernst Schönhaar: „Mögliche Pläne sollten in enger Absprache mit den Grundbesitzern entwickelt werden.“ Letztlich erging einstimmig die Empfehlung an den Stadtrat, die Verwaltung damit zu beauftragen, die Thematik weiter voranzutreiben.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Sudetendeutsche Schicksale nach 1945
Sudetendeutsche Schicksale nach 1945
Hat der Standort Kaufbeuren eine Chance?
Hat der Standort Kaufbeuren eine Chance?
Frauen in der Leitungsebene
Frauen in der Leitungsebene

Kommentare