Palliativmedizin ist gelebte Menschlichkeit

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Unterzeichnung und Übergabe des Versorgungsvertrags für das SAPV-Team Kaufbeuren-Ostallgäu durch Melanie Buchmüller, Geschäftsführerin des SAPV-Team und AOK-Direktor Josef Bauer (beide sitzend). Mit dabei waren Karl-Heinz Wenzel, 1.Vorsitzender des Hospizvereins Kaufbeuren-Ostallgäu (hinten v. li.), Oberbürgermeister Stefan Bosse, Landrätin Maria Rita Zinnecker und die leitende Palliativmedizinerin Dr. Theresa Schuster.

Marktoberdorf – Wenn eine Krankheit nicht mehr heilbar ist, muss alles dafür getan werden, den schwerstkranken Patienten ein Leben in Würde bis zuletzt zu ermöglichen. Fürsorgliche Begleitung, menschliche Nähe und Linderung der Schmerzen stehen dabei im Vordergrund.

Diese Form der medizinischen Begleitung wird mit dem Begriff „Palliativmedizin“ umschrieben. Kürzlich wurde im Landratsamt Marktoberdorf im Beisein von Landrätin Maria Rita Zinnecker und Kaufbeurens Stadtoberhaupt Stefan Bosse das von AOK-Direktor Josef Bauer und der Geschäftsführerin des SAPV-Teams Melanie Buchmüller unterzeichnete Vertragsdokument offiziell übergeben.

Sowohl in den jeweiligen Pflegeeinrichtungen, als auch in der vertrauten häuslichen Umgebung stehen Kräfte der „Spezialisierten ambulanten Palliativmedizin“ (SAPV) den Patienten und Angehörigen zur Seite. Ein erfahrenes Team aus qualifizierten Pflegekräften und Fachärzten mit viel Erfahrung, sowie ehrenamtliche Hospizbegleiter sind dazu notwendig.

Der Ausbau dieser palliativmedizinischen Versorgung ist oberstes Gebot und wird unter anderem auch vom Bayerischen Gesundheitsministerium gefördert. Für ein solches neues Team in der Stadt Kaufbeuren und dem Landkreis Ostallgäu stellte das Ministerium im Sommer dieses Jahres bereits entsprechende Fördermittel zur Verfügung. Mit jeweils 15.000 Euro unterstützen die Stadt Kaufbeuren und der Landkreis Ostallgäu dieses Projekt durch eine sogenannte „Anschubfinanzierung“.

„Ich freue mich sehr, dass nun für alle gesetzlich Krankenversicherten unter der Federführung der AOK Bayern in einer erfolgreichen Teamarbeit mit den daran beteiligten Organisationen eine Lösung gefunden wurde. Das Ergebnis ist dieser jetzt unterzeichnete Versorgungsvertrag für das SAPV-Team Kaufbeuren-Ostallgäu, dessen Träger der Hospizverein Kaufbeuren-Ostallgäu ist“, betonte AOK-Direktor Josef Bauer. Gleichzeitig dankte er der Stadt und dem Landkreis für die großzügige finanzielle Unterstützung.

Auch Karl-Heinz Wenzel, 1. Vorsitzender des Hospizvereins, und die leitende Palliativmedizinerin Dr. Theresa Schuster dankten für die finanzielle Unterstützung und wiesen darauf hin, dass ohne diese Anschubfinanzierung das Ganze nicht möglich gewesen wäre. AOK-Direktor Josef Bauer erklärte abschließend, dass die weiteren anfallenden Kosten von den Krankenkassen übernommen werden und es dadurch gelungen sei, mit vereinten Kräften einen wertvollen Beitrag für eine wohnortnahe Palliativ-medizinische Versorgung getan zu haben.

Versorgungslücke geschlossen

Auch Landrätin Maria Rita Zinnecker und Oberbürgermeister Stefan Bosse erklärten übereinstimmend, dass man eine echte Versorgungslücke im Landkreis und der Stadt geschlossen habe und das dabei zur Verfügung gestellte Geld gut angelegt sei. Nach einer langen Vorbereitungszeit konnte, so Stefan Bosse, endlich im Schulterschluss dieses Ziel erreicht werden.

Gedankt wurde bei dieser Gelegenheit auch dem Lions-Club des Landkreises und dem Rotary-Club Kaufbeuren, die dem SAPV-Team zwei Fahrzeuge für deren Einsatz gesponsert haben und damit ebenfalls einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung all dieser Aufgaben leisteten.

von Klaus-Dieter Körber

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