Buchloe auf einem »sinnvollen Weg«

Umweltausschuss spricht sich für die Teilnahme am European Energy Award aus

Feld Bei Buchloe
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Buchloe will mit Hilfe des European Energy Awards grüner werden.

Buchloe – Ein gutes Omen nannte es Buchloes Bürgermeister Robert Pöschl, dass ausgerechnet am Tag der allerersten Umweltausschusssitzung der Stadt der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber vor Ort war. Dementsprechend hochmotiviert und positiv gestimmt stellte der neu gegründete Ausschuss die Weichen für eine prozessorientierte Klimapolitik.

Glauber hatte am Nachmittag die dritte Dienststelle der Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen in Buchloe eröffnet. Neben den Standorten in Erding und Kulmbach soll dieser neue Sitz vor allem die großen Tierhaltungs- und komplexen Lebensmittelbetrieben im westlichen Bayern überwachen. Pöschl berichtete auch, dass Glauber im Gespräch dem Umweltausschuss der Stadt Buchloe gutes Gelingen gewünscht habe. Diesen Rückenwind wolle er mit in die bevorstehenden Aufgaben hinsichtlich dieses wichtigen Themas nehmen.

Haupttagesordnungspunkt war dabei die Teilnahme am sogenannten European Energy Award, kurz eea. Martin Sambale, Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (eza) stellte in der Sitzung die wichtigsten Eckpunkte des Programms vor. Er verwies mit einschlägigen Bildern noch einmal auf die weitreichende Problematik der Klimaerwärmung auf der ganzen Welt und stellte die Relevanz einer entsprechenden Klimapolitik heraus. Die Stadt Buchloe hat bereits ein Klimakonzept, das 2013 verabschiedet wurde. Dieses läuft zum einen in diesem Jahr aus, zum anderen sei das Konzept nur als Momentaufnahme zu sehen, während der eea den Prozess im Blick habe. Mit Hilfe eines entsprechenden Fachbüros wird dabei ein langfristiger, umsetzungsorientierter Ansatz geschaffen, der verschiedene Handlungsfelder wie nachhaltige Planung, Mobilität oder auch die Kooperation und Kommunikation mit den Bürgern berücksichtigt. Zu Beginn wird dabei der Ist-Zustand analysiert, aufbauend darauf wird ein Arbeitsprogramm erstellt. „Wir sind dabei schon auf einem guten Stand, weil wir dank des Klimakonzepts nicht bei Null starten müssen“, bemerkte Pöschl.

Zusätzlich wird vor Ort ein Energieteam gegründet. Die Gesamtkosten belaufen sich dabei auf rund 76.000 Euro für Beratung, die Begleitung der Verwaltung oder auch die Erstellung einer Energie- und CO2-Bilanz. Es ist mit einer staatlichen Förderung von circa 53.000 Euro zu rechnen, sodass die Stadt selbst 23.000 Euro tragen muss. Stadtrat Thomas Reiter (FDP) vertrat den Standpunkt, dass das Geld gut investiert sei, auch Bernd Gramlich (SPD) stimmte dem zu. Er gab zwar zu bedenken, dass für das Umsetzen der Projekte vermutlich noch mehr Kosten anfallen könnten, langfristig sei aber zu hoffen, dass durch die Maßnahmen auch Geld eingespart werden kann. Die SPD-Fraktion hatte im Vorfeld den Antrag gestellt, als Stadt an dem Programm teilzunehmen, dementsprechend stehe auch sie hinter dem Projekt. Dritte Bürgermeisterin Elfriede Klein (Grün) freute sich, dass alle Parteien bei diesem Thema an einem Strang ziehen. Am Ende der Ausführungen war es nicht verwunderlich, dass das Gremium sich einstimmig für eine Teilnahme am eea entschied.

Das Programm ist auf drei Jahre ausgelegt. Nach dieser Zeit wird bewertet, wie viel eine Stadt von dem umgesetzt hat, was im Rahmen ihrer Struktur möglich ist. Im Allgäu nehmen im Moment rund 20 Kommunen an dem Award teil. Auch von dem Austausch untereinander könne man profitieren. Michaela Schilling (UBI) schloss sich ihren Vorrednern an: „Machen wir uns auf den sehr sinnvollen Weg. Ich freu mich auf das, was uns erwarten wird.“

Agnes Reißner

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