"Schwarzbau"? – Landratsamt prüft

Maß überschritten

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Antrag auf Rückbau: Dieser ungenehmigte Anbau außerhalb des vorgesehenen Baufensters soll nach dem Willen der Gemeinde Mauerstetten entfernt werden.

Mauerstetten – „Das Maß ist überschritten.“ Zu dieser Auffassung gelangten die Mitglieder des Mauerstettener Gemeinderates bei ihrer kürzlichen Sitzung im Rahmen einer Bestandsaufnahme für ein bestehendes Mehrfamilienhaus. Nicht eingehaltene Grenzen und ungenehmigte Bauten standen dabei im Fokus.

Darüber hinaus ging es auch um eine Erneuerung der Lüftungsanlage für den Sitzungssaal im Rathaus. 

Mit nicht eingehaltenen Bebauungsgrenzen innerhalb eines Grundstückes und nicht genehmigten Bebauungen hatten sich die Gemeindevertreter unter anderem bei ihrer Sitzung zu beschäftigen. Sie sahen es als erwiesen an, dass nicht nur die im Bauplan vorgesehenen Grundflächen und Baufenster im Laufe der Zeit überschritten worden waren. Neben einem nicht genehmigten Gartenhaus stieß insbesondere der Anbau in Form eines Stadels an eine bestehende Garage auf den Unwillen der Vertreter. 

Der Stadel sei nach den Worten von Bürgermeister Armin Holderried „schwarz gebaut“ und habe damit „das Maß überschritten“. Dies sahen mit deutlicher Mehrheit auch die Räte so. Die Kommune beantragt nun beim Landkreis Ostallgäu als zuständiger Instanz einen Rückbau des Stadels. Außerdem soll durch das Landratsamt eine vermutete und nicht genehmigte Feuerstelle in einem zweiten Gartenhaus überprüft werden. Während das Bauplanungsrecht bei der Kommune liegt, entscheidet dann das Landratsamt im Rahmen der Verhältnismäßigkeit über die Konsequenzen. 

Vergebliche Arbeit

Im letzten Jahr hatte der Gemeinderat die Verwaltungsspitze damit beauftragt, Angebote für eine Lüftungsanlage des Sitzungssaales einzuholen. Nach Vorstellung von zwei Angeboten, von denen eines gemäß Holderried „völlig inakzeptabel“ erschien, waren mehrere Gemeinderäte jetzt der Meinung, es sei auch im Sommer „aushaltbar“. Johanna Harder widersprach: „Wir haben gejammert und den Auftrag gegeben und sollten eine solche Investition auch längerfristig sehen.“ Martin Vater, Wolfgang Völsch und Günter Ziegler sahen dies ähnlich. 

Mit knapper Mehrheit wurde das deutlich unter 10.000 Euro liegende Vorhaben dann abgelehnt. Holderried zeigte sich enttäuscht und sprach von „vergeblicher Arbeit“. Er informierte im Weiteren über die Nachfolge von Justina Fritsch als Friedhofspfleger, die dabei von Gebhard Wolf unterstützt wird.

von Wolfgang Becker

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