Unter Platanen

Der geplante Neubau des Modeparks „Röther“ (wir berichteten) könnte sich zu einem Magneten für das nördliche Ende der Kaufbeurer Fußgängerzone entwickeln. Damit dies auch in der Realität passiert, lobte die Stadt Kaufbeuren im Januar 2009 einen Ideen- und Realisierungswettbewerb für das Kemptener Tor aus. Das Preisgericht tagte nun und kam zu einem einstimmigen Ergebnis. Ziel der Stadt sei es, den Modepark an das nördliche Ende der Kaufbeurer Fußgängerzone anzubinden, „um die Attraktivität der Altstadt zu erhöhen“, sagt Ralf Baur, Leiter des Bau- und Umweltreferates der Stadt Kaufbeuren.

Ausgeschrieben war der Wettbewerb für 50 Architekturbüros, 48 meldeten sich und „nur noch 28 Büros gaben etwas ab“, sagte Baur bei der Vorstellung des Gewinners. „Daran sieht man, dass die Aufgabe nicht so einfach war.“ Die teilnehmenden Büros gestalten in ihren Vorschlägen die zirka 3000 Quadratmeter große Fläche und schaffen gleichzeitig eine Anbindung an das entstehende Modehaus Röther auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf dem Gelände des ehemaligen Martinheims. Der Kunde soll vom Modehaus zur Fußgängerzone gehen und sagen: „Lass uns mal rüber gehen und einen Kaffee trinken“, ist Baurs Wunsch. Die Lösungsvorschläge seien relativ breitgefächert gewesen. „Bis hin zu einer Unterführung“ gab es alles, sagt Baur. Ein Teilnehmer saß sogar in New York. Dieser hat jedoch einen Ausweis der Bayerischen Architektenkammer, welchen ihn zur Teilnahme berechtigte. Gewonnen hat ein Gespann aus München/Freising: Thomas Straub und Brigitte Tracke, vom gleichnamigen Architekturbüro, sowie Jochen Rümpelein, Ver.de Landschaftsarchitektur GbR. Der zweite Platz ging an Moritz Schloten und Sofia Petersson aus Berlin. Bathke Geisel, Steffen Bathke und Lutz Geisel aus München wurden von der Jury auf Platz drei gewählt und auf Platz vier landete Klaus Immich aus München. Gefallen hat der Jury unter anderem an dem Gewinner-Konzept, dass „der Platz grüne Raumkanten erhält“, erläutert Baur bei der Vorstellung der verschiedenen Pläne. Außerdem könne der Entwurfsgedanke mit wenigen Elementen umgesetzt werden. Die Privatparkplätze in dem Bereich werden hinter ausreichend Grün versteckt und als Besonderheit soll eine Sitzgelegenheit unter einem Baumdach (Platanen) entstehen, so zumindest die Vorstellung der Architekten. Unter diesem Baumdach, das links vom Zollhaus entstehen könnte, kann sich dann im Schatten erholt werden. Ohne dass man im hektischen Treiben der Fußgängerzone sitzen müsste, so Baur. Überarbeitet werden müsste hingegen noch einmal die Verbindung zwischen Eingang Modehaus und dem Zollhäuschen, wenn es nach der Jury geht. Um die Straße, die zu Spitzenzeiten 18000 Autos befahren, zu überqueren, wird eine Ampelanlage vorgeschlagen. Die Pläne der Gewinner wie der Platz aussehen könnte, gibt es auf www.kreisbote.de. Wer die Vorschläge selbst anschauen möchte, hat dazu noch bis Dienstag, 26. Mai, im ehemaligen Kaufhaus „Junginger“, Eingang Sedanstraße, die Gelegenheit. Einfach in der Zeit von 12 bis 18 Uhr vorbeischauen. Sonn- und Feiertags ist die Ausstellung geschlossen. Welcher Vorschlag am Ende wirklich realisiert werden soll, darüber hat der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung zu entscheiden.

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