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Vier sportliche Unterthingauer sind auf dem Weg ans Nordkap

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Von: Stefan Günter

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Die vier Unterthingauer Kilian Stöckle, Lukas Sepp, Maximilian Stöckle und Julian Sorg auf dem Weg zum Nordkap
Sie sind mittendrin im großen Abenteuer: Die vier Unterthingauer (von links) Kilian Stöckle, Lukas Sepp, Maximilian Stöckle und Julian Sorg. Das Bild entstand in Friisbua, rund 280 Kilometer von Norwegens Hauptstadt Oslo entfernt. © Lukas Sepp

Unterthingau – Immer wieder suchen Menschen Herausforderungen oder verwirklichen gar ihre Träume. Einmal die Route 66, von Chicago nach Santa Monika (Kalifornien), oder den Lincoln Highway, der von New York City nach San Francisco führt, mit dem Motorrad oder Wohnwagen fahren. Andere wiederum suchen ihr Abenteuer auf dem Drahtesel.

Der Gardasee und zahlreiche deutsche Reiserouten sind hier sehr beliebt. Vier Unterthingauer aber gehen noch einen Schritt weiter. Seit dem 23. Juli sind sie unterwegs und strampeln täglich bis zu 135 Kilometer, um nach etwa 27 geplanten Etappen an ihrem Ziel, dem Nordkap zu sein.

Radfahrer von hinten auf Schnellstraße mit Gepäck
Keine Menschenseele weit und breit: Die Unterthingauer radeln in Richtung Nordkap. © Lukas Sepp

„Ich wollte so eine Tour schon immer machen“, konnte Lukas Sepp drei seiner Freunde, die er bereits seit Kindesalter kennt, davon überzeugen. Im vergangenen Jahr reifte nach einer kleinen Fahrradtour die Idee, dies heuer anzugreifen. Am 23. Juli ging die Reise von Unter­thingau los.

Anfangs war aber eine andere Route geplant: Über Hamburg, Kiel, Dänemark mit der Fähre hoch nach Oslo, entlang der Fjorde sollte es ans Nordkap gehen. Doch leider bekam das Quartett keine Fähre, deshalb führte sie der Weg über Kiel, Göteborg (Schweden) nach Oslo. Die norwegische Hauptstadt haben sie längst hinter sich gelassen.

Unter extrem wechselhaften Bedingungen

Tagtäglich erleben die Vier intensive Einblicke. „Das ist alles schon sehr krass. Wie ich finde, ein sehr extremes Erlebnis“, erzählt Sepp. „Im einen Moment bist du auf 1.100 Höhenmetern, hast Sonnenschein und siehst eine klasse Landschaft. Sieben Stunden später baust du dann dein Zelt bei Regen und zwei Grad ab.“ Dem Futsal-Bundesligaspieler Sepp macht es sehr viel Spaß, obwohl die Bedingungen täglich, je näher sie dem Nordkap entgegenradeln, extremer werden.

Jeden Tag dokumentieren sie ihre Eindrücke, machen Bilder und Videoaufnahmen, um Freunde und Interessierte via Instagram auf dem Laufenden zu halten. Auch eine Zusammenfassung im Nachgang dieser unglaublichen Reise mit dem Fahrrad ist geplant.

Start in Unterthingau: Julian Sorg (von links), Maximilian Stöckle, Lukas Sepp und Kilian Stöckle
In Unterthingau ging für Julian Sorg (von links), Maximilian Stöckle, Lukas Sepp und Kilian Stöckle die große Reise ans 3.500 Kilometer entfernte Nordkap los. Foto: ©  Lukas Sepp

Viele Male übernachteten die Jungs einfach unter freiem Himmel. In Schweden und Norwegen machten sie Halt an Seen. „Wir haben auch Örtlichkeiten gesucht, wo es eine Überdachung gibt, damit wir etwas Schutz vor dem Regen bekommen“, schildert Sepp seine Eindrücke.

Mit jedem Tag mehr, den sie unterwegs sind, wird das Wetter wechselhafter. Sonnenschein und Regen, der peitschende Wind, sie bekommen das raue Klima im hohen Norden zu spüren. Von daher kamen sie nicht drumherum: Sie mussten sich während ihrer Reise schließlich Zelte für die Übernachtung besorgen.

Bis jetzt läuft alles gut

Derzeit befinden sie sich in einer Gegend, die dünn besiedelt ist. Vielen Menschen begegnen sie nicht. Die meiste Zeit sitzen sie auf ihren Fahrrädern und treffen in der Tat viele Gleichgesinnte, die auch mit ihrem Drahtesel unterwegs sind. Glücklicherweise – und hoffentlich bleibt es auch dabei – gab es bei den Jungs bis jetzt keine Zwischenfälle. Während sie in Schweden ein sehr gut ausgebautes Fahrradnetz vorfanden, gibt es nun, abseits vom Schuss in Norwegen, kaum noch Radwege.

Ihre Reise ans Nordkap verlief bisher reibungslos. Wenn alles nach Plan läuft, dürften die vier Unterthingauer wenige Tage nach Veröffentlichung dieser Ausgabe an ihrem Ziel ankommen. „Wir haben schon im Vorfeld einige Bilder im Internet angeschaut, was uns denn am Ende unserer Reise erwartet“, sagt Sepp und verweist damit auf eine Statue.

Denn am nördlichsten Punkt Europas steht eine aufgestellte Weltkugel, ein auffallend touristisches Reiseziel. Die steilen Felsklippen vor Ort ragen rund 300 Meter aus der Barentssee empor. Ihre Anreise wird über Honningsvåg im Süden der Insel Magerøya, über die E 69 erfolgen. Das ist die einzige Straße dorthin, sie endet direkt am Nordkap.

Die Rückkehr für die Jungs in die Heimat wird allerdings etwas entspannter verlaufen. Nach den gewonnenen Eindrücken geht es nämlich über Oslo mit dem Flugzeug, samt Gepäck und Fahrrädern, wieder zurück in die Heimat.

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