Mit viel Herzblut verwirklicht

Unter der strahlenden Sommersonne testeten die Skater ihre neue Anlage. Das Projekt konnte hauptsächlich aufgrund des großen Engagements der Jugendlichen realisiert werden.

Eine Menge ungewohnter Besucher hatte der Stadtrat vor wenigen Monaten bei der Entscheidung über die Neugestaltung des Skategeländes im Wertachpark. Umgekehrt waren nun am vergangenen Samstag einige Stadträte an der neuen Skatebahn vor Ort, um die Eröffnung des Areals – natürlich gebührend gefeiert mit einem Skate-Contest – mitzubekommen. Zusammen mit Oberbürgermeister Stefan Bosse und Sebastian Zajicek vom Stadtjugendring durchschnitten Planer und „Baustellenchef“ Max Häring so- wie Matthias Schmidt und Sebastian Kriehn, die besonders viel Zeit in die ehrenamtliche Hilfe bei den Bauarbeiten investiert hatten, das rote Band. Und damit wurden die „Obstacles“ auch schon auf ihre Gebrauchsfähigkeit getestet.

Sebastian Zajicek, Vorstandsvorsitzender des Stadtjugendrings, skizzierte in seiner An- sprache noch einmal kurz die Entstehungsgeschichte der Skateranlage, welche 1997 mit dem Bau der ersten Ramps und Halfpipes ihren Anfang nahm. „Damit und mit der Einrichtung des Kletterzentrums des DAV wurde der Grundstein für das Gesamtpaket Wertachpark gelegt“, so Zajicek. Als „Glücksfall“ habe sich auch der Juzecontainer auf dem Gelände erwiesen, zu dessen Betreuern die etwa 140-köpfige Skatergruppe im Jahr 2010 Kontakt aufnahm. Dem Wunsch nach einer Sanierung der in die Jahre gekommenen Skateranlage konnte so Nachdruck verliehen werden. Es folgten eine Umfrage zum Thema und diverse Events, um das Projekt zu unterstützen. Zur Seite stand den engagierten jungen Skatern zudem stets der örtliche Szeneladen Ruby Soho. Mit Hilfe des angehenden Bauingenieurs und passionierten Skaters Max Häring und der Zustimmung des Kaufbeurer Stadtrats konn- te dann im Mai dieses Jahres die Neugestaltung verwirklicht werden – dank der unbezahlten Hilfe der Jugendlichen selbst, die mit viel Herzblut zusammen mit der Firma IOU-Ramps unter der Regie von Häring den neuen Platz aus dem Boden stampften. Statt den üblichen Kosten von cirka 100.000 Euro für eine Anlage dieser Art wurde das Projekt nun für rund der Hälfte verwirklicht. Besonders löblich sei das „unkomplizierte Miteinander“ der vielen Beteiligten gewesen, so Zajicek. Beendet sind die Arbeiten im Wertachpark damit indes noch nicht: im Rahmen der Gesamtentwicklung des Freizeitgeländes unter der Verantwortung der sogenannten „Spielraumkommission“ soll bald mit Bocchiabahn, Schachbrett, weiteren Sporteinrichtungen und einem großzügigen Familienbereich ein attraktiver Anziehungspunkt für Jung und Alt entstehen. Auch die regelmäßigen Skaterpartys im Juze werden weiter steigen, und der Skatercontest soll sich als jährlich stattfindendes Event fest etablieren. Um den neuen Skateplatz aber tatsächlich als Erfolg verbuchen zu können, stand am Samstag noch das Urteil der Nutzer aus. Selbst aus den umliegenden Städten bis Augsburg waren die Skater zur Eröffnung des Kaufbeurer Areals gekommen. Und das Ergebnis überzeugte: „Im Vergleich dazu war der alte Platz heftig Sch...“, so ein 15-Jähriger. „Absolut cool, dass der Untergrund aus einem Guss ist. So verletzt man sich nicht an irgendwelchen Kanten oder Zwischenräumen“, lautet die Meinung eines 20-Jährigen. Grund genug also, die gelungene Neugestaltung ausgiebig zu feiern. Neben dem Contest sorgten dafür am Abend noch die Band „Roofdamage“ aus Marktoberdorf sowie „pecco billo“ aus Kempten und das Kaufbeurer DJ-Duo „King Vibes“ .

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