Umweltschonend zum Ziel

Mit Bus und Bahn: Buchloes Stadtrat diskutiert über den ÖPNV

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Buchloes Bahnhof ist nach Augsburg der zweitgrößte Umsteigebahnhof in Schwaben. Nach Abschluss der Elektrifizierung der Strecke München – Lindau wird das Bahnfahren noch attraktiver.

Buchloe – „Das Angebot im ÖPNV in Buchloe ist eigentlich besser als sein Ruf“, findet Bürgermeister Josef Schweinberger. Trotzdem müsse es weiterhin Ziel sein, mehr Menschen zum Umsteigen auf Bus und Bahn zu bewegen. Diese Meinung teilt auch Christian Lenz. Schweinberger hatte den für Busverkehr zuständigen Spezialisten aus dem Landratsamt Ostallgäu zu einer Diskussion in den Stadtrat eingeladen.

Insgesamt fahren fünf Buslinien im Landkreis von und nach Buchloe. Täglich seien das 67 Abfahrten, sagte Christian Lenz. Das bedeute auch außerhalb der Schülerbeförderungszeiten ein Angebot „fast im Stundentakt“. Trotzdem würden noch viele leere Plätze außerhalb der Schülerzeiten befördert, warf Josef Schweinberger ein. Auch für Pendler sei das Angebot wegen langer Fahrzeiten über die Dörfer nicht immer attraktiv.

Hinzu komme, dass mögliche attraktive Busstrecken nicht durch Busse bedient werden dürfen. Grund sei ein Gesetz, das den Parallelverkehr Bahn und Bus verbiete.

Für Buchloes Bürgermeister stellt sich noch ein weiteres Problem. Das ÖPNV-Angebot im Landkreis Ostallgäu sei zwar da, wenn man aber mit dem Bus über die Landkreisgrenze hinausfahren wolle, dann werde es schwierig. Beispielsweise käme man nach Landsberg nur mit der Bahn und das auch nur mit einmal Umsteigen. Die Landkreise arbeiten, was den Busverkehr angehe, nicht immer zusammen. „Das ist wie die Kleinstaaterei im 17. Jahrhundert“, lästerte Schweinberger.

Busfahren innerhalb des Landkreises Ostallgäu werde durch Sonderkonditionen noch attraktiver, berichtete Christian Lenz. Im Rahmen einer Fahrgast-Offensive-Ostallgäu (FOO) hätten Landkreis und die Ostallgäuer Verkehrsgemeinschaft (OVG) seit Mitte 2019 bessere Konditionen für Pendler-Jahreskarten und Schülermonatskarten vereinbart.

Buchloe ist nach Augsburg der zweitgrößte Umsteigebahnhof in Schwaben, bilanzierte Schweinberger. Die Pendlerzahlen hätten in den letzten Jahren zugenommen, was an den Parkplätzen abzulesen sei. Schweinberger prognostizierte einen weiteren Zuwachs, wenn die Elektrifizierung der Strecke München-Lindau abgeschlossen und der Betrieb aufgenommen sei. Da auch langfristig der Anschluss Buchloes an eine Express-S-Bahn nach München aktuell sei, könnte das eine weitere Steigerung der Fahrgastzahlen bedeuten.

Der neue Stadtrat müsse sich deshalb nach der Kommunalwahl auch mit dem Thema eines Parkhaus am Bahnhof beschäftigen, denn nach Verlegung der Karwendelstraße werde das Angebot an Pendlerplätzen sinken. Allerdings muss die Finanzierung geklärt werden, denn Buchloe profitiere nicht von den steigenden Pendlerzahlen. Stadtrat Josef Rid (FWV) verwies auf den benachbarten Landkreis Landsberg, wo in Kaufering und Geltendorf die gleichen Probleme vorhanden seien. Dort werde aber im Landratsamt darüber nachgedacht, die Finanzierung der Parkhäuser zu übernehmen. Die Kommunen müssten dann lediglich die Grundstücke zur Verfügung stellen.

„Rendezvous-Verkehr“

„Die Stadt braucht einen attraktiven Busbahnhof, bei dem auch ein ,Rendezvous-Verkehr‘ möglich ist“, sagte Christian Lenz. Darunter versteht man eine bessere Abstimmung von Anschlüssen an Knotenpunkten wie beispielsweise am Buchloer Bahnhof. Das könne die Attraktivität des Busliniennetzes erheblich steigern und mehr Fahrgäste bringen.

Insgesamt sei die Wahrnehmung des Busangebotes in Buchloe auch durch die fehlende Attraktivität des Busbahnhofes sehr gering. Amely Beutelrock (UBI) verwies auf Stadtbuslinien in anderen Städten. „Wir haben Stadtbusse, auch wenn sie nicht so heißen“, antwortete Josef Schweinberger. Die bestehenden Buslinien würden heute bereits Einsteigemöglichkeiten im Stadtgebiet bieten. „Dann sollten aber auch an den Haltestellen für eine bessere Erkennbarkeit gesorgt werden“, sagte Beutlrock.

Für den Rathauschef Schweinberger ist klar: Der Bus im ÖPNV-Netz ist günstiger als das eigene Auto und auf jeden Fall umweltschonender.

von Siegfried Spörer

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