Verwaltungsrat stimmt für Fortsetzung des KU

„Wir haben einen Verwaltungsrat erlebt, der als Einheit weitere zukunftsweisende Meilensteine für die einzelnen Kliniken gesetzt hat.“ Das resümierte Landrat Johann Fleschhut nach der Kliniken-Verwaltungsratssitzung am Freitag. Der Landrat hatte zum Jahreswechsel turnusgemäß den Vorsitz von Kaufbeurens OB Stefan Bosse übernommen. Fleschhut verwies auf einen klaren Beschluss, das gemeinsame Kommunalunternehmen fortführen zu wollen.

In der 50. Kliniken-Verwaltungsratssitzung hat das Aufsichtsgremium dabei weitere wichtige Entscheidungen zu den derzeit laufenden Umstrukturierungsmaßnahmen getroffen. Das geht aus einer Presseerklärung hervor. Klinik Füssen Dr. Winfried Eschholz wurde demnach zum neuen Chefarzt der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe in Füssen bestellt. Zum 1. April werde der erfahrene Mediziner, der derzeit noch als Oberarzt in der Frauenklinik Kaufbeuren tätig ist, mit klaren Konzepten die gynäkologische und geburtshilfliche Abteilung voranbringen. Zur Durchführung der beabsichtigten Baumaßnahmen, vor allem der Sanierung des Bettentraktes und weiterer strukturverbessernder Maßnahmen, wurde zudem ein neuer Zeit- und Umsetzungsplan festgelegt. Die notwendige Verlagerung der Geriatrischen Reha wurde ebenfalls grundsätzlich beschlossen. Der Ort blieb bewusst offen, da es verschiedene Möglichkeiten innerhalb des Unternehmens für eine vorläufige oder endgültige Unterbringung in Marktoberdorf gibt. Im April soll der neue Linksherzkathetermessplatz in Kooperation mit dem Bezirkskrankenhaus Reutte in Betrieb genommen werden. Darüber hinaus werde auch bereits voraussichtlich zur Jahresmitte ein neuer Computertomograph in der Klinik Füssen installiert. Klinik Marktoberdorf Laut Fleschhut wird das ambulante Operationszentrum in Marktoberdorf wie geplant zum 1. Februar nach einem Umbau in Betrieb genommen. Dort werden an fünf Tagen in der Woche die ambulanten OPs der Kliniken sowie verschiedener Belegärzte durchgeführt. Die OP-Pläne hierfür seien bereits erstellt. Die Aufrechterhaltung der notärztlichen sowie D-ärztlichen (notfallchirurgischen) Versorgung der Marktoberdorfer Bevölkerung sei wochentags und tagsüber sicher gestellt. Die Geriatrie solle nach einem früheren Beschluss des Verwaltungsrates überwiegend von einem externen Träger übernommen werden. Ein von der Beraterfirma Kienbaum erstelltes Exposé werde zeitnah an mehrere mögliche Interessenten verschickt und das Ergebnis wird dem Verwaltungsrat wieder vorgelegt. Die von der Stadt Marktoberdorf beauftragte Firma „ProKlinik“ hat ihre Vorschläge sachlich und engagiert in Anwesenheit von Bürgermeister Himmer vorgestellt. Nach einer intensiven Diskussion hat der Verwaltungsrat den Auftrag erteilt, „die noch nicht übereinstimmenden konzeptionellen und wirtschaftlichen Grundlagen zwischen den Beratungsfirmen abzustimmen und zur Entscheidung vorzulegen“. Klinik St. Josef, Buchloe Die Zertifizierung der Endoskopie unter Leitung von Chefarzt Dr. Peter Meyer als Kooperationspartner des Darm- zentrums Kaufbeuren nahm der Verwaltungsrat mit großer Freude auf. „Damit konnte jetzt die Anbindung der Klinik St. Josef an das Darmzentrum Kaufbeuren als weiterer Schritt zur Umsetzung der neuen Strukturen vollzogen werden.“ Die Viszeralchirurgie der Klinik St. Josef wird ab 1. Februar unter die Leitung des Chefarztes der Chirurgischen Klinik 1, Prof. Dr. Dr. Heinrich Stiegler, gestellt. Zwei seiner Oberärzte, Dr. Markus Tietze, Koordinator des Darmzentrums Kaufbeuren und Dr. Christoph Berghammer werden an mindestens drei Tagen in der Woche in der Klinik St. Josef vor Ort sein und die in Buchloe möglichen viszeralchirurgischen Operationen durchführen. „Durch diese Maßnahmen ist eine zügige Weiterentwicklung der Viszeralchirurgie auf hohem Niveau in Buchloe sichergestellt“, heißt es in der Presseerklärung. Auch die Klinik St. Josef erhält demnach einen neuen Computertomographen, der modernste Diagnostik mit neuester Medizintechnik ermöglicht. „Damit wird St. Josef als Haus der Grund-und Regelversorgung erhalten und durch die Kooperation mit dem Darmzentrum in Kaufbeuren, durch technische Investitionen und durch hervorragende personelle Kompetenz ausgebaut“, freute sich Fleschhut über die Einhaltung der beschlossenen Maßnahmen. Klinik Obergünzburg „Das Endoprothetikzentrum in Obergünzburg wird wie geplant am 1. Februar eröffnet,“ kündigt der Verwaltungsratsvorsitzende an. Unter der Leitung von Chefarzt Dr. Schnitzler und Leitendem Oberarzt Dr.Thomas wird nach dem Willen des Verwaltungsrates ein qualifiziertes und spezialisiertes Zentrum mit überörtlichem Einzugsgebiet weiter entwickelt. Internistische Leistungen des Endoprothetik-Zentrums und ambulante Angebote kommen von Dr. Martina Mayer. Die Allgemeinchirurgie wird wie bisher mit den bewährten Kräften Dr. Maria Maurus und Dr. Joachim Sonntag weitergeführt. Neben dem Ausbau der Endoprothetik gibt es auch eine unfallchirurgische und orthopädische Versorgung der Patienten. Die innere Ambulanz (inkl. Rheumaambulanz) bleibt Montag bis Freitag von 8 bis 15.30 Uhr wie bisher in vollem Umfang erhalten. Verbindliche Festlegung Zur Stärkung und Weiterentwicklung gerade der spezialisierten Zentren in Buchloe, Obergünzburg und Marktoberdorf hat der Verwaltungsrat festgelegt, dass unternehmensintern die verlagerbaren Operationen auch im Interesse der Patienten verbindlich an die Zentren zu verlegen sind. „Wir vertrauen unseren Spezialisten voll und wollen unser Konzept mit Leben erfüllen“, wertet der Verwaltungsratsvorsitzende Fleschhut diese klare Aussage. Eindeutiges Votum Der Verwaltungsrat hat sich auch intensiv mit den im Ostallgäu anstehenden Bürgerentscheiden auseinandergesetzt. Er hat nahezu einhellig beschlossen, dass er die Fusion auch heute noch für richtig hält und keinen Grund für eine Auflösung des Unternehmens sieht. Er sieht sich auf dem Weg einer „erfolgreichen Umsetzung des Kienbaum-Gutachtens und der bisher gefassten Beschlüsse“. Fleschhut verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass ohne Zustimmung des Verwaltungsrates und der Stadt Kaufbeuren eine Auflösung ausscheiden würde.

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