Viva Ferrara! Viva Kaufbeuren!

Die erfolgreiche Partnerschaft wurde mit einem Eintrag in das „Goldene Buch“ der Stadt besiegelt. Foto: Soyter

Mit einem fröhlichbunten Festabend feierten Kaufbeuren und das italienische Ferrara am vergangenen Samstag ihre 20-Jährige Städtepartnerschaft. Neben den zahlreichen Gastrednern, wie Ferraras Bürgermeister Tiziano Tagliani oder Generalkonsul Filippo Scammacca del Murgo, sorgte vor allem Acli Kaufbeuren mit sizilianischer Folklore für südländische Atmosphäre. Den ehrwürdigen Rahmen für die Feierlichkeit bot der historische Sitzungssaal im Rathaus Kaufbeuren.

Vor 552 Jahren wurden Ferrara und Kaufbeuren erstmals gemeinsam in einer Urkunde erwähnt, die bis heute im Crescentiakloster aufbewahrt wird. Durch dieses Privileg kamen dem Kloster zahlreiche Spenden zugute, wodurch der Bau der Klosterkirche begonnen werden konnte. Oberbürgermeister Stefan Bosse war es deshalb eine besondere Ehre diese Urkunde dem Bürgermeister der Stadt Ferrara Tiziano Tagliani präsentieren zu dürfen. Vielleicht war diese frühe Verbindung zwischen der italienischen und deutschen Stadt, ausschlaggebender Grund für die spätere Zusammenkunft. Der 1991 unterzeichnete Vertrag der beiden Städte war „die Basis für gemeinsame Projekte. Dafür möchte ich allen Gründungsmitgliedern meinen herzlichen Dank aussprechen“, so Bosse. Wie alles begann, erklärte Mitglied der ersten Stunde Dr. Dr. Heinrich Dietz. Der Grund, eine Stadt in Italien zu wählen, war, so weiß Dietz zu berichten, „die damalige Sehnsucht in den Süden, das Land des Lichts“. Auf der spannenden „Brautsuche“ durch Italien kamen mehrere Städte in Frage. In allen, so Dietz, gab es eine herzliche Aufnahme und ein positives Echo. Das machte das Finden des perfekten Partners nicht unbedingt leichter – dass Italien aber die richtige Wahl war, festigte sich umso mehr. 1981 gab es bereits erste Kontakte zwischen dem Lions Club und Ferrara. Auch Parallelen wie das Tänzelfest und einem vergleichlichen Fest in Ferrara sowie die Überreste einer Stadtmauer, bestimmten die Wahl auf die Stadt in der Region Emilia-Romagna. „Die Städtepartnerschaft hatte europäische Dimensionen. Sie soll auch weiterhin Früchte tragen“ kommentierte Dietz. Auch 2. Bürgermeister Ernst Holy sprach seinen Dank der italienischen Partnerstadt aus: „Wir wollen nicht nur eine Partnerschaft auf dem Papier. Wir wollen eine lebendige Partnerschaft. Und Ferrara ist eine Stadt der Wissenschaft, eine Stadt, die Wärme ausstrahlt“. Diese Verbindung besteht beiderseitig. „Wir sind froh über unsere Freunde in Kaufbeuren und leben die Verbindung weiter in unseren Vereinen, Schulen und Universitäten“, sagte Ferraras Bürgermeister Tagliani. „Wenn wir diese Freundschaft verlieren, verlieren wir auch unsere Identität“. Der Generalkonsul der Republik Italien, Filippo Scammacca del Murgo, verlieh der Veranstaltung eine besondere Würde, so Bosse. Dass Italien auch von den Erfahrungen Deutschlands profitieren kann, sei del Murgo dabei besonders wichtig. Für herzhaft-italienisches Flair sorgten die musikalischen Auftritte von Acli Kaufbeuren an diesem Abend. Acli Kaufbeuren e.V. begründet durch Carmine Macaluso feiert dieses Jahr sein 30. Jubiläum. Acli setzt sich für die Verwirklichung der traditionellen Werte ein. Mit über 200 Mitgliedern bereichert der Verein das Stadtleben, aber auch merkbar Veranstaltungen wie das Tänzelfest. Für weitere gelungene musikalische Unterhaltung sorgten die Tänzelfest-Fanfarenbläser und die Ludwig Hahn Sing- und Musikschule. An diesem Abend geehrt wurden außerdem Paul Bernhard, Mitbegründer der Partnerschaft, sowie alle Initiatoren.

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