Sauerei am Fieselstadion

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Müll und immer wieder Müll: Sehr zum Ärger des Vereins Street­hockey Kaufbeuren.

Kaufbeuren – Der Fieselplatz in Neugablonz, Austragungsstätte unzähliger und hitziger Partien, rückt Jahr für Jahr nach Beendigung des offiziellen Spielbetriebs in der Kaufbeurer Asmotec-Streethockey-Liga (SHK) in den Vordergrund. Unbekannte nutzen dann das Areal für ihre ganz persönlichen Zwecke: Als Partyzone oder Ablagerung von (Sperr)-Müll.

Zwei noch im Boden befestigte Halter lassen erahnen, dass bei der Zufahrt zum Stadion einst einmal eine Schranke postiert war. Etwa 50 Meter sind es von der Straße aus bis zum Platz wo zwischen März und August Zahlreiche ihrem Hobby, dem Streethockey-Sport, nachgehen. Der Fieselplatz liegt am Waldrand auf Privatgrund auf Germaringer Flur, ist aber öffentlich zugängig.

Gerade verläuft eine der vielen Aufräumarbeiten, die immer wieder unter dem Jahr stattfinden. Denn seit vielen Jahren wird der Bereich um das Stadion stets von Unbekannten genutzt, sich von allem zu entledigen, was man nicht mehr haben möchte. „Wir haben schon unzählige Autoreifen, alte TV-Geräte, Kühlschränke und Herde entsorgen müssen“, erzählt Sebastian Settele bei einer Ortsbegehung dem Kreisbote. An einen besonderen Fall kann sich der Erste Vorstand des SHK noch genau erinnern. „Mit vier Mann haben wir einen alten Schwedenofen auf einen Hänger gehievt und weggebracht.“ Hinzu kommen mutwillig zertrümmerte Bier- und Wodkaflaschen, das Zerschneiden der jeweiligen Fangnetze hinter den Toren und sogar vor Lagerfeuern machen die Unbekannten nicht halt. Durch die extreme Hitze ist der Spielboden an einigen Stellen sogar beschädigt. Selbst ihrer Notdurft lassen die „heimlichen Besucher“ des Areals freien Lauf. Was Settele aber am meisten wurmt: Egal was, egal wie viel und egal wie oft Müll unerlaubt um das Fieselstadion abgeladen wird, der Verein Streethockey Kauf­beuren e.V. ist verpflichtet, alles zu entsorgen. Als Pächter des Platzes sind sie dazu verdonnert. Selbst direkt an der Waldgrenze entledigen sich Unbekannte in unregelmäßigen Abständen ihres Mülls. „Wir bleiben leider auf unseren enormen Kosten sitzen“, schüttelt Settele den Kopf.

Denn weder die Gemeinde Gemaringen noch die Stadt Kaufbeuren fühlen sich für den ständig anwachsenden Müll verantwortlich, so Settele. In unzähligen freiwilligen Stunden krempeln Spieler und Funktionäre ihre Ärmel hoch, um ihr „Wohnzimmer“ von Müll zu befreien. Selbst der freundliche Hinweis „Müll abladen verboten“ wurde nicht nur missachtet, die aufgestellten Schilder selbst waren nach einigen Tagen wieder verschwunden. Allein sieben große 120-Liter-Säcke Restmüll wurden gesammelt.

Dass sogar regelmäßig die Schlösser der beiden extra angeschafften Container aufgebrochen werden, ist noch das kleinere Übel. Umgerechnet fünfzig Mal seien schon neue Schlösser gekauft worden. „Wenigstens haben sie unsere im Boden verankerten Tribünen noch nicht mitgenommen“, ist Sebastian Settele aufgrund der regelmäßigen Vorfälle bereits das Lachen gehörig vergangen. Daher sieht er zusammen mit seinem SHK-Team die sportliche Zukunft im neuen Eisstadion. Das jetzige Domizil soll dann nur noch als Trainingsstätte für die Kaufbeu­rer Streethockey-Vereine oder für die Allgemeinheit dienen.

von Stefan Günter

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