Anregung für einen Herbstspaziergang

Vier Projekte mit dem Baupreis Kaufbeuren 2019 ausgezeichnet

+
Die Erweiterung der Staatlichen Fach- und Berufsoberschule.

Kaufbeuren – Den Baupreis Kaufbeuren vergibt die Stadt bereits seit 2007 alle drei Jahre. In der Ausschreibung für die nunmehr vierte Verleihung 2019 hieß es, dass „wir gute Architektur und deren Bedeutung im städtebaulichen Kontext sowie nachhaltiges und standortgerechtes Bauen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken und engagierte Bauherren und deren Planer für die Realisierung vorbildlicher Projekte würdigen wollen“.

Bei der Verleihung am vergangenen Mittwoch attestierte Oberbürgermeister Stefan Bosse den Preisträgern, dass sie diesem Anspruch gerecht werden konnten: „Mit außergewöhnlichen Ideen sichern Sie nicht nur die langfristige Werthaltigkeit ihrer Investition, sondern stärken auch die Stadt Kaufbeuren als attraktiven Standort“, so Bosse. Auch Bau- und Umweltreferent Helge Carl fand lobende Worte für die ausgezeichneten Arbeiten: „Die prämierten Projekte leisten einen herausragenden Beitrag zur Schönheit und Anziehungskraft unserer Stadt. Ich hoffe, sie werden beispielgebend für weitere Bauvorhaben in Kaufbeuren“.

Unter zehn Einreichungen hatte die Jury, bestehend aus dem Vorsitzenden Prof. Matthias Lobermann, Architekt aus Nürnberg, dem Münchner Stadtplaner Michael Gebhard und dem Memminger Architekten Alexander Nägele, vier Preisträger gekürt:

In der Kategorie „Öffentlicher Bau“:

• Der Neubau des „Iserquartiers“ in der Reichenberger Straße, Rehgrund und der Hubertusstraße mit der Wohnungsbaugenossenschaft Gablonzer Siedlungswerk als Bauherrn.

• Die Erweiterung der Staatlichen Fach- und Berufsoberschule in der Josef-Fischer-Straße 5. Hier fungierte die Stadt Kaufbeuren als Bauherr.

Die Kindertagesstätte „Haus für Kinder St. Josef“.

• Die Kindertagesstätte „Haus für Kinder St. Josef“ in der Pfarrgasse 16. Bauherr war hier Prof. Dr. Peter, Schegg’sche Katholische Waisenhausstiftung.

Die energetische Sanierung des Hauses „Sonnige Lehne“.

• In der Kategorie „Wohnbau“ wurde die energetische Sanierung des Hauses „Sonnige Lehne“ in der Drosselgasse 11 des Bauherrn Andreas Sräga ausgezeichnet.

„Jedes dieser Projekte weist einige besondere Merkmale auf“, erläuterte dazu Baureferent Helge Carl. So wird etwa die Gestaltung der barrierefreien, großzügig mit Tageslichteinfall gestalteten Tiefgaragen im Iserquartier als besonders gelungen betrachtet. Bei der Erweiterung der FOSBOS gelang eine geschickte Anbindung an die vorhandenen Bestandsbauten, und bei der Kita in der Pfarrgasse wurde die gelungene Einordnung in die historische Altstadt und Verbindung zur bestehenden Gartenmauer hervorgehoben.

Dem Bauherrn der „Sonnigen Lehne“ und seinen Architekten wurde bescheinigt, dass sie das Haus aus den 1960iger Jahren auf kluge Weise an die aktuellen Anforderungen und Bedürfnisse einer großen Familie anpassten. Dazu trug sicherlich nicht zuletzt bei, dass Bauherr Andreas Sräga auch der Lebenspartner der Architektin Annegret Michler ist. Gelobt wurden vor allem die energetische Sanierung und die damit verbundene Einbindung der Photovoltaikelemente. Damit gelang es, das Haus mit seiner schwarz gestrichenen Fassade „wie selbstverständlich in die vorhandene Bebauung einzufügen.“

Der sozial-städtebauliche Aspekt ist für die Stadt von besonderer Bedeutung. Deshalb zeigte sich Carl auch erfreut, dass zwei Bauten, die der Bildung und Ausbildung dienen, vorn lagen. „Umwelt prägt, und das gilt insbesondere für Kinder“, gab er zu bedenken. „Sie werden über Jahrzehnte und Generationen als Multiplikatoren wirken und unsere Stadt mitgestalten.“ Deshalb sei, wie er scherzhaft hinzufügte, zu bedenken, dass „ Ärzte manchmal sagen, ihre Fehler bedecke die Erde. Für Architekten aber gilt, dass deren Fehler an der Straße stehen – auch für sehr lange Zeit“.

Wer selbst prüfen möchte, ob die ausgezeichneten Bauvorhaben auch nach eigener Einschätzung den hohen Anforderungen entsprechen und beispielgebend für die weitere Stadtentwicklung wirken können, sollte vielleicht einmal einen Herbstspaziergang unternehmen, um sich alles anzuschauen. Wem das allerdings zu anstrengend ist, insbesondere wenn auch die weiteren sechs eingereichten Projekte betrachtet werden sollen, dem bietet die Stadt Kaufbeuren eine Alternative: Pünktlich zur Preisverleihung hat sie alle Projekte in einer illustrierten Broschüre zusammengestellt, die in der Stadtverwaltung ausliegt und auf der städtischen Internetseite veröffentlicht ist. Hier sind auch alle beteiligten Architekten und Landschaftsgestalter genannt, und es gibt eine Menge weiterer Informationen.

von Ingo Busch

Auch interessant

Meistgelesen

Ministerpräsident Söder besucht Fundstätte des „Danuvius guggenmosi“ in Pforzen
Ministerpräsident Söder besucht Fundstätte des „Danuvius guggenmosi“ in Pforzen
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Projekt ASB-Wünschewagen Allgäu-Schwaben feiert einjähriges Bestehen
Projekt ASB-Wünschewagen Allgäu-Schwaben feiert einjähriges Bestehen
Maximilian Hartleitner möchte Bürgermeister von Buchloe werden
Maximilian Hartleitner möchte Bürgermeister von Buchloe werden

Kommentare