Warum Stadt Marktoberdorf auf das Sonderprogramm angewiesen ist

Volle Tagesstätten, leerer Fördertopf

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Der hölzerne Baukran, der Bagger, die Steine, die Holzlatte und der Weihwasserkessel, aufgenommen bei der Segnung des Familienzentrums St. Magnus, haben symbolischen Charakter. Wer den Durchblick hat, weiß: In Marktoberdorf stehen bei Kindertagesstätten weitere Baumaßnahmen bevor.

Marktoberdorf – Mehr als andere Städte und Gemeinden ist Marktoberdorf auf das spezielle Förderprogramm angewiesen, mit dem der Freistaat Bayern den Neubau bzw. die Erweiterung von Tagesstätten unterstützt. Im Speziellen soll diese Bezuschussung beim Neubau des Kindergartens St. Martin an der Saliterstraße und bei der Erweiterung des Kindergartens in Leuterschach greifen.

Mit der Frage, wie denn die Stadt verfahre, wenn der Fördertopf mittlerweile leer sei, wandte sich Stadtrat Erich Nieberle (SPD) neulich an Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell. Der Rathauschef erklärte im Ausschuss für Stadtentwicklung, dass es durchaus Überlegungen gebe, den Fördertopf wieder aufzufüllen.

Die aktuelle Situation sei freilich alles andere als zufriedenstellend. Eigentlich hat es geheißen, dass die Mittel bis zum Jahr 2020 reichen.

Der Antrag dafür muss freilich noch dieses Jahr bis Ende August eingereicht werden. Das gilt auch für die zwei aktuellen Maßnahmen in Marktoberdorf, wie Marion Schmidt vom Bauamt verdeutlichte.

Bürgermeister Hell kündigte dazu an, dass er sich an die Regierung von Schwaben wenden werde. Das Schreiben sei noch nicht `rausgegangen, sagte Martin Vogler vom Bürgermeister-Büro Anfang dieser Woche.

108 Kinder aus Flüchtlingsfamilien

Hell möchte darlegen, dass es in Marktoberdorf während der vergangenen Monate nochmals zu einem Anstieg der Flüchtlingskinder gekommen sei. Grund dafür sei das Auflösen dezentraler Unterkünfte im Landkreis und das Verlegen der Asylbewerber in die Kreisstadt. 108 Buben und Mädchen aus Flüchtlingsfamilien würden inzwischen in den Kindergärten, in der Krippe und im Hort betreut – acht mehr als vor einem halben Jahr.

Es handle sich um ein „ernstes Thema“. Marktoberdorf habe da Ausgaben, die manche andere Kommunen nicht hätten, bekundete der Rathauschef. Er könne es darum nicht für gut heißen, wenn aus dem Sonderförderprogramm generell an alle Kommunen, die Anträge einreichen, ohne genaues Hinterfragen der Situation vor Ort Zuschüsse fließen. Ein wichtiges Kriterium sollte dabei doch der Bedarf einer Stadt oder einer Gemeinde sein.

Das Sonderförderprogramm des Staates ist eine zusätzliche Maßnahme der staatlichen Unterstützung. Die reguläre Bezuschussung beim Neubau, bei der Sanierung oder Erweiterung von Kindergärten ist davon unberührt.

Ohne die Sonderförderung stünde die Stadt Marktoberdorf finanziell mit dem Rücken zur Wand, ließ Hell in der Antwort an Stadtrat Nieberle durchblicken. In Marktoberdorf wurde erst 2018 das Familienzentrum St. Magnus fertiggestellt. Außerdem wurde der Peter-Dörfler-Kindergarten saniert und um einige Plätze erweitert.

jj

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