Unfallstatistik: Es wird wieder mehr gerast – mehr Unfälle mit Fußgängern

Wieder mehr Verkehrsunfälle

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Unfallzahlen der Polizei Kaufbeuren.

Kaufbeuren – Im Jahr 2017 stiegen die Unfallzahlen im Stadtgebiet Kaufbeuren leicht an. Dies entspricht dem bayernweiten Trend – und auch der Entwicklung im Präsidiumsbereich Schwaben Süd-West. Analog dazu stieg ebenfalls der KfZ-Bestand in Bayern. Die aktuellen Zahlen wurden am Dienstag bekanntgegeben.

Stefan Horend, Sachbearbeiter Verkehr bei der PI Kauf­beuren, bedauert es sehr, dass 2017 eine ungewöhnlich hohe Zahl an Verkehrstoten zu beklagen gewesen sei. Innerhalb von nur einem Monat verloren auf Kaufbeurens Straßen drei Menschen ihr Leben im Straßenverkehr. Darunter war auch der Unfall des 16-jährigen Radfahrers, der an der Kreuzung Neugablonzer Straße/Liegnitzer Straße von einem Lkw beim Abbiegen überrollt wurde. Laut Horend sei die Unfalluntersuchung immer noch nicht abgeschlossen. Ein entsprechendes Gutachten zur Klärung des Unfallhergangs stehe noch aus.

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden (VUPS) habe sich laut Horend in 2017 verringert. So wurden im Stadtgebiet 35 Personen schwer und 203 leicht verletzt. Die meisten Verletzten waren Pkw-Insassen (117), gefolgt von den Radfahrern (67) und von den motorisierten Zweiradfahrern (25).

Der Anteil der Unfallfluchten in Kaufbeuren bleibt unverändert hoch. Fast jeder dritte Unfall war eine Unfallflucht, wobei hier von 321 angezeigten Fällen nur 115 geklärt werden konnten, so Horend.

Die häufigsten Unfallursachen bleiben laut des Experten Fehler beim Rangieren und Rückwärtsfahren sowie ungenügender Sicherheitsabstand. Statistisch gesehen sei die Unfallgefahr am Mittwoch zwischen 12 und 14 Uhr am größten.

Die meisten Unfälle passieren nach wie vor auf den Hauptverkehrsadern der Stadt, nämlich der Sudetenstraße, der Neugablonzer Straße, sowie auf der B 16 zwischen Füssener Straße, Spittelmühlkreuzung und Mindelheimer Straße.

Auch wenn es auf der B12 regelmäßig zu schweren Unfällen kommt, habe das Unfallgeschehen auf der B12 2017, im Vergleich zu den Vorjahren, keine auffälligen Veränderungen gezeigt. „Trotzdem bleibt ein vierspuriger Ausbau zur Steigerung der Verkehrssicherheit aus polizeilicher Sicht wünschenswert“, so der Experte.

Es wird wieder mehr gerast

In 2017 haben die Geschwindigkeitsunfälle erneut zugenommen. Im Vergleich zu den letzten vier Jahren mit durchschnittlich zwölf Verletzten wurden im abgelaufenen Jahr 21 Personen verletzt, weil Fahrzeugführer zu schnell fuhren. „Es versteht sich von selbst, dass die PI Kauf­beuren auf diese Entwicklung reagieren muss“, so Horend.

Bei den Alkoholunfällen gab es indes einen Rückgang von 28 auf 20 Fälle. Auch die Zahl der dabei Verletzten ging von 14 auf neun zurück.

Schulwegunfälle wieder angestiegen

Starken Schwankungen unterliegt die Zahl der Schulwegunfälle, die in 2017 wieder auf 7 angestiegen sind. Hier wurden sechs Schüler leicht und einer schwer verletzt. Die Ursachen seien hier unterschiedlicher Art. Und die Unfälle seien an sieben verschiedenen Stellen in der Stadt passiert. Bei vier von sieben Unfällen waren die Schüler Haupt- oder Mitverursacher. Fünf von sieben verletzten Schülern waren mit dem Rad unterwegs.

Auf die Zahlen hat die PI Kaufbeuren letztes Jahr bereits mit einer gezielten Aktion zu Schulbeginn reagiert. So wurden Schüler gezielt zum Thema „Ablenkung im Straßenverkehr“ angesprochen. Weitere Aktionen in Zusammenarbeit mit den Schulen seien geplant.

Mehr Fußgänger in Unfälle verwickelt

Auffällig sei laut des Experten die Zunahme der Unfälle unter Beteiligung von Fußgängern. Hier musste im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 16 auf 26 verzeichnet werden. Ebenso die Zahl bei den Verletzten, die von 13 auf 22 anstieg. Vermutlich liege es auch an der „Ablenkung im Straßenverkehr“, mutmaßt die Polizei. Vor allem die Handynutzung und der Gebrauch von Kopfhörern und Ohrstöpseln.

Mit Blick auf Unfälle mit Radfahrern erklärt Horend, dass lediglich bei zwei von 75 Verkehrsunfällen E-Bike-Fahrer beteiligt waren. Dabei wurde eine Person schwer und eine leicht verletzt.

Laut Horend will die PI Kauf­beuren weiterhin versuchen, die Unfallzahlen durch geeignete Gegenmaßnahmen zu reduzieren. In Zusammenarbeit mit der Stadt Kaufbeuren seien durch straßenbauliche Maßnahmen viele Projekte umgesetzt worden, die sich laut Polizei mittelfristig auswirken werden.

„Hauptunfallfaktor bleibt aber nach wie vor der Mensch! Hier kann nur immer wieder an alle Verkehrsteilnehmer appelliert werden, gegenseitig Rücksicht zu nehmen und sich voll und ganz auf den Verkehr zu konzentrieren“, so der Experte abschließend.

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