„Die Natur ist ein Geschenk“

Die Natur ist ihr Revier – Vier Naturschutzwächter in Kaufbeuren

Sie engagieren sich im Namen des Naturschutzes: Ulf Zeitler (v. li.), Franz-Jürgen Wiedemann, Udo Wichmann-Prehm und Simone Jordan.
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Sie engagieren sich im Namen des Naturschutzes: Ulf Zeitler (v. li.), Franz-Jürgen Wiedemann, Udo Wichmann-Prehm und Simone Jordan.
  • VonSelma Höfer
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Kaufbeuren – Zwar handelt es sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit, jedoch sind die vier Naturschützwächter in Kaufbeuren nun die neuen Mitarbeiter des städtischen Umweltamtes. Vergangene Woche begannen die Frau und drei Männer offiziell ihren Dienst im Dienste der Umwelt und der Allgemeinheit. Damit zieht Kaufbeuren als eine der letzten kreisfreien Städte und Landkreise Bayerns nach und beschäftigt jetzt auch Naturschutzwächter. 

Die Naturschutzwächter betreuen schützenswerte Naturbereiche und sollen durch Aufklärung, Beratung und Information vor Ort auf den bewussten Umgang mit der Natur hinwirken und vorbeugend Verständnis für die Anforderungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege wecken.

Der „Startschuss“ fiel vergangene Woche, doch damit begann die Arbeit „nicht von Null“, bemerkte Oberbürgermeitser Stefan Bosse. Denn Simone Jordan, Ulf Zeitler, Udo Wichmann-Prehm und Franz-Jürgen Wiedemann nahmen zunächst an Seminaren der „Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege“ (ANL) teil. Was coronabedingt nur online stattfinden konnte. Dennoch gab es eine abschließende Prüfung, welche die vier Kaufbeurer meisterten. Um von nun an ein eigenes Revier zu betreuen. Mit der Aufgabe, Zuwiderhandlungen gegen Rechtsvorschriften, die den Schutz der Natur, die Pflege der Landschaft und die Erholung in der freien Natur regeln und deren Übertretung mit Strafe oder Geldbuße bedroht ist, festzustellen und zu verhindern.

Die Arbeit der Naturschutzwächter kann mehr leisten als der Schutz der Natur und Umwelt. „Es geht auch um Dinge, die unser soziales Miteinander stören“, so Bosse. Bislang sei Kaufbeuren in dieser Hinsicht noch ein „weißer Fleck auf der Landkarte“ gewesen. Beinahe alle bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte fördern dieses Ehrenamt bereits. Kaufbeuren zieht nun nach. Der Landkreis Ostallgäu beschäftigt elf Naturschutzwächter, wie Thomas Brandl, Pressesprecher des Landratsamtes auf Nachfrage des Kreisbote mitteilte.

Simone Jordan darf Neugablonz als ihr Revier bezeichnen. Ulf Zeitler wird in Hirschzell nach dem Rechten sehen und Franz-Jürgen Wiedemann in Kleinkemnat. Der vierte im Bunde, Udo Wichmann-Prehm ist für Oberbeuren zuständig. Zu erkennen sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde an ihren grünen Westen. Ferner haben sie während ihres Dienstes einen Ausweis und ein Abzeichen bei sich.

Wo die Polizei weniger hin kommt

Stadtrat und Polizist Markus Holste (CSU) ist ebenfalls erfreut über die Helfer. „Sie überwachen einen Bereich, wo die Polizei weniger hin kommt“, sagte er. Ihre Überwachung sei eine willkommene Unterstützung. Sobald es möglich ist und die vier etwas Routine in ihrer neuen Aufgabe bekommen haben, möchte Holste gerne einmal mit auf Streife gehen. Da möchte auch der OB dabei sein, wie er hinzufügte. Er habe eine hohe Affinität zum Thema Naturschutz. „Wir müssen uns bewusst sein, dass die Natur ein Geschenk ist“, sagte Bosse. Jordan, Zeitler, Wiedemann und Wichmann-Prehm tragen in der Buronstadt nun dazu bei, dieses Bewusstsein in der Bevölkerung zu fördern.

Aufgaben und Einsatzmöglichkeiten

  • Rundweg/Freizeitaufkommen am Bärensee (Müll, Eingriffe in die Natur verhindern, Falschparken, Kontrollgänge am Wochenende und ähnliches)
  • Ansprechpartner für naturschutzrechtliche Belange
  • Hinweisen von Spaziergängern, Feiernde und Hundehalter auf Betretungsverbot von sensiblen Flächen, Anleinpflicht in Schutzgebieten, und so weiter
  • Mithilfe bei der Kontrolle von Naturschutzauflagen (zum Beispiel bei Genehmigungsbescheiden)
  • Betreuung von Schutzgebieten
  • Erfassung von Veränderungen in der Natur
  • Unterstützung bei Artenhilfsmaßnahmen
  • Führen von Exkursionen für Kindergärten, Schulen und Vereinen
  • Instandhaltung der Beschilderung oder der Pflege der Wanderwege

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