Verkehrslärm beschäftigt Buchloes Bauausschuss

Ein lautstarkes Ärgernis

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Auch die A 96 ist ein neuralgischer Punkt.

Buchloe – Wenn man aus dem Rathaus kommt, ist man klüger. Diese Erfahrung konnten einige Besucher der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Stadt Buchloe machen. Zufrieden waren sie über die Auskünfte trotzdem nicht.

Um einen Bürgerantrag aus dem Ortsteil Lindenberg ging es in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses in Buchloe. Die Anwohner wünschen sich eine Verringerung der Verkehrsbelastung auf der Kemptener Straße, die als Staatsstraße 2035 durch den Ort führt. Dies betrifft sowohl die Geschwindigkeit als auch die Zahl der Fahrzeuge. 

„Nicht ganz so einfach“, meinte Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger zu dem Antrag: „Man muss schon Herr über die Straße sein, dann kann man was machen“. Da die Staatsstraße aber eine Staatsstraße ist und kein Gemeindeverbindungsweg ist, bleibt es kompliziert“, sinnierte der Bürgermeister. Und selbst wenn es so wäre, dass Lindenberg durch verschiedene Maßnahmen „verkehrsberuhigt“ würde, glaubt der Bürgermeister nicht an einen schnellen Erfolg. Seiner Meinung nach fahren die Ortskundigen aus der Umgebung vermutlich weiter aus Gewohnheit durch den Ort. 

Die Ortsunkundigen fahren dagegen nach ihren „Navis“, die erfahrungsgemäß selten dem neuesten Stand entsprechen. „Mit diesem Thema wird sich nun in Kürze der Stadtrat beschäftigen“, sagte der Rathauschef und fügte hinzu, dass er sich eine „Paketlösung“ im Zusammenhang mit den Planungen für die Bundesstraße 12 vorstellen könne. 

Krach von der A96 

Krach um den Lärm gibt es in Buchloe aber nicht nur im Ortsteil Lindenberg. Auch die A 96 ist ein neuralgischer Punkt. Der Bauausschuss beschäftigte sich in einer Vorberatung zu Lärmschutzmaßnahmen an der Autobahn. Das Gremium mussten zur Kenntnis nehmen, dass zwischen Wunsch und Wirklichkeit oft Welten liegen. Bürgermeister Schweinberger informierte die Stadträte, dass die Autobahndirektion Südbayern dem Wunsch nach einer Geschwindigkeitsbeschränkung aus Lärmschutzgründen nicht folgen kann, da die Grenzwerte im Bereich Buchloe weder bei Tag noch bei Nacht überschritten würden. Die Auskunft war eindeutig, denn für die A96 zwischen München und Memmingen liegt ein vollständiges Lärmkataster vor. 

„Natürlich“, so schreibt die Behörde an den Bürgermeister, „steht es Buchloe frei, zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen zu ergreifen – aber eben nicht auf Kosten des Bundes“. Das letzte Wort darüber ist noch nicht gesprochen – auch nicht über den Einbau eines lärmmindernden Belages, der bis zu drei Dezibel Minderung bringen kann. Zunächst wird sich der Stadtrat mit dem Thema beschäftigen. Und Schweinberger will in einem weiteren Gespräch mit dem zuständigen Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke (CSU) das Thema Lärmminderung zur Sprache bringen. 

Blumiges Willkommen 

Ein weiteres Verkehrsthema des Bauausschusses war die Frage, wie der Kreisverkehr an der Südwestspange ("am Wasserturm") zukünftig gestaltet werden soll. Als Entree für die Stadt wirkt der Kreisverkehr sehr schlicht mit seiner Rasenfläche, einem kleinen Rosenbeet und den drei Ahornbäumen. Das Stadtbauamt strebt hier eine Verschönerung an. Blumen, Buchsbäume, Kiesfläche mit oder ohne Findling waren die Alternativen. Nach reger Diskussion einigte sich der Ausschuss darauf, mit den örtlichen Gärtnereien eine Art „Patenschaft“ für die Gestaltung zu erreichen. Sollten keine Spon- soren gefunden werden, soll das Thema nach einem Jahr erneut auf die Tagesordnung rücken. von Siegfried Spörer

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