Unterhalb der Buchel

Stadt sucht nach Alternativen

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Auf diesem Grundstück in der Saliterstraße soll geprüft werden, ob der Bau eines Kindergartens möglich wäre. Der Stadtentwicklungsausschuss gab dafür grünes Licht.

Marktoberdorf – Da auf dem Gelände von St. Martin-Schule, Kinderhort und Kindergarten St. Martin die Räume aus allen Nähten platzen, sucht die Stadt nach Alternativen. Zusätzlich muss in den kommenden Jahren dort kräftig saniert und eventuell auch gebaut werden – was ebenfalls einen erhöhten Platzbedarf nach sich zieht.

Der Stadtentwicklungsausschuss beschloss daher, einen Ausweichstandort für den Kindergarten in der Saliterstraße zu prüfen. Dabei handelt es sich um ein städtisches Grundstück direkt unterhalb der Buchel, auf dem momentan das Obdachlosenheim steht. 

Bevor eine grundsätzliche Standortdiskussion entbrenne, so das Stadtoberhaupt Dr. Wolfgang Hell, soll nun untersucht werden, ob sich das Areal überhaupt für den Ausbau eines möglicherweise dreigruppigen Kindergartens eigne. Hell zeigte sich optimistisch, da den Kindern ein direkter Zugang zur Buchel ermöglicht werden könne und das Gelände für die Eltern in zumutbarer Entfernung zum jetzigen Standort liege. Das Stadtbauamt wird nun alle weiteren Schritten in die Wege leiten und die Ergebnisse der Untersuchung zeitnah den Stadträten vorstellen. 

Die Frage um eine grundsätzliche Verlagerung des Kindergartens St. Martin entfachte das Gremium dann aber doch. Dr. Walter Breiner (Freie Wähler) erinnerte an den Stadtratsbeschluss von 2011, der vorsah, Schule, Kindergarten und Hort an einem Standort unterzubringen. „Sind wir nicht an diesen Beschluss gebunden?“, fragte Breiner. Auch Carl Singer (Freie Wähler) warf ein, dass damals auch ein Gesamtneubau beim Hallenbad zur Diskussion stand. 

Momentan ginge es lediglich darum, das Grundstück in der Saliterstraße zu prüfen, beruhigte Stadtbaumeister Ralf Baur. Eine Entscheidung, ob ein Umzug des Kindergartens anstünde oder nicht, sei derzeit nicht spruchreif. Auch der Bürgermeister lehnte die Standortdiskussion ab. Er verwies auf sein Wahlversprechen, die Schule in der Stadt belassen zu wollen. 

Breiner war es auch, der eine Verortung des Kindergartens auf dem Krankenhausgelände vorschlug. Auf zu viel Zukunftsmusik wollte die Stadt jedoch nicht eingehen: Dort könne man sich höchstens einen zusätzlichen Kindergarten vorstellen, so Baur. „Unsere Kindergärten sind alle an der Kapazitätsgrenze“, mahnte der Stadtbaumeister. 

In derselben Sitzung wurde daher auch der Ausbau einer zweiten Gruppe im Kindergarten Rieder beschlossen. Aus Gründen des Brandschutzes müssten in jedem Fall bauliche Maßnahmen ergriffen werden. „Wir sind in der glücklichen Lage, in Rieder relativ problemlos eine zweite Gruppe zu realisieren“, sagte Bürgermeister Hell. „Die Nachfrage ist in jedem Fall da.“

von Angelika Hirschberg

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