Viel erreicht

Zehnjähriges Jubiläum beim Alpenverein DAV Sektion Kaufbeuren-Gablonz

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An der Schulungswand lernt und übt man die Grund(-be-)griffe für das Sportklettern, bevor man sich an höhere und schwierigere Routen (im Hintergrund) heranwagen kann.

Kaufbeuren/Neugablonz – Eine kleine Feierstunde nahm der erste Vorsitzende Ralf Trinkwalder vergangenen Samstag zum Anlass, an die Zusammenlegung der zwei Alpenvereins-Ortsgruppen aus Kaufbeuren und Neugablonz vor zehn Jahren und an die gemeinsamen Anstrengungen zum Bau des Vereins- und Kletterzentrums im Wertachpark zu erinnern.

Dicht drängten sich an diesem Tag die kletterbegeisterten Besucher auf dem Gelände des Vereins- und Kletterzentrums des Deutschen Alpenvereins DAV Sektion Kaufbeuren-Gablonz. Nicht ohne Grund, denn es wurde das zehnjährige Jubiläum der Zusammenlegung der Alpenvereinssektionen aus Kaufbeuren und die aus Neugablonz gefeiert. In Erinnerung an die Gründung in Gablonz an der Neiße im Sudentenland, trägt der Verein deren Namen bis heute im Titel.

In einer kleinen Feierstunde mit zahlreichen ehemaligen Vereinsvorsitzenden erinnerte der aktuelle erste Vorsitzende Ralf Trinkwalder an die geschichtliche Entwicklung, die vor zehn Jahren zur Zusammenlegung geführt hatte. Die Kaufbeurer Ortsgruppe war 1934 gegründet worden, die ehemalige Sektion Gablonz bereits 1902 in Gablonz an der Neiße, berichtete der ehemalige Kassier Dieter Pohl. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und der Vertreibung aus dem Sudetenland kam ein Großteil der Gablonzer Einwohner nach Bayern und bereits 1947 gab es erste Verbindungen der Bergsportbegeisterten unter ihnen zur Kaufbeurer Ortsgruppe des DAV, was 1950 zur eigenständigen DAV-Ortsgruppe Gablonz in Neugablonz führte. Es entwickelten sich zahlreiche Aktivitäten in zwei Ortsgruppen. Im Jahr 2006 ergaben sich erste Überlegungen zur Errichtung eines Kletterturms und es wurde schnell klar, dass man das Projekt – auch in Zusammenarbeit mit der Stadt Kaufbeuren – nicht alleine in Angriff nehmen konnte. Und so ergab sich, dass 2008 in getrennten Sitzungen eine gemeinsame neue Seilschaft geknüpft wurde. Optisch hatte man damals zwischen den in zwei Hälften getrennt sitzenden Mitgliedern den Zusammenschluss durch das Einrollen eines vorher trennenden Bergseils dargestellt.

Trinkwalder zeigte stolz das 2009 gebaute Vereins- und Kletterzentrum und zählte die vielseitigen Aktivitäten der 5.800 Mitglieder in Jugend-, Familien- und Seniorengruppen beim Genuss- und Bergwandern, Sportklettern, Kajak- oder Mountainbikefahren oder Hochtourengehen auf. Er fragte aber gleichzeitig: „Wie geht es weiter?“ Eine Antwort konnte er darauf noch nicht geben, derzeit werde mit den Mitgliedern in Zukunftsworkshops an neuen Ideen gearbeitet. Auch Oberbürgermeister Stefan Bosse – schon als Kind in den Verein eingetreten – bestätigte den guten Zusammenhalt und die gute Zusammenarbeit, wie er sie auch in den vergangen zehn Jahren erlebt habe. „Das schöne bei Euch ist, Ihr blickt immer nach vorn“, meinte Bosse und wünschte weiterhin alles Gute.

Draußen am Kletterturm oder an der etwas niedrigeren Schulungskletterwand wurde inzwischen fleißig geklettert: aufmerksame Väter sicherten ihre agilen Jungs und Mädchen, aktive Frauen-Zweierteams kletterten einfachere Routen zum „Aufwärmen“ für spätere schwierigere Herausforderungen und Ehepaare kletterte im Wechsel am Kletterturm bis unters Dach. Klaus und Karin Rieger gehören zur Seniorenklettergruppe und treffen sich immer Montagvormittags zum Klettern. Klaus erzählte begeistert: „Ich habe mit 70 Jahren mit Klettern angefangen, jetzt bin ich 79 und es macht richtig Spaß“. Übrigens: der Eintritt ist für Zuschauer frei.

von Wolfgang Krusche

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