Verödung der Altstadt?

Leerstand ist Thema im „5. Kaufbeurer Stadtgespräch“

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Der Leerstand in der Kaufbeurer Altstadt war Thema beim 5. Kaufbeurer Stadtgespräch. In diesem Schaufenster in der Schmiedgasse wird auf das Projekt „Zwischen_Raum“ hingewiesen.

Kaufbeuren – Droht unsere schöne Altstadt durch Leerstand zu veröden? Unter diesem Titel hatte die Kaufbeurer CSU zum „5. Kaufbeurer Stadtgespräch“ alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Als Podiumsgäste diskutierten unter Leitung von Julia von Stillfried als stellvertretender Ortsvorsitzender die City-Managerin Bilgi Dikkaya-Kaufmann, Geschäftsführer Alexander Dobler und Guido Zeller als Unternehmer und Vorstand der Aktionsgemeinschaft Kaufbeuren. Ulf Jäkel als Vorsitzender des Vereins Kaufbeuren Tourismus und Stadtmarketing hielt ein einführendes Referat zur Thematik.

Kaum ein Thema beschäftigt die Kaufbeurer Bürger derzeit mehr als der zunehmende Leerstand in der Kaufbeurer Innenstadt. Dies wurde auch an den zahlreich erschienenen Besuchern deutlich. Jäkel beschrieb die umfangreichen Maßnahmen, die seitens der Stadt und eigens hierfür gegründeten Vereinen bereits seit Mitte der 1980er Jahren getroffen worden waren. Gemessen an der insgesamt leer stehenden Verkaufsfläche befinde sich Kaufbeuren landesweit im Mittelfeld. Die häufig sehr geringe Verkaufsfläche von 80 bis 120 Quadratmetern erzeuge einen verhältnismäßig starken Eindruck von Leerstand. Zudem sei es für den Einzelhandel schwierig, gerade diese Größe mit einer wirtschaftlichen Nutzung zu verbinden.

Dikkaya-Kaufmann wies auf das veränderte Einkaufsverhalten der Kunden hin und auf den Umstand, dass dem Kaufbeurer Einzelhandel schon dadurch stark geholfen wäre, wenn die anwesenden Besucher über zwei Monate alle ihre Besorgungen in Kaufbeuren tätigen würden. Dem entgegen betonte Zeller, dass der Einzelhandel nicht dazu da sei, den Kunden zu erziehen, zählte jedoch einige Anreizsysteme auf, welche die Kaufbeu­rer Bürger stärker zum Einkauf in der eigenen Stadt motivieren sollten. Insbesondere das Parken sei ein großes Thema. Er schlug vor, über kostenfreies Parken in der Altstadt an bestimmten Aktionstagen nachzudenken. Außerdem wünschte er sich mehr „Lippenstift für die leeren Schaufenster“ und regte an, diese beispielsweise mit einer bedruckten Folie zu bekleben, um der Stadt und den leeren Ladenlokalen ein besseres Aussehen zu verleihen.

Für Dobler war es darüber hinaus ein naheliegender Gedanke, die Innenstadt zunehmend bewohnbar zu machen. Hier gebe es seitens der Stadt und des Denkmalschutzes noch viel zu tun, um dies sinnvoll zu gewährleisten. Dabei gelte es, den Charme der historischen Altstadt zu erhalten beziehungsweise dort wiederherzustellen, wo er verloren zu gehen drohe.

In der sich anschließenden Diskussion der Zuhörer mit den Podiumsgästen wurde ein Bewohner des Rosentals mit Blick gerade auf die geplante Bewohnbarkeit der Innenstadt hin sehr deutlich: An Nachtruhe sei aufgrund von anhaltendem Party-Lärm und aufheulender Motoren nicht zu denken, was eine weitere Bewohnerin der Innenstadt ebenfalls so sah. Die Diskussion wurde auch nach dem offiziellen Ende in kleineren Kreisen noch lebhaft weitergeführt, sodass die Stadt wohl in Bezug auf die Ideen ihrer Bürger nie leer dastehen wird.

von Wolfgang Becker

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