Umzug mit langer Tradition

Zylinderbrüder ziehen zum 134. Mal durch die Altstadt Kaufbeurens

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Die traditionelle Proklamation der Zylinderbrüder der Kolpingfamilie auf den Stufen des Rathauses: Vorsitzender Guido Moser (v. li.), Zylinderbruder Manfred Wagner und der frühere Vorsitzende Klaus Höpp.

Kaufbeuren – Traditionell am Rosenmontagabend zogen die Zylinderbrüder der Kolpingsfamilie wieder durch die Altstadt. Vor 134 Jahren war den Gesellen der Kolpingsfamilie ein Tanzvergnügen mit Mädchen abgesagt worden, weil vorher einige das Verbot umgangen hatten, Mädchen nach Hause zu begleiten.

Zum Protest gegen die Absage des Präses zogen die Gesellen mit Zylinder und Frack durch die Kneipen der Stadt, jedes Jahr wieder. Dieses Jahr marschierten die rund 60 Zylinderbrüder – vom „Dicken Hund“ kommend und mit Blasmusik vorneweg – zum Rathaus, um auf den Treppenstufen Pause zu machen.

Zylinderbruder Manfred Wagner verlas dort die Proklamation, immer wieder verstärkt durch ein „Hört, hört!“ der Zuhörer oder ein dreifaches „Halli, Hallo“. Zu aktuellen Wahlergebnissen mit Merkel, Schulz und Co. gab er augenzwinkernd seine Einschätzung kund – „aber mich fragt ja keiner“. Zur Lösung des Dopingproblems bei Olympia schlug er vor, doch in zwei Arenen zu sporteln, in einer mit und einer ohne Doping. In der Dopingarena werde dann auch der Preis für das beste Dopingmittel vergeben. Zu lokalen Themen stellte er fest, dass noch eine direkte B12-Anbindung an die Kaufbeurer Altstadt fehle und dass ihm in der neuen Fußgängerzone nur noch das Wolkenhaus abgehe: „Weiß eigentlich jemand, wo das geblieben ist?“ 

Nachdem sie sich im Rathaus gestärkt hatten, marschierten die Zylinderbrüder in Formation hinter der Blasmusik weiter zur „Rose“ und zum „Platzl“, wo sie noch ein Sketch der rüstigen Kolping-Mädels zum Thema „Sparmaßnahmen im Altersheim“ erwartete. Sie werden wohl nächstes Jahr wieder marschieren, auch wenn viele der Teilnehmer längst keine Gesellen mehr sind.

von Wolfgang Krusche

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