Wichtiger Schritt auf dem Weg zur Digitalen Verwaltung

Obergünzburg wieder vorn mit dabei

+
Der unautorisierte Zugriff auf personenbezogene Daten muss verhindert werden. Dazu wird durch ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) das momentane Sicherheitslevel in der Verwaltungsgemeinschaft Obergünzburg auf die nächste Stufe gebracht.

Obergünzburg – Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Digitalen Verwaltung ist die Sicherheit der Daten und der Schutz vor unautorisiertem Zugriff. Die Verwaltungsgemeinschaft Obergünzburg mit Günzach und Untrasried führt dazu ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) ein. Über deutliche Energieeinsparungen berichtete der Klimaschutzbeauftragte den Markträten.

Zur Sicherstellung der Informationssicherheit und des Datenschutzes ist die Verwaltungsgemeinschaft gemäß dem Bayerischen E-Governmentgesetz (BayEGovG) verpflichtet, bis 1. Januar 2018 die Erstellung und Anwendung von behördlichen Informationssicherheitskonzepten nachzuweisen. Dazu hat die Gemeinde Fachleute der Firma PCK IT Solutions aus Kempten beauftragt, zusammen mit dem Datenschutzbeauftragten der Verwaltungsgemeinschaft Konrad Wölfle und dem System­administrator Herrmann Kufner dieses ISMS einzuführen und das Sicherheitssystem der Verbandsgemeinde auf eine nächste Stufe zu bringen.

Für Obergünzburgs Ersten Bürgermeister Lars Leveringhaus passt das momentan ganz gut zusammen, habe man doch derzeit den Kommunalen Prüfungsverband im Haus. Dabei werde in einer separaten Prüfung auch die Informationstechnologie der Verwaltungsgemeinschaft geprüft. „Das Ergebnis des Prüfberichtes und dessen Empfehlungen greifen passend ineinander mit unseren Aktivitäten bei der Einführung des ISMS“, schildert Leveringhaus. Dabei solle auf den vielfach genutzten und bewährten Standard ISIS12 aufgebaut werden, der in zwölf Schritten durch den Aufbau führen soll. „Bayern will weiter das sicherste IT-Bundesland bleiben und fördert deshalb die Einführung mit ISIS12“, erklärte Daniel Immle von der Firma PCK. Dabei gehe es nicht nur um physische Fragen zum Serverraum und dessen Zugang, sondern auch um den Datenschutz bei Prozessen in der Verwaltung und auch um die Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter.

Leveringhaus bremste erst einmal: „Es geht hier unmittelbar nicht um neue Rechner, sondern um die Überarbeitung von Prozessen nach IT-Standards.“ Nachdem Immle Zahlen aus dem Bayerischen IT-Sicherheits­cluster nannte, wonach in diesem Jahr erst 141 der über 2000 Kommunen in Bayern die Förderung beantragt haben, freute sich Leveringhaus sichtlich: „Obergünzburg ist wieder vorne mit dabei“.

Der Klimaschutzbeauftragte der Verwaltungsgemeinschaft, Roman Rotter, berichtete dem Marktrat in seinem Energiebericht 2016 über die Umsetzung von mehr als 70 Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauches in Einrichtungen der Verwaltungsgemeinschaft. So sei der Stromverbrauch im Jahr 2016 um 22.000 Kilowattstunden (kWh) auf etwa 640.000 kWh reduziert worden, trotz Kindergarten und des hinzugekommenen Übergangswohnheims. Im Schulverband sei der Stromverbrauch wegen der Hallenbadschließung stark gesunken. Bei der Stromerzeugung könne die Verwaltungsgemeinschaft laut Rotter inzwischen etwa 30 Prozent ihres Stromverbrauches aus gemeindlichen Photovoltaikanlagen decken. In der Gemeinde Untrasried seien es rein rechnerisch sogar 126 Prozent. Beim Wärmeverbrauch sei durch den Betrieb des Übergangswohnheimes der Verbrauch etwas gestiegen. Beim Schulverband trage die Schließung des Hallenbades weiter zur Reduzierung bei. 

„Bei den verwendeten Brennstoffen liegt in Obergünzburg Gas immer noch weit vorne, in Günzach wird etwa 44 Prozent mit regenerativen Brennstoffen geheizt und in Untrasried und Hopferbach sogar 78 Prozent regenerativ“, erklärte Rotter. Durch den Einsatz von LED-Straßenbeleuchtungen bei etwa 75 Prozent aller Leuchtpunkte konnte demnach der Stromverbrauch um ein Drittel auf 185.000 kWh gesenkt werden. Die restlichen Lampen können nicht wirtschaftlich ausgetauscht werden, so Rotter.

Rotter sagte abschließend: „Eine wichtige Maßnahme wird im Jahr 2017 die Inbetriebnahme des Hallenbades und die Einregulierung des gesamten Gebäudes mit Heizung und Lüftung sein.“

von Wolfgang Krusche

Auch interessant

Meistgelesen

Bestes Beispiel für "Bayern barrierefrei"
Bestes Beispiel für "Bayern barrierefrei"
"Die Hauptrolle spielt der Mensch"
"Die Hauptrolle spielt der Mensch"
„Kaufbeurer Modell“ oder Variante?
„Kaufbeurer Modell“ oder Variante?
Die Ideen der Architekten
Die Ideen der Architekten

Kommentare