Vierbeinige Helfer im Biotop Hebel bei Germaringen

Galloways weiden auf ehemaliger Kiesgrube für mehr Biodiversiät

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BUND Naturschutz-Vorsitzender und Stiftungsbeirat Josef Kreuzer (v. li.), Nathalie Lanz vom Landschaftspflegeverband Ostallgäu und Landwirt Florian Schneider freuen sich über den neuen Einsatzort der Galloways.

Germaringen – Seit 80 Jahren wird westlich von Germaringen Kies abgebaut und verarbeitet. 1950 übernahm Firmengründer Josef Hebel die Kiesgrube und dank dem Weitblick seines Sohnes Werner Josef Hebel entstand seit 1963 das heutige Biotop. Dieser Unternehmer hatte beschlossen, die abgebauten Gruben nicht mehr zu verfüllen, sondern die Flächen der Natur zurückzugeben. Die Firma Hegerma und eine 2001 von Hebel gegründete Stiftung kümmern sich seit dieser Zeit um die Pflege und den Erhalt des Biotops. Galloway-Rinder helfen nun dabei.

Nachdem die Stiftung Mitglied im Landschaftspflegeverband Ostallgäu geworden ist, begannen zu Jahresbeginn unter der Leitung von Nathalie Lanz aus naturschutzfachlicher Sicht notwendige Maßnahmen zur Verbesserung des Biotops und der Steigerung der Artenvielfalt.

Im Winter wurden bereits alte Pappeln entfernt, die größtenteils ihr natürliches Lebensende erreicht hatten, so BUND Naturschutz-Vorsitzender Josef Kreuzer im Namen der „Werner Josef Hebel-Stiftung“. Dies geschah, um der zunehmenden Verschattung der Offenlandflächen sowie der Eutrophierung der Gewässer durch deren Laub entgegenzuwirken.

Zum Erhalt der parkartigen Landschaft durch eine Kombination aus Mahd und Beweidung konnten nun auch einige vierbeinige Pflegehelfer gewonnen werden. Der Landwirt Florian Schneider aus Rieden besitzt eine kleine Herde von Galloways, einer schottischen Rinderrasse, die aufgrund ihres dichten Fells als sehr robust und widerstandsfähig gilt. Sie stehen laut Kreuzer am liebsten das ganze Jahr über auf der Weide, suchen sich dort ihr Futter selbst, bringen ihre Kälber zur Welt, genießen das Weideleben in geselliger Herdenatmosphäre und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

Im Hebel-Biotop sollen die Tiere nun in regelmäßigen Abständen mit ihrem schonenden Weide- und Fressverhalten die Flächen für viele Tier- und Pflanzenarten offen halten.

Die Stiftungsmitglieder freuen sich über diese tatkräftige Unterstützung und hoffen mit diesen und weiteren Maßnahmen in den nächsten Jahren das Biotop positiv weiterentwickeln zu können.

kb

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