Mehr tödliche Unfälle im Allgäu

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Die Zahl tödlicher Unfälle – wie hier im Januar dieses Jahres auf der B16 – ist 2016 laut Verkehrsunfallstatistik der Polizei im Allgäu leider deutlich gestiegen.

Landkreis/Allgäu – Deutlich mehr Tote durch Verkehrsunfälle verzeichnet das Polizeipräsidium Schwaben Süd-West in Kempten im vergangenen Jahr. Demnach kamen 2016 im Allgäu bei Unfällen 73 Menschen ums Leben. Im Jahr davor waren es noch 50 gewesen. Dagegen ging die Zahl der Verletzten leicht zurück. Unaufmerksames Fahren sei die Hauptursache für Unfälle im Straßenverkehr.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West – zuständig für die Landkreise Günzburg, Lindau, Neu-Ulm, Oberallgäu, Ostallgäu und Unterallgäu, sowie die kreisfreien Städte Kaufbeu­ren, Kempten und Memmingen – wurden die Beamten im Schnitt zu 73 Verkehrsunfällen pro Tag gerufen. Das entspricht 26.772 Unfällen im vergangenen Jahr, in etwa so vielen wie in den Jahren zuvor. Das teilte das Präsidium in Kempten in dieser Woche mit.

Die Zahl der Unfälle mit Todesfolge stieg demnach von 49 auf 66. Dabei kamen mit 73 deutlich mehr Verkehrsteilnehmer ums Leben als im Jahr zuvor (50). Besorgniserregend ist auch der Anstieg der Zahl der verstorbenen Fußgänger: Mit zwölf Toten erreichte sie den höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre.

Das Allgäuer Polizeipräsidium sieht die Anzahl der im Straßenverkehr Verstorbenen mit großer Sorge. Nachdem sich bereits zur Jahresmitte des vergangenen Jahres diese tragische Tendenz abgezeichnet habe, wurden alle bis dahin tödlich verlaufenden Verkehrsunfälle nochmals analysiert. Dabei habe sich gezeigt, dass häufig das Verlassen der Fahrspur und die folgende Kollision mit dem Gegenverkehr oder einem Hindernis am Fahrbahnrand unfall­ursächlich waren. Ein örtlicher Schwerpunkt oder ursächliche Auffälligkeiten hätten jedoch nicht festgestellt werden können. In nicht wenigen Fällen vermutet die Polizei die Unaufmerksamkeit des Fahrzeugführers als Grund. In diesem Zusammenhang warnt das Präsidium Schwaben Süd/West vor unaufmerksamem Fahren.

Polizeipräsident Werner Strößner fordert jeden Verkehrsteilnehmer auf, sich auf das Verkehrsgeschehen zu konzentrieren. „Es darf nicht sein, dass sich Fahrzeugführer während der Fahrt mehr mit dem Multimediasystem, dem Navigationsgerät oder dem Smartphone beschäftigen, als mit den Geschehnissen im Straßenverkehr.“ Solche Momente der Unaufmerksamkeit können dramatische Folgen haben, so Strößner weiter. Als Beleg führt sein Präsidium die häufigsten Unfallursachen an: Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren, Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot, Vorfahrtsverletzungen. Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit ist die Ursache für rund neun Prozent aller Unfälle.

Aus diesem Grund werden die Beamten des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West bei Informationsveranstaltungen und Verkehrskontrollen weiterhin auf die Gefahr der Unaufmerksamkeit hinweisen und auf das hohe Gefahrenpotenzial sensibilisieren.

Die Zahl der durch Unfälle verletzten Verkehrsteilnehmer liegt mit 5687 Personen im Jahr 2016 unter dem Niveau des Vorjahres (5706) – ein Rückgang um 0,3 Prozent. Während sich weiterhin weniger Motorradfahrer Verletzungen zuzogen, steigt die Zahl der verletzten Fahrradfahrer seit Jahren kontinuierlich an. Dies liege laut Präsidium auch daran, dass sich das Radfahren als umweltfreundliche Alternative zunehmender Beliebtheit erfreue.

Die größte Wahrscheinlichkeit, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, ist laut Polizeipräsidium an den Wochentagen Donnerstag und Freitag in der Zeit des abendlichen Berufsverkehrs zwischen 16 und 19 Uhr gegeben. 15 Prozent aller Unfälle stehen in Zusammenhang mit Wildtieren.

Die „erfreuliche“ Nachricht: Die sogenannten Kleinunfälle, bei denen keine qualifizierte Unfallaufnahme erfolgt und kein Bußgeldverfahren eingeleitet wird, stellen mit über 55 Prozent den überwiegenden Teil der Gesamtzahl aller polizeilich erfassten Unfälle dar.

Regionale Zahlen

3.531 Unfälle ereigneten sich 2016 im Landkreis Ostallgäu, das sind 126 mehr als im Jahr zuvor. Dabei kamen elf Unfallbeteiligte ums Leben (2015: zwölf). Im Stadtgebiet Kaufbeuren hingegen ist weder 2016 noch 2015 ein Mensch bei einem der 1.123 beziehungsweise 1091 Verkehrsunfälle ums Leben gekommen. Das liegt aber auch daran, dass sich 2016 – wie in den Vorjahren auch – die meisten Verkehrsunfälle mit tödlicher Folge außerhalb geschlossener Ortschaften ereigneten.

kb/st

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