Mehr Blechschaden, jedoch deutlich weniger Verletzte

Unfallstatistik 2018: Vier Tote bei Unfällen rund um Marktoberdorf

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Weniger Verletzte, weniger Tote, weniger Unfälle mit dem Fahrrad: die Polizei Marktoberdorf präsentiert die Unfallzahlen für 2018.

Marktoberdorf – Die Zahl der schweren Verkehrsunfälle, die Verletzte und sogar Tote nach sich zogen, ist im vergangenen Jahr im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Marktoberdorf zurückgegangen. Eine Entwicklung, über die sich Marktoberdorfs Dienststellenleiter Helmut Maucher und Rudolf Stiening, Verkehrssicherheitsbeauftragter der Polizei, bei der Präsentation der Unfallstatistik für 2018 merklich freuten. Zwar hat sich die Gesamtzahl der angezeigten Unfälle leicht erhöht: 1017 waren es im Vergleich zu 1007 Unfällen im Jahr 2017. Das liege jedoch laut Stiening am Anstieg der Klein- und Wildunfälle. Mehr Blechschaden also, aber deutlich weniger Verletzte.

So krachte es vergangenes Jahr 568 Mal beim Einparken, Abbiegen oder Wenden. Dass die Zahl der Kleinunfälle damit um rund elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen sei (auf 586 Unfälle), sieht Helmut Maucher gelassen: „Heute wird jeder kleinste Kratzer angezeigt“, sagt der Polizeichef. Erfreulich sieht er die Entwicklung der Unfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen. Hier konnte der Aufwärtstrend von 2017 gestoppt werden, als 254 Menschen im Straßenverkehr verletzt wurden. 2018 waren es bei insgesamt 190 schweren Unfällen noch 214 Personen. Die Zahl der Schwerverletzten sank von 59 (2017) auf 38.

Tödliche Unfälle

Vier Mal endeten Unfälle im vergangenen Jahr mit dem Tod eines Verkehrsteilnehmers. 2017 waren es noch fünf tödliche Unfälle gewesen. Ein Motorrad-, ein Roller- und ein Pkw-Fahrer sowie ein Fußgänger kamen im Straßenverkehr zu Tode, fasst Stiening zusammen. Ein Motorradfahrer war auf dem Nachhauseweg von einer Trial-Veranstaltung bei Kraftisried mit einem Pkw zusammengestoßen. Ein älterer Rollerfahrer starb, nachdem er vermutlich aus gesundheitlichen Gründen zwischen Marktoberdorf und Kreen auf einer Nebenstraße vom Weg abgekommen war. Eine ältere Pkw-Fahrerin überlebte den Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Lkw auf der B12 nicht. Auch bei diesem Unfall vermutet die Polizei einen Zusammenhang mit der gesundheitlichen Verfassung der Pkw-Fahrerin zum Unfallzeitpunkt. Auf tragische Weise ereignete sich der Unfall eines Familienvaters, der nachts zwischen Hörmanshofen und Bernbach zu Fuß unterwegs war und in der Dunkelheit von einem Auto erfasst wurde.

Unfallbrennpunkte

Unfallschwerpunkte in und um Marktoberdorf sind laut Stiening wie schon in den vergangenen Jahren die Ausfahrten der B12 bei Geisenried und Altdorf sowie auf der B472 die Ortsausfahrt Bertoldshofen Richtung Schongau und die Abzweigung bei Ob. Ein weiterer Gefahrenpunkt, insbesondere für Radfahrer, sei der Fendt-Kreisel in Marktoberdorf. Mehrere Male sei es dort im vergangenen Jahr zu Zusammenstößen zwischen Radlern und Pkws gekommen. Polizeichef Maucher bestätigt, dass es bereits Gespräche mit der Stadt gebe, die Verkehrsführung des Kreisverkehrs sicherer zu machen.

Seit Anfang März dieses Jahres ist es sichere Gewissheit, dass die Kreisstraße zwischen Oberthingau und Görisried vor allem für Motorradfahrer zum Verhängnis werden kann. Dort kam jüngst ein Kradfahrer beim Überholen eines Traktorgespanns zu Tode. Er sei heuer der erste Unfalltote, sagt Maucher und betont, dass die Polizei auf der kurvigen Strecke vermehrt Geschwindigkeitskontrollen durchführen werde.

Unfallursache

Denn überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit gehört nach wie vor zu den häufigsten Unfallursachen. Allein 60 Unfälle lassen sich im vergangenen Jahr auf diesen Umstand zurückführen. Deshalb will die Polizei auch im laufenden Jahr mit Geschwindigkeits- und Alkoholkontrollen den Druck auf die Autofahrer erhöhen. Und hofft auf eine erste Trendwende: 2017 waren 62 Menschen aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit im Verkehr zu Schaden gekommen, im Jahr 2018 waren es lediglich 35 Personen. „Hier sehen wir eine wichtige Aufgabe für die nächsten Jahre“, sagt Maucher. „Wir wollen unsere Verkehrsteilnehmer nicht schikanieren. Allerdings sind wir überzeugt, dass nur konstante Kontrollen die Unfallzahlen herunterbringen.“

Mehr Wild-, weniger Radunfälle

Trotz des außergewöhnlich schönen Sommers 2018 blieb die Zahl der Fahrradunfälle mit 47 unter der des Vorjahrs, als sich 64 Radunfälle ereigneten. Allerdings stieg die Zahl der Wild­unfälle 2018 von 240 auf 281. Das macht mehr als ein Viertel der Unfälle insgesamt aus. Sie seien auf ein höheres Wildaufkommen zurückzuführen, mutmaßte die Polizei Markt­oberdorf, und ereigneten sich vornehmlich nachts und in der Dämmerung. Glücklicherweise handelte es sich dabei größtenteils um Kleinunfälle. Nur drei Personen kamen bei Wildunfällen zu Schaden.

von Angelika Hirschberg

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