Werke im Kontext "Gewalt"

Mantel der Vergangenheit

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Verleihung des Meckatzer Kunstpreises 2015: Dr. Markwart Herzog (v. li.), Direktor der Schwabenakademie Irsee, Christina Weber, Preisträgerin, Dr. Karin Haslinger, Vorsitzende des BBK Schwaben-Süd, das prämierte Werk „Pfingsten 1916 (OPA)“, Silke Teltscher, Meckatzer Löwenbräu und Ursula Lax, stellvertretende Bezirkstagspräsidentin.

Irsee – Zum 27. Mal wurde im Festsaal des Kloster Irsee die jährliche Ausstellung der beiden Berufsverbände Bildender Künstler in Schwaben eröffnet, in diesem Jahr von der stellvertretenden Bezirkstagspräsidentin Ursula Lax.

Der Meckatzer Kunstpreis geht im Rahmen der Kunstausstellung des Berufsverbände Bildender Künstler in Schwaben und der Schwabenakademie im Kloster Irsee an Christine Weber aus Gessertshausen für ihr Werk „Pfingsten 1916 (OPA)“. Stimmungsvoll umrahmte das Duo „Inflagranti” die Vernissage mit Harfe und Hackbrett. 

Ursula Lax bedankte sich für die jahrelange Förderung durch die Vergabe von Kunstpreisen bei der Meckatzer Löwenbräu (20. Mal) und bei der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren (3. Mal). Hocherfreut konnte der Direktor der Schwabenakademie Irsee, Dr. Markwart Herzog, auch für die Zukunft wieder Förderung vermelden. 

Silke Teltscher vom Meckatzer Löwenbräu betonte, als wichtiges Anliegen eines Unternehmens, das fest in der Region verbunden ist, wolle man auch etwas zurückzugeben und Künstler und Kultur auch weiterhin fördern. Die beiden jeweils mit 3.000 Euro dotierten, prämierten Werke stehen dieses Jahr im Kontext „Gewalt“. 

Im Werk „throw away“ von Norbert Kiening aus Diedorf bei Augsburg, das bereits mit dem Sonderpreis „Zeichnung“ von der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren prämiert wurde, kommt eine kräftige, „gewaltbehaftete“ Bearbeitung des Zeichenkartons mit Graphit und metallischen Werkzeugen zur Wirkung (wir berichteten). 

In das, nun mit dem Meckatzer Kunstpreis 2015 prämierte Werk „Pfingsten 1916 (OPA)“ von Christine Weber, fließen erlebte Gewalt und Erfahrungen des Großvaters während des 1. Weltkrieges mit ein. In ihrer Laudatio beschrieb Dr. Karin Haslinger, Vorsitzende des BBK Schwaben-Süd, das Werk als räumliches Objekt in Form eines freistehenden Capes oder Mantels. 

Auf geformtem Plexiglas sind an der Innen- und Außenseite handbeschriebene Seiten aus dem Kriegstagebuch ihres Großvaters zu erkennen, das er im Kriegsjahr 1916 vor Verdun geschrieben hatte. Am oberen Rand erinnere verbrannte, gefärbte Erde an eine Art Pelzbesatz. Kunst werde hier zur Kommunikation und stelle Fragen, ohne Antworten parat zu haben. 

Insgesamt werden 64 Bilder und Plastiken und in einer Sonderausstellung 32 Zeichnungen gezeigt. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, den 7. Juni im Kloster Irsee zu sehen.

von Wolfgang Krusche

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