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Bedarfsermittlung ab Mitte Februar

Wie viel Pflege brauchen wir? Befragung der Ostallgäuer Bürger

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Jung und Alt gemeinsam. Der Landkreis erhebt den künftigen Pflegebedarf und will damit die soziale Infrastruktur in den Gemeinden verbessern.

Marktoberdorf/Ostallgäu – Der Landkreis wird in diesem Jahr den zukünftigen Pflegebedarf älterer Menschen im Ostallgäu bestimmen. Dazu führt er eine Pflegebedarfsermittlung in den Städten, Märkten und Gemeinden des Ostallgäus durch. „Um den Bedürfnissen und Ansprüchen der älteren Generation in Zukunft gerecht zu werden, müssen wir uns heute auf den Weg machen“, sagte Landrätin Maria Rita Zinnecker anlässlich der jüngsten Versammlung der Bürgermeister. Laut Sozialgesetz ist der Landkreis verpflichtet, den längerfristigen Bedarf an Versorgungsstrukturen für ältere und pflegebedürftige Menschen zu erheben.

Dazu sollen vor Ort Experten aus dem Pflege- und Gesundheitswesen, Bürgermeister und Seniorenbeauftragte sowie 5000 Bürger, die älter als 55 Jahre sind, befragt werden. Die Landkreischefin warb daher auch um die Unterstützung durch die Kommunen vor Ort. In kleineren Gemeinden sollen rund 50, in den Städten 400 bis 600 Bürger über 55 Jahre auf zentrale Fragen antworten. Diese sind beispielhaft, wie sich Versorgungsstrukturen weiterentwickeln könnten, wie Angehörige den Spagat zwischen Pflege, Beruf und Familie erleben und wie der Landkreis künftig fördern und unterstützen könne. Die Befragung, mit der das Basis Institut für soziale Planung in Bamberg beauftragt wurde, startet Ende Januar. Die Bürger sollen ab Mitte Februar befragt werden. Die Präsentation der wichtigsten Ergebnisse ist bis Ende dieses Jahres geplant.

Planungsgrundlage

Sicher sei, so Stefan Mohr vom Landratsamt, dass der Anteil an älteren, pflegebedürftigen Ostallgäuern steigen werde. Laut der aktuellen Bevölkerungsprognose werde es im Jahr 2031 rund die Hälfte (50 Prozent) mehr an über 80-Jährigen geben als heute. Die letzte Pflegebedarfsermittlung ist dagegen schon mehr als zehn Jahre alt. Die aktuelle Befragung sei daher geboten, um eine Planungsgrundlage für die soziale Infrastruktur in den Kommunen für die zukünftigen Jahre zu schaffen, erklärte auch die Seniorenbeauftragte Christine Seiz-Göser den Ostallgäuer Gemeindechefs. Sie nannte auch einige Zahlen zum Stand der stationären und teilstationären Versorgung. Im Vergleich von vor zehn Jahren hat sich die Anzahl der stationären Pflegeheimplätze um 187 auf 1.016 Plätze reduziert. Gleichzeitig gebe es heute Tagespflegeplätze an mehreren Standorten im Ostallgäu, vier ambulant betreute Wohngemeinschaften sowie sechs Kurzzeitpflegeplätze in Obergünzburg.

von Angelika Hirschberg

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