Zahl der Verkehrsunfälle 2016 im Stadtgebiet Kaufbeuren leicht gestiegen

Weniger Schwerverletzte

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blau (VU gesamt), rot (VUPS), gelb (VUSW), grün (VUK)Foto: PI KF

Kaufbeuren – Die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2016 ist im Stadtgebiet Kaufbeuren leicht gestiegen.

Waren es im Jahr 2015 noch 1091 Unfälle, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 1123, wie die Polizei Kaufbeuren in ihrer Verkehrsunfallstatistik für die Stadt mitteilt.

Mehr als die Hälfte aller Unfälle (573) waren im Jahr 2016 sogenannte Kleinunfälle (siehe auch Grafik), also Blechschäden mit geringfügigen Verkehrsverstößen wie Parkrempler oder leichte Auffahrunfälle. 348 Unfälle führt die Polizei auf gravierende Verkehrsverstöße zurück, also beispielsweise auf Vorfahrtsverstöße oder überhöhte Geschwindigkeit. Besonders die Hauptverkehrsadern der Stadt, wie die Neugablonzer Straße oder die Sudetenstraße sind der Polizei zufolge unfallträchtig. Die B 12 hingegen war im Bereich der Stadt Kaufbeuren im Vergleich zu den Vorjahren unauffällig.

Bei 202 Unfällen mit Verletzten kamen 241 Menschen zu Schaden. Glücklicherweise gab es im vergangenen Jahr keinen Verkehrstoten zu beklagen. Die Zahl der Verletzten ist insgesamt gestiegen (2015: 233), wobei die Zahl der schwerverletzten Personen (30) nach Angaben der Polizei deutlich zurückging (2015: 36). Von den 241 Verletzten waren 124 Personen Insassen eines Pkws und 83 mit dem Fahrrad unterwegs. Weiter verletzten sich 18 motorisierte Zweiradfahrer und 13 Fußgänger bei Verkehrsunfällen.

Wie die Auswertung zeigt, ist statistisch gesehen das Risiko, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, am Donnerstag und Freitag um Mittag herum und am frühen Nachmittag am größten.

Unfallflucht war auch im Jahr 2016 wieder ein Thema. Rund ein Viertel aller Verkehrsunfälle waren Unfallfluchten (278). Davon konnte nur etwa ein Drittel geklärt werden (98). Zwei Drittel der Geschädigten blieben also auf ihrem Schaden sitzen.

Bei den (allgemeinen) Unfall­ursachen waren 2016 – wie in den Jahren zuvor – mangelnder Sicherheitsabstand und Verstöße im Zusammenhang mit dem Parken, beziehungsweise beim Wenden und Rückwärtsfahren die häufigsten Unfallursachen. Leider ist ein Anstieg bei den Unfällen zu verzeichnen, bei denen überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache war. Hier wurden bei 20 Unfällen zwölf Menschen verletzt. Noch eklatanter war der Anstieg der Unfälle unter Alkoholeinfluss im Vergleich zu den Vorjahren. 14 Menschen wurden im Zusammenhang mit 28 Alkoholfahrten verletzt. Dies will die Polizei Kaufbeuren zum Anlass nehmen, entsprechende Geschwindigkeits- und Alkoholkontrollen zu intensivieren.

Die Zahl der Schulwegunfälle hat sich nach einem kurzfristigen Anstieg im Jahr 2015 wieder auf dem Niveau der Vorjahre eingependelt. In allen drei Fällen wurden die Schüler nur leicht verletzt. Lediglich in einem Fall fand der Unfall direkt im Umfeld einer Schule statt.

Auffallend für die Polizei ist, dass Unfälle mit Beteiligung der Altersgruppe „Junge Erwachsene“ (18 bis 24 Jahre), vor allem in Bezug auf die Verursacherfrage, gestiegen sind. 82 von 151 Unfällen (2015: 56 von 140) haben die jungen Erwachsenen selbst verursacht und bei 74 (2015: 54) waren sie hauptsächlich schuld. Ein Erklärungsansatz der Polizei: Thema „Ablenkung durch Smartphone“.

Keine Auffälligkeiten gab es beim Thema „Senioren im Straßenverkehr“ – besonders, wenn man auf die Senioren als Verursacher der Unfälle schaut. Denn hier ist die Zahl rückläufig. Dem bayern- und präsidiumsweiten Trend folgend, sind auch in Kaufbeuren die Unfallzahlen bei den Radfahrern von 74 im Jahr 2015 auf 86 im vergangenen Jahr erkennbar angestiegen. „Dies hängt mit Sicherheit mit der steigenden Beliebtheit des Fahrrads als Fortbewegungsmittel zusammen“, so Stefan Horend, Sachbearbeiter Verkehr bei der PI Kaufbeuren. Allerdings sei in der Praxis auch festzustellen, dass einzelne Radfahrer zunehmend dazu neigen, Verkehrsregeln zu missachten. Auch hier will die PI Kaufbeuren zukünftig verstärkt ein Augenmerk darauf haben und Verstöße konsequent ahnden.

„Aus den meisten Unfallberichten ist herauszulesen, dass der Unfallverursacher in irgendeiner Form unachtsam war. Es kann nur vermutet werden, dass hier oft auch die missbräuchliche Nutzung eines Smartphone eine Rolle spielte“, mahnt Horend an. Fakt sei, dass die Zahl der angezeigten Smartphone-Benutzer, die ihr Telefon während der Fahrt nutzten, kontinuierlich hoch ist. „Die 60 Euro Bußgeld und der Punkt in Flensburg scheinen viele Autofahrer nicht abzuschrecken.“ Der Appell von der PI Kaufbeuren an alle Verkehrsteilnehmer: „Konzentrieren Sie sich auf den Straßenverkehr! Dieser ist mittlerweile so komplex geworden, dass jede Form der Ablenkung zu schlimmen Folgen führen kann – für sich selbst und andere Menschen.

Martina Staudinger

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