Emotionsgeladene Kunst

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Auf der großen Tafel im Foyer haben sich die anwesenden Künstler verewigt.

Kaufbeuren – Anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums lädt der Kulturring Kaufbeuren e. V. im Laufe des Jahres zu einem –laut Oberbürgermeister Stefan Bosse – „bunten Blumenstrauß“ von besonderen Veranstaltungen ein anstelle von „schwergewichtigen Rückschauen“. Zum Auftakt gab es im Januar mit Humperdincks „Hänsel und Gretel“ eine große Oper im Stadtsaal. Jetzt wurde in Kooperation mit dem Stadtmuseum dort die Ausstellung „Emotionen. Im Fluss“ eröffnet. Weitere Jubiläums-Veranstaltungen sind bereits angekündigt.

Seit seiner Gründung vor 50 Jahren organisiert der Kulturring neben seinem Theater- und Konzertprogramm, das inzwischen insgesamt 1.225 Veranstaltungen umfasst, auch regelmäßig Kunstausstellungen, wenn auch dieser Bereich in letzter Zeit zunehmend an die Künstlerstiftung der Sparkasse übergegangen ist. Stolze 85 sehenswerte Ausstellungen hat der Kulturring Kaufbeuren bisher durchgeführt, auch mit überregional bekannten Künstlern wie Paul Klee, Andy Warhol, Paul Flora, Horst Janssen, Raimondo Puccinelli oder Daniel Hopfer.

Für die Jubiläumsausstellung sollten es jedoch auf jeden Fall Künstler mit einem Bezug zu Kaufbeuren sein – 25 Künstler mit je einem aktuellen und einem Frühwerk. Da kamen natürlich zunächst die vier noch lebenden Kaufbeurer Kulturpreisträger in der Sparte Jörg-Lederer-Preis für Bildende Kunst in Frage. Dieser Kreis wurde um Wahl- und Exilkaufbeurer erweitert. Das waren dann allerdings weit mehr als die 25 Künstler, auf die man sich wegen der schönen runden Zahl 50 beschränken wollte. Daher haben die Vernissagegäste den einen oder anderen Kaufbeurer Künstler in dieser Ausstellung vermissen müssen. Dennoch wurde die ganze „Bandbreite der regionalen Kunst sichtbar gemacht“, so Museumsleiterin Petra Weber, in Werken der Malerei, der Grafik, der Fotografie, der Videoinstallation und der Bildhauerei. Das älteste Werk, das Ölbild „Degas“ von Peter Müller aus dem Jahr 1964, ist älter als der Kulturring.

Der Titel der Ausstellung ist Programm: Da Kunst, wie es heißt, Geschmackssache ist, lösen Kunstwerke grundsätzlich die unterschiedlichsten Emotionen von Begeisterung über Ablehnung bis hin zur Gleichgültigkeit aus, die sich darüber hinaus im Laufe der Zeit auch noch ändern können. Weit über die Hälfte der ausstellenden Künstler waren anwesend, standen zu Diskussionen zur Verfügung und verewigten sich auf der großen Namenstafel im Foyer. Alle Künstler sind im Ausstellungskatalog mit einer Kurzvita und ihren gezeigten Werken vorgestellt.

Mit hinreißendem Violinespiel musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von der Jugendkulturpreisträgerin von 2004, Julia Kuhn, begleitet von ihrem Vater Alexander Kuhn an der Gitarre. Die 11. Klasse der Staatlichen Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung offerierte köstliche kleine Fingerfood-Häppchen, die man allerdings nicht mit in die Ausstellung nehmen durfte. Weingläser jedoch waren als Ergänzung zum Kunstgenuss im Ausstellungsraum zugelassen, da Kunst, wie Petra Weber in einem Zitat von Jean Paul anmerkte, zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens sei. Die Vernissage war dermaßen überwältigend gut besucht, dass zeitweilig kein Durchkommen von einem Bild zum nächsten möglich war und man, um die Ausstellungsstücke in aller Ruhe betrachten zu können, wohl mindestens ein zweites Mal wird hingehen müssen. Im Übrigen regte Bosse an, als Gegengabe für die „üppigen Geschenke“ vom Geburtstagskind doch einen Beitritt zum Kulturring in Erwägung zu ziehen.

Näheres zu den Begleitveranstaltungen finden Sie unter www.stadtmuseum-kaufbeuren.de/de/aktuelles.

von Ingrid Zasche


Zur Ausstellung:

Kulturring Jubiläumsausstellung „EMOTIONEN. IM FLUSS“ im Stadtmuseum

vom 23. Februar bis zum 26. März 2017 (Dienstag bis Sonntag, jeweils 10 bis 17 Uhr)

Der Eintritt ist frei.


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