Junge Demokratie

Lieblingsort Kaufbeuren?

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Die Belange der Jugend und ihr aktives Mitwirken standen bei der Vollversammlung des Stadtjugendring in Kaufbeuren im Vordergrund.

Kaufbeuren – Den Kindern und Jugendlichen der Stadt, vertreten durch Jugendorganisationen beziehungsweise ihren Sprechern, bot der Stadtjugendring (SJR) kürzlich wieder eine Plattform. Ihre Ideen und Wünsche zum Zusammenleben in der Stadt konnten sie bei der Vollversammlung des SJR im rathaus einbringen und so ein Stück Demokratie leben.

Kilian Herbschleb und Beate Schütz brachten in der Versammlung Impulse aus den Jugend- und Verbändegesprächen vor, und damit Anregungen und Vorschläge zu Themen, die für die Kaufbeurer Jugend von Bedeutung sind: Hier wurde zum Beispiel die Installierung von Spielgeräten für Kinder unter drei Jahren auf manchen Spielplätzen genannt, sowie die Errichtung von Spielpunkten im Rahmen der Neugestaltung der Innenstadt, die auch den Müttern und Vätern als Erholungspole dienen sollen. Auch der Bedarf nach mehr Stationen zur Hundekotentsorgung am Neugablonzer Wald wurde angesprochen, nähmen Ausflüge dorthin wegen des Hundekots oftmals ein unschönes Ende. Der SJR hat in der Runde zugesagt, sich für die Problemlösungen einzusetzen.

Weiterhin wurden Aktionen zum Bundestagswahljahr mit dem Hauptziel angekündigt, die Jugendlichen im Vorfeld über Parteien und Kandidaten zu informieren und Lust an dem Thema zu wecken. Andere Events, die es geben wird, sind zum Beispiel die „Games for YOUth“, ein großes Spielefest, das am 22. Juli im Jordanpark stattfindet. Auch am Weihnachtsmarkt wird der SJR vertreten sein.

Die im letzten Jugendforum vorgestellten Projekte, für die sich die Jugendlichen einbringen wollen, kamen ebenfalls in der Runde zur Sprache, darunter zum Beispiel die Umsetzung eines Open-Air-Kinos, die Einrichtung von Wunsch- und Ideenboxen an den Kaufbeurer Schulen und der Einbau von Elementen für die Trendsportart Parcouring auf entsprechenden Flächen. Auch hier sicherte der SJR seinen Einsatz für eine Realisierung zu.

Anschließend wurden die Ergebnisse aus den Meinungsumfragen unter Jugendlichen und deren persönlichen Gedanken zur Stadt Kaufbeuren präsentiert. Manche beschrieben ihren Wohnort mit dem Stichpunkt „schön“, „mein Zuhause“, „chillig“ oder „Gemeinschaft“, für andere wird die Stadt durch den „Plärrer“ oder das „Tänzelfest“ repräsentiert, aber auch Stimmen wie „langweilig“ waren darunter. Holger Jankovsky, Vorsitzender des SJR, richtete an dieser Stelle einen Aufruf an alle Anwesenden und die Bürger der Stadt, einen „Lieblingsort“ aus Kaufbeuren zu machen.

In der folgenden Bildershow stellte Eva Pfefferle die wichtigsten Punkte aus der Arbeit des SJR im letzten Jahr vor. So gab es unter anderem Aktionen gegen Rechts und Patenschaften für geflüchtete Schulkinder an Schulen, wie dem Jakob-Brucker-Gymnasium, der Sophie-La-Roche-Schule und dem Mariengymnasium.

Auch die vom SJR organisierte Betreuung in Ganztagsschulen ist nach wie vor fester Bestandteil im Programm: Täglich werden vier Schulen für das Mittagessen mit circa 430 Essen versorgt. Das Engagement wird finanziell vor allem durch die Fördermittel der Stadt und Spendengeldern unterstützt.

Neues Mitglied

Eine neue demokratische Stimme und damit künftig in der Vollversammlung mit einem Delegierten vertreten, ist die „Jugendkapelle Hirschzell“, von deren Arbeit sich der Vorstand des SJR bei einem Besuch persönlich überzeugen konnte. Als größte gemischte Jugendkapelle in Kaufbeuren, so Mitglied und Sprecher der Jugendkapelle Tobias Klöck, gebe es im Musikverein zum Beispiel selbst organisierte Jahreskonzerte und gemeinsame Ausflüge und Workshops, beispielsweise zur Drogenprävention. Musikalischer Nachwuchs sei willkommen und alle Interessierten dazu eingeladen, dem Verein beizutreten – nicht die Leistung, sondern Spaß an der Musik stehe dabei eindeutig im Vordergrund.

Neuwahlen

Nach zwei Jahren standen wieder turnusmäßige Neuwahlen an. Holger Jankovsky (Artistica Anam Cara), der schon zwei Jahre Leiter des SJR ist, wurde mit 29 von 31 Stimmen erneut zum Vorsitzenden gewählt und war darüber sichtlich erfreut; er sei geradezu „verrückt danach“ dabei zu helfen, die Jugendarbeit voranzubringen – besonders die Themen Integration der Jugend und eine breite Öffentlichkeitsarbeit lägen ihm am Herzen: Die Jugend sei eine „gewaltige Stimme für die Stadt, die tolle Ideen hervorbringen kann“.

Jutta Rist (Bund der Deutschen Katholischen Jugend), die bisher Beisitzerin war, wurde einstimmig als neue Stellvertreterin gewählt und löste damit ihren Vorgänger Kilian Herbschleb ab. Auch die Besitzer/innen in größtenteils neuer Besetzung bekamen die volle Stimmzahl, ebenso wie die unveränderte Zusammenstellung der Kassenprüfer/innen und Einzelpersönlichkeiten.

Nach zwölf Jahren im Vorstand wurde Eva Pfefferle verabschiedet und fand zuversichtliche Worte für die

Gestaltungskraft junger Menschen und ihren „Mut, Sachen zu bewegen, denn: Dafür ist die Jugend da“.

von Mahi Kola 

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