Moderne Kommunikation

Freiwillige Feuerwehren im Landkreis arbeiten mit modernen Kommunikationsmitteln

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Auf einem Tablet kann für ein Unfallfahrzeug die aktuellste „Rettungskarte“ aufgerufen werden, um die Rettungskräfte beim Öffnen eines Fahrzeuges vor Stromschlägen zu schützen.

Ostallgäu – Einen Rückblick auf das vergangene Jahr und eine Vorausschau auf das kommende gab es bei der aktuellen Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Ostallgäu. Berichte aus den Fachbereichen stellen den Einsatz von modernster Kommunikationstechnik vor.

Nach der Begrüßung durch Kreisbrandrat Markus Barnsteiner und dem Totengedenken an verstorbene Feuerwehrkameraden, gab Schriftführer Peter Einsiedler einen kurzen Rückblick auf die vergangene Sitzung. Anschließend konnte Barnsteiner einige Neumitglieder begrüßen, unter anderem auch die Freiwillige Feuerwehr aus Rettenbach am Auerberg. „Mit mehr als 12.500 Mitgliedern, aktive und passive, sind wir einer der größten ehrenamtlichen Vereine im Ostallgäu“, verkündete Barnsteiner und freute sich über zahlreiche Gründungsjubiläumsfeiern in diesem Jahr im Ostallgäu. Das Hauptthema in der Öffentlichkeitsarbeit in diesem Jahr sei die Brandschutzerziehung gewesen und dazu hätte man mit großem Erfolg mehr als 300 Grisu-Lesebücher mit dem kleinen Drachen (der bekannte Zeichen­trick-Held, der Feuerwehrmann werden will) an zahlreiche Kindergärten und Tagesstädten verteilt. Ebenso sei die Stärkung des Ehrenamtes ein wichtiges Thema gewesen und er erinnerte dabei auch an die Königscard als Ehrenamtskarte. Auch von außen kam Unterstützung, beispielsweise durch gespendetes Fahrsicherheitstraining oder die Spende von Schwimmsaugern, die gleich an die Ortsfeuerwehren weitergegeben wurden. Vorausschauend warb der Kreisbrandrat auch für die 19. Kreisfloriansmesse am 3. Mai 2020 in Lengenfeld und bat um rege Teilnahme.

In ihrem Grußwort erinnerte Landrätin Rita Maria Zinnecker an den Großbrand in Ruderatshofen im Oktober 2018 oder an die Gasexplosion im Mai dieses Jahrs in Rettenbach und lobte die Einsatzbereitschaft der jeweils über 350 Einsatzkräfte vor Ort. Auch Pfrontens Bürgermeisterin Michaela Waldmann, die für die Bürgermeister der Region sprach, dankte für die ständige Einsatzbereitschaft von rund 100 Feuerwehren in 45 Kommunen im Landkreis.

Im weiteren Verlauf wurden den anwesenden Feuerwehrkameraden Neuigkeiten aus den Fachbereichen vorgestellt, beispielsweise der Einsatz von modernen Tablets für die flexible Verwendung bei der „Rettungskarte“. Moderne Kraftfahrzeuge sind mit unterschiedlichsten Antriebsarten, Scheiben, Carbonfasern, Sensoren und Airbags ausgestattet und können beispielsweise bei Hochvoltsystemen im Elektroantrieb auch gefährlich für die Rettungskräfte werden. Martin Singer aus dem Fachgebiet Ausbildung erklärte: „Beim Rettungseinsatz genügt Batterieabklemmen nicht“. Deshalb hatte der ADAC die über deren Webseite abrufbare „Rettungskarte“ für jedes Fahrzeug eingeführt, die aber nur sehr selten von den Fahrzeuglenkern ausgedruckt und hinter die Sonnenblende gesteckt werde. Mit einem über den Rettungsfunk abfragbare Codenummer könne nun jeder aktuelle Fahrzeugtyp auf dem Tablet abgerufen werden und gebe den Einsatzkräften wichtige Anhaltspunkte für die Lage von Tank, Batterien, Karosserieverstärkungen oder Patronen für Airbags. „Auch diese Schritt-für-Schritt Anleitung zum Öffnen eines verunglückten Fahrzeuges muss regelmäßig geübt werden“, forderte Singer von seinen Kameraden.

Im Rahmen der Einführung der Datenschutzgrundverordnung DSGVO war die lange geübte Praxis einer Kommunikation und Alarmierung beispielsweise über WhatsApp aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht mehr erlaubt. Derzeit sei überwiegend der Funkmeldeempfänger mit kleinem Buchstabendisplay zur Alarmierung in der Verwendung. Ulrich Schindele vom Fachbereich Kommunikation berichtete über die derzeitige Erprobung einer schnellen und zuverlässigen Zusatzalarmierung über das Smartphone mit feuerwehreigenem Server und einer Spezial-App, die neben Rückmeldung auch den Einsatz eines Navigationssystems und die Übertragung von hinterlegten Feuerwehreinsatzplänen und Gebäudesteuerungen ermöglicht. Die Feuerwehr sei auch bei der Kommunikation auf dem neuesten Stand, so Schindele.

von Wolfgang Krusche

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