Mit viel Gefühl renaturiert

Die Stadt Buchloe lud vergangene Woche zu einer kleinen Feierstunde an die Gennachbrücke an der Waldstraße im Ortsteil Lindenberg ein. Grund: Die Fertigstellung der Hochwasserschutzmaßnahme, in Verbindung mit der Ausweitung und der ökologischen Umgestaltung des Gewässerbettes (Renaturierung) eines Teiles der Gennach in dem vorgenannten Bereich.

Baudirektor Karl Schindele vom Wasserwirtschaftsamt Kempten sprach zunächst allgemein von der notwendigen Verbesserung des Hochwasserschutzes und der natürlichen Rückführung der Flüsse und Bäche im Allgäu. Er bedankte sich bei den zuständigen Stellen der Stadt Buchloe, insbesondere bei Stadtbaumeister Herbert Wagner, für die reibungslose Zusammenarbeit. Er lobte extra den Baggerfahrer, der „sein Gefühl dafür unter Beweis gestellt hat, wie man renaturiert". Erster Bürgermeister Josef Schweinberger freute sich in Anwesenheit zahlreicher Stadträtinnen und Stadräte (quer durch alle Fraktionen), dass sich die Maßnahme bei den häufigen und starken Regenfällen der letzten Tage bereits bewährt habe. 1999 beim Pfingsthochwasser entstanden an den angrenzenden Wohnbebauungen erhebliche Schäden. Umsomehr sei er jetzt beruhigt, dass die erforderliche „Deichertüchtigung" an der Westseite der Gennach bewirkte, „dass Lindenberg geschützt ist". Einem „Flyer" des Wasserwirtschaftsamtes Kempten kann man entnehmen, dass der „linksufrige (in Fließrichtung) Hochwasserschutzdeich nicht mehr dem Stand der Technik entsprach und unter- dimensioniert war. Die Gennach war strukturlos und begradigt". Ferner heißt es: Der neue Hochwasserschutzdeich mit Fußweg an der renaturierten Gennach und ihren Ufern setzt sich aus einem vielfältigen Mosaik zusammen: abwechslungsreich strukturiertes Flussufer mit Kiesbänken; langsam bis schnell fließende Gewässerabschnitte; unterschiedliche Gewässertiefen; Rohbodenstandorte mit natürlicher Vegetationsentwicklung; Bachufervegetation aus Stauden und Gehölzen durch Bepflanzung und Aussaat. Einige Fakten Noch ein paar „statistische Angaben": Gebaut wurde von März bis Mai 2009. Die Bauleitung hatte das Wasserwirtschaftsamt Kempten, die Bauausführung oblag der Flußmeisterstelle Türkheim. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf 96000 Euro. Zur Einbindung in die Landschaft, aber auch als Puffer für das Gewässer sowie als Lärm- und Sichtschutz gegen die B 12, wurden 800 Gehölze gepflanzt.

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