Ein "vorbildliches" Ostallgäu

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Familienstaatssekretär Johannes Hintersberger (Mitte) übergibt das Logo des Familienstützpunktes an den Hausherrn von St. Magnus, Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell. Landrätin Maria Rita Zinnecker hält anlässlich der Eröffnung einen österlichen Gruß mit kleinen, praktischen Geschenken für den Familienstützpunkt bereit.

Marktoberdorf/Ostallgäu – Stellvertretend für die weiteren neuen Familienstützpunkte in Obergünzburg, Buchloe und Füssen wurde am Dienstag in Marktoberdorf der Familienstützpunkt im Familienzentrum St. Magnus feierlich eröffnet. Eigens hierfür war der Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, Johannes Hintersberger, in die Kreisstadt angereist.

„Wo hat der Bürgermeister schon im Sand gespielt?...Im Kindergarten, im Kindergarten, da fangen alle mal als kleine Leute an...“ Mit diesem Kinderlied von Rolf Zuckowski empfingen die Kinder des Familienzentrums St. Magnus die Besucher zur Eröffnung der vier neuen Familienstützpunkte im Ostallgäu. 

Als „Hausherr“ begründete Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell die Übernahme der Trägerschaft am Ort mit dem rasenden Wandel in der Gesellschaft bei der Kinderbetreuung, der man rechtzeitig begegnen wolle. 

Vor zwölf Jahren führte man noch eine Diskussion, ob man Kinderkrippen überhaupt brauche. Heute unterhalte die Stadt 13 Kindertagesstätten mit insgesamt 740 Betreuungsplätzen. „Das Angebot für Familien ist sehr groß, aber auch sehr unübersichtlich“, bestätigte Hell. Nun stehe das Angebot strukturiert auch Familien aus Marktoberdorf und Umgebung offen. Wichtig waren dem Bürgermeister aber auch die Rahmenbedingungen: „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeuten Lebensqualität und sind heute ein Standortfaktor.“ 

Ostallgäus Landrätin Maria Rita Zinnecker stellte dem Familienstaatssekretär Hintersberger die anwesenden Bürgermeister, Dr. Wolfgang Hell aus Marktoberdorf, Lars Leveringhaus aus Obergünzburg, Josef Schweinberger aus Buchloe und Paul Iacob aus Füssen als die „vier Musketiere der Region Ostallgäu“ vor und übergab die jeweils zugehörigen Familienstützpunkte offiziell ihrer Bestimmung. „Das Ostallgäu ist ein familienfreundlicher Standort“, bestätigte Zinnecker und bezog sich auch auf das veröffentlichte Bildungs- und das Jugendhilfekonzept des Landkreises. 

Familien könnten nun im Landkreis innerhalb von 15 Minuten einen Stützpunkt erreichen und um Rat in Erziehungsfragen oder in Familienangelegenheiten nachsuchen. Diese Stützpunkte würden organisatorisch bereits seit Anfang des Jahres arbeiten und böten für Eltern unter anderem verschiedene Kurse, offene Treffs und ein Elterncafé an. An den Staatssekretär gewandt, bat die Landrätin: „Für die langfristige Umsetzung des Programms brauchen wir auch langfristige Unterstützung“. 

Hintersberger seinerseits bedankte sich für die „hervorragende Arbeit“ bei den beteiligten Einrichtungen und bei der Landtagsabgeordneten Angelika Schorer (CSU), stellvertretend für das Bayerische Parlament als Geldgeber. Er ergänzte aus eigener, gelebter Erfahrung, „dass heute auch die Großeltern in den Fokus der Familienstützpunkte einbezogen werden sollten.“ Er dankte für die Anregungen „von unten nach oben“ zur Umsetzung und erläuterte, dass deshalb auch die Richtlinien für das Förderprogramm entsprechend angepasst seien. 

Er betonte ebenfalls die Berücksichtigung der Situation der Familien als Standortfaktor: „Viele Mitarbeiter beziehen bei der Arbeitsplatzentscheidung auch die Betreuungssituation für die Familie mit in ihre Entscheidungen ein.“ Dazu bedürfe es keiner Parallelinfrastruktur, sondern einer Einrichtung mit Lotsenfunktion, wo die Eltern sowieso hingehen. „Im Ostallgäu ist das vorbildlich gelungen“, sagte Hintersberger und sprach den Beteiligten seinen „Respekt“ aus. In Bayern gebe es inzwischen 85 Familienstützpunkte als wohnortnahe Kontakt- und Anlaufstellen für Familien, wofür das Bayerische Sozialministerium insgesamt bis zu 2,5 Millionen Euro pro Jahr investiere. 

Die Träger der Familienstützpunkte seien in Marktoberdorf die Stadt, in Buchloe der Kinderschutzbund, in Füssen die Arbeiterwohlfahrt und in Obergünzburg das Bayerische Rote Kreuz. Bei dieser Vielfalt der Träger und mit Blick auf das Logo der Familienstützpunkte, (fünf farbige Hände im Kreis angeordnet) bestätigte der Staatssekretär: „Dies sind die Hände, die ineinandergreifen“.

von Wolfgang Krusche

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