Ein Oberbürgermeister auf Umwegen

Im Austausch mit den Bürgern: OB Stefan Bosse on Tour

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OB Stefan Bosse begleitet Schüler auf dem Weg in die Schule. Die Verkehrssicherheit steht dabei natürlich im Fokus.
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Der OB machte eine gute Figur beim Löschzug 3 der Feuerwehr.
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Der OB machte eine gute Figur beim Löschzug 3 der Feuerwehr.
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Der OB machte eine gute Figur beim Löschzug 3 der Feuerwehr.
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Der OB machte eine gute Figur beim Löschzug 3 der Feuerwehr.
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Der OB machte eine gute Figur beim Löschzug 3 der Feuerwehr.
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In der mobilen Sauna von Gunnar and friends ging’s heiß her.
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Abkühlen im Neptunbrunnen nach dem Besuch der mobilen Sauna von Gunnar and friends.

Kaufbeuren – Wenn Kaufbeurens Oberbürgermeister nachts um ein Uhr nebst einer mobilen Sauna im Neptunbrunnen badet, kann es sich nur um eine Station im Rahmen seiner außergewöhnlichen 24-Stunden-Tour handeln. So begegneten die Bürger OB Stefan Bosse von Freitag um sechs Uhr in der Früh bis spät in die Nacht in allerlei abenteuerlichen Umständen, um sich ungezwungen über verschiedene Themen auszutauschen. Der Kreisbote begleitete den OB auf seiner nicht alltäglichen Tour.

Um Innenstadtentwicklung und Verkehr ging es zum Beispiel beim offenen Gespräch im Eiscafé Roma: Damit mehr Menschen in die Altstadt ziehen und diese beleben, müsse es laut Bosse bei Investoren eine Mietpreisobergrenze geben, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Im Stadtrat wolle man das Thema angehen, die Diskussion sei bereits im Gange.

In Puncto Verkehr gelte es, statt zeit- und kostenaufwendigem Bau neuer Wege mit dem bestehenden Straßenverkehrsnetz auszukommen und auf intelligente Lösungen wie autonomes, vernetztes Fahren sowie E-Mobilität zu setzen.

Einer spontanen Einladung von der Sparkasse folgend, ging es für den OB außerdem in die geheimen Räume des Geldinstituts, um den Safe fürs Wochenende abzuschließen. Im Keller, filmreif umgeben von den sicher verwahrten Kundentresors mit persönlichen Schätzen wie Dokumenten und Familienschmuck, sah sich Bosse kurzzeitig „am Ziel meiner Träume“.

Einblicke in die Projektarbeit der internationalen Nichtregierungsorganisation humedica aus Kaufbeuren erhielt der OB bei seinem Besuch der Hilfsorganisation, für die er als Ministrant schon Medikamente sortierte. Das Team stellte im Beisein einer pakistanischen Delegation die „nichtvergesser“-Aktion vor, in deren Zuge humedica die Patenschaft für das Projektland Pakistan übernommen hat, „ein oft missverstandenes, falsch eingeordnetes Land“. Seit mehreren Jahren engagiert sich die Organisation dort beim Wiederaufbau nach Katastrophen, im Bereich der medizinischen Nothilfe und der schulischen Bildung. Insbesondere die Bedeutung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser wurde anhand einer Fotoausstellung verdeutlicht.

Im Anschluss lud der 3. ­Löschzug der Feuerwehr Kaufbeuren zu einer Sonderübung „Gefahrgut“ ein. Zu diesem Zweck wurde OB Bosse in einen Chemieschutzanzug gesteckt und musste unter erschwerten Bedingungen eine kleine Aufgabe erfüllen, wofür er kurzerhand zum „Ehren-CSA-Träger“ ernannt wurde.

Zeuge einer kuriosen Szene konnte man werden, wenn man Freitagnacht am Neptunbrunnen vorbeischaute: Dort nämlich trafen sich Bosse und Peter Igel, Leiter des OB-Büros, mit Gunnar Schmid und Freunden zu einem nächtlichen Saunagang in der selbst gebauten, mobilen Sauna. Ein Bad im Neptunbrunnen sorgte zwischendurch für die nötige Abkühlung. Trotz heiterer Stimmung bewegte sich die nächtliche Schwitzkur in einem züchtigen Rahmen. Der OB schlug vor, die mobile Sauna sogleich als „new local tradition“ zu etablieren.

Auf seiner Tour, die dieses Jahr 22 Stunden am Stück umfasste, war er außerdem als Aushilfskraft im Friseursalon tätig, hat via Ball-Kanone Tennisbälle geschmettert, sich mit Schulkindern auf den Schulweg begeben, und zwischen zwei und drei Uhr nachts zur Bürgersprechstunde im Rathaus geladen, die immerhin zehn Leute wahrnahmen.

Die Begegnung mit den verschiedenen Menschen war für ihn auch diesmal wieder interessant und spannend, so das persönliche Fazit des OB. Er habe die Erfahrung gemacht, dass er den Bürgern durch Aktionen wie diese besonders nah komme, und sie offener auf ihn zugehen. Die überwiegend positive Resonanz auf die Tour bekräftigte ihn in seiner Entscheidung, diese auch im nächsten Jahr zu wiederholen. 

von Mahi Kola

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