Verstärkte Zusammenarbeit?

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KAI LORENZ Kaufbeuren – Trotz abnehmender Kinderzahlen nehmen die Probleme von Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien offenbar weiter zu. Indizien hierfür sind steigende Fallzahlen und Kosten der Jugendhilfe aber auch anderer Sozialleistungsträger. Aus diesem Grund müsse man neue Wege gehen. Einer könnte eine Zusammen- arbeit zwischen Jugendhilfe und Schule sein. Erste Ansätze spiegelten sich in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses wider. Für Jugendamtsleiter Alfred Riermeier stehe man hier vor einer neuen Herausforderung, denn die Schule entwickle sich immer mehr vom Lern- zum Lebensort. Entsprechend werde dort sozialer Konfliktstoff, der früher in der Familie bewältigt wurde, immer mehr in die Schule getragen. Daher sehen sich die Schulen im Rahmen ihres Bildungs- und Erziehungsauftrages vor immer schwierigere Aufgaben gestellt. Verstärkt wird dieser Umstand dadurch, dass die Regelschulen unter dem Stichwort „Inklusion“ zunehmend Kinder mit Beeinträchtigungen aus den Sonderschulen aufnehmen, erklärt Schulrätin Eva Severa-Saile. Auffällig sei zudem, dass sich die Situation „extremer Einzelfälle“ verschärft hat. „Fälle dieser Art gibt es als Ergebnis gesellschaftlicher Entwicklung bereits in der Grundschule“, so die Schulrätin. Daher komme der Notwendigkeit eines kontinuierlichen Austausches zwischen Jugendhilfe und Schule eine immer größere Bedeutung zu. Im Fokus hat die Schulrätin dabei drei Kernbereiche. Dazu gehören der gestaltende Bereich unter Einbeziehung der Vereine, die Prävention sowie die gegenseitige Transparenz beider Einrichtungen: „Die Jugendhilfe muss die Arbeitsweise in den Sachzwängen der Schule kennen und umgekehrt.“ Auch Oberbürgermeister Stefan Bosse treibt diese bedenkliche Entwicklung Sorgenfalten auf die Stirn. Für ihn sei es ein wichtiges Thema, das es anzugehen gilt. Er machte aber auch deutlich, dass diese Problematik „ein weites Feld“ sei. Bereits seit fünf Jahren habe man von Seiten der Stadt auf diesem Feld geackert und werde es nach Möglichkeit auch in Zukunft tun. Einfach werde es aber nicht, zumal sich die Haushaltslage in den kommenden Jahren verschärfen werde: „Wir können froh sein, wenn wir den aktuellen Stand halten können.“ Uwe Sedlacek forderte, auch mit Blick auf die finanziellen Möglichkeiten, das bestehende Angebot zu verzahnen und Ressourcen mit einzubinden und zu ergänzen. Dazu OB Bosse: „Die finanziellen Mittel werden uns zwingen, zu ergänzen.“ Letztlich nahm der Jugendhilfeausschuss die Äußerungen zur Kenntnis und regte an, dass sich Jugendamt und Schule weiter mit diesem Thema beschäftigen sollten. KL

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