Vorbereitung auf Sparflamme

Tänzelfestchef Horst Lauerwald äußert sich zu diesjährigen Planungen

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Neben dem Festabzeichen ist auch das Plakat schon fertig.

Kaufbeuren – Manch einer mag sich der wegen der Corona-Krise und angesichts all der deshalb abgesagten Veranstaltungen fragen, ob unter diesen Umständen Kaufbeurens fünfte Jahreszeit, das Tänzelfest, vom 9. bis 20. Juli 2020 womöglich ebenfalls nicht stattfinden kann.

Nur ein einziges Mal seit dem Zweiten Weltkrieg hatte man Ende der 1950er Jahre das Tänzelfest ausfallen lassen, erinnert sich Siegfried Werz, der Sohn des damaligen Tänzelfest-Chefs Walter Werz: Es wurde damals versucht, das Tänzelfest nur alle zwei Jahre zu veranstalten – alternierend mit dem überregionalen Heimatfest in Neugablonz. Der Versuch fand wenig Beifall, die nächste Festorganisation war außerdem nach zwei Jahren deutlich komplizierter als bei einer jährlichen Veranstaltung. Seitdem fiel vielleicht einmal ein Festzug wegen Dauerregens ins Wasser (zum Beispiel in den 1960er Jahren) und 1959 stand kein Festplatz für ein Bierzelt zur Verfügung – aber Bayerns ältestes historisches Kinderfest an sich war eine zuverlässige Konstante in Kaufbeurens Jahresablauf.

Bezüglich des diesjährigen Tänzelfestes hat der Kreisbote beim Tänzelfestverein nachgefragt.

Interne Vorbereitungen abgeschlossen

Neben dem Festabzeichen ist auch das Plakat schon fertig.

„Die Vorbereitungen laufen derzeit auf Sparflamme“, sagt Horst Lauerwald, Chef des Tänzelfestvereins. „In den Osterferien haben wir ohnehin erst einmal Pause, da die internen Aufgaben alle erledigt sind“. Rosi Lauerwald hat wie immer die Rollentexte geschrieben für die Eröffnung, den Kaiser-Einzug und den Empfang des Schirmherrn – dieses Jahr der Präsident der Handwerkskammer Schwaben, Hans-Peter Rauch. Die Festabzeichen zum diesjährigen Motto „800 Jahre Mühlbach“ sind fertig, die werden immer schon in den Wintermonaten erstellt. Die Plakate sind gedruckt und für das Programmheft, das üblicherweise im Laufe des Mai erscheint, werden Inserate akquiriert. Ein guter Teil der Verträge für das Lagerleben ist ebenfalls unter Dach und Fach, ebenso die Planung für die Sonderaktionen zum 60-jährigen Bestehen des Festplatzes am aktuellen Standort.

Mit den Vorbereitungen für das Tänzelfestes könne man eben nicht erst 14 Tage vor der Eröffnung anfangen, so Lauerwald. Der Verein ist damit bereits seit letzten November beschäftigt. Eigentlich lautet die Devise sogar jedes Jahr aufs Neue „nach dem Fest ist vor dem Fest“: Zum Beispiel müssen die berittenen Umzugsteilnehmer wie Kaiser, Gefolge, Tänzelfestfähnriche oder Jagddamen einige Wochen lang Reitstunden bekommen. Die Pferde dafür sind organisiert und entsprechende Versicherungen abgeschlossen worden.

„Aber das sind Kleinigkeiten“, meint der Tänzelfestchef. „Die Inserenten kriegen dann halt zum Beispiel keine Rechnung, sollte das Programmheft schließlich doch nicht gedruckt werden. Ganz schwierig ist es jedoch für die Festwirte und die Schausteller. Für die ist alles noch komplett in der Schwebe.“ Er tröstet sich jedoch vorläufig damit, dass seines Wissens bisher noch keines der zahlreichen anderen schwäbisch-bayerischen Kinder- und Heimatfeste im Juli abgesagt ist.

Warten auf Entscheidung von oben

„Eine komplette Absage des Tänzelfestes kann der Verein ohnehin nicht alleine entscheiden, das kann nur die Staatsregierung anordnen“, so Lauerwald. „Allenfalls noch der OB und das Gesundheitsamt. Schließlich geht es für den Verein auch um viel Geld. Allein die laufenden Kosten betragen etwa 150.000 Euro im Jahr. Der größte Posten sind die Personalkosten mit rund 85.000 Euro für den Unterhalt von Tänzelfestkapelle und Trommlerkorps einschließlich ihrer beiden Dirigenten, für das Sekretariat und für die Schneiderei.“

Daher will auch der Tänzelfestverein erst einmal abwarten bis zum 19. April, dem derzeit offiziellen Ende der Ausgangseinschränkungen, bevor unwiderruflich entschieden wird, wie man weiter vorgeht.

Vorläufige Planung

Tänzelfest: 9. bis 20. Juli 2020.

Tänzelfestverein Jahresversammlung: 7. Mai 2020.

von Ingrid Zasche

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