„Unnötige Diskussion“

Bernadette Glückmann (FW) nimmt „selbstverständlich“ Stadtratsmandat in Kaufbeuren an

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Bernadette Glückmann.

Kaufbeuren – Zwar ist Bernadette Glückmann (Freie Wähler) nicht zu Kaufbeurens Oberbürgermeisterin gewählt worden, dennoch schaffte sie den Sprung in den Stadtrat. Schon kurz nach ihrer Wahl wurde in den sozialen Medien der Ruf laut, ihren Platz für einen Nachrücker zu räumen, da sie nur einen Zweitwohnsitz in Kaufbeuren hat. Der Kreisbote hat bei Glückmann nachgehakt.

Wie sind Sie mit dem Abschneiden Ihrer OB-Kandidatur zufrieden?

Glückmann: Zunächst ist festzustellen, dass es von allen Seiten ein sehr fair geführter Wahlkampf war. Das sehr deutliche Votum der Wählerinnen und Wähler akzeptiere ich. Persönlich freue ich mich aber sehr über das mir entgegengebrachte Vertrauen und mit 17,5 Prozent habe ich ein Ergebnis erzielt, mit dem ich jedenfalls sehr gut leben kann. Dieses Ergebnis führe ich auf die vielen und sehr guten Gespräche mit den Menschen zurück, die ich kennen lernen durfte, sei es an den Infoständen oder auch bei meinen Türbesuchen in den Stadtteilen. Im Vergleich zu meinen in Kaufbeuren verwurzelten Mitbewerbern Oliver Schill (845 Stimmen mehr) und Pascal Lechler (1959 Stimmen weniger) sehe ich mich mit meinem Abschneiden nicht als Wahlverlierer.

Sie haben den Sprung in den Kaufbeurer Stadtrat geschafft. Werden wir Sie zukünftig in den Sitzungen sehen?

Glückmann: Ich verstehe offen gesagt diese Frage nicht, selbstverständlich nehme ich dieses Mandat wahr! Bereits bei Antritt meiner OB-Kandidatur habe ich sowohl gegenüber dem Vorstand, der Fraktion der Freien Wähler als auch öffentlich meine Haltung zu dieser Frage dargelegt, dass ich mich sowohl für das Amt als Oberbürgermeisterin als auch für den Stadtrat bewerbe. Ich habe deshalb auch die FW-Stadtratsliste angeführt und im Wahlkampf – ich wurde oft danach gefragt – dies immer wieder bestätigt.

Für mich ist vor der Wahl auch nach der Wahl. Mit 5895 Stimmen habe ich ein starkes Votum der Wählerinnen und Wähler erhalten, für das ich sehr dankbar bin. Dieses Votum ist ein klarer Wählerauftrag. Natürlich bedarf es für mich einer sehr guten Organisation und soweit es mir beruflich immer möglich ist, werde ich die Sitzungen des Stadtrates wahrnehmen und meine Erfahrung und meine Kompetenz aktiv einbringen.

Wie gehen Sie mit der Forderung um, dass Sie als Nicht-Kaufbeurerin lieber den Platz für den ersten Nachrücker frei machen sollen? Diese Forderung wird gerade in diversen Foren im Internet lebhaft diskutiert.

Glückmann: Diese Diskussionen in diversen Foren habe ich nicht verfolgt. Wer immer so eine Diskussion „anzettelt“, missachtet eines der wichtigsten Elemente unserer Demokratie, indem er offensichtlich ein Wahlergebnis nicht respektieren will. Hätte ich, wie nun aber Oberbürgermeister Bosse diese Wahl gewonnen, wäre mein Listenplatz frei geworden und ein Kandidat wäre nachgerückt. Das Wahlergebnis ist aber bekanntlich ein anderes, so dass diese Diskussion völlig unnötig und sinnlos ist.

von Kai Lorenz

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