Hoffnung für 2015 : Kreistag will Delegation nach München entsenden

Kommt die Ortsumfahrung doch?

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Ob die Ortsumfahrung Bertoldshofen kommt, steht immer noch in den Sternen. Der Kreistag will jedenfalls nicht nachlassen, Planung und Bau des Projekts voranzutreiben.

Marktoberdorf – Schier endlos schlängeln sich die Fahrzeugkolonnen durch Bertoldshofen. Es ist der Ortsteil von Marktoberdorf, der zwar über die Anschlussstelle zweier Bundesstraßen (B472/ B16) mitten im Ort verfügt, jedoch nicht über Fußgängerampeln oder Zebrastreifen.

Ein unzumutbarer Zustand, wie Lokalpolitiker schon seit längerem befinden, und daher zwei Resolutionen mit der Forderung nach einer Ortsumfahrung auf den Weg brachten (wir berichteten). Nun sind die ersten Antwortschreiben auf die nachdrücklichen Forderungen der Stadt-, Kreis- und Landespolitiker eingegangen. Im Kreistag wurde daher diskutiert, wie der Druck auf Landesebene weiter erhöht werden könne. 

Marktoberdorfs Stadtoberhaupt Dr. Wolfgang Hell, Landrätin Maria Rita Zinnecker und der SPD-Abgeordnete im Landtag, Dr. Paul Wengert, hatten vom bayerischen Innenminister Joachim Herrmann die Auskunft vorliegen, dass es aktuell keine Finanzierungsperspektive für den anstehenden zweiten Bauabschnitt der Ortsumfahrung gebe. Dies hatte die SPD-Fraktion im Kreistag veranlasst, eine zweite Resolution an die bayerische Staatsregierung zu beantragen, in der gefordert werde, endlich vollziehbares Baurecht zu schaffen und den Ausbau von B472/B16 voranzutreiben. 

"Nicht akzeptabel" 

Tatsächlich hatten die verschiedenen Schreiben des Ministers und seines Ministeriums an die lokalen Vertreter für unterschiedliche Interpretationen und Reaktionen gesorgt. Während Landtagsabgeordnete Angelika Schorer (CSU) nach einem Gespräch mit Herrmann vor wenigen Wochen davon sprach, dass „Bewegung in die Sache komme“, ließ Bürgermeister Hell während einer Ausschusssitzung verlauten, die Antwort des Ministers sei „nicht akzeptabel“. Auch Wengert äußerte sich mit Misstrauen gegenüber der ministeriellen Auskunft, die er als „wenig verbindlich“ ansah. 

Entscheidung 2016? 

Eine Ankündigung (die allerdings nur aus einem der zahlreich verkehrenden Schreiben hervorging) ließ dagegen Hoffnung im Kreistag aufkommen. Landtagspräsidentin Barbara Stamm hatte Wengert dahingehend informiert, dass voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2015 die Fortführung des ruhenden Klageverfahrens (Grund des momentanen Baustopps, Anm. d. Red.) beantragt werde, „damit der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in 2016 das Verfahren zur Entscheidung bringen kann. Im Fall eines positiven Urteils wäre die Ortsumfahrung Marktoberdorf/Bertoldshofen sodann eine weitere Maßnahme mit vollziehbarem Baurecht.“ Und weiter heißt es, dass das Staatliche Bauamt Kempten bereits mit den Vorbereitungen zur Baureifplanung begonnen habe. 

Solle man nun abwarten oder nicht? Diese Frage führte unter den Kreisräten zu einigen Wortwechseln. Schließlich beschloss der Kreistag eine Anhörung im bayerischen Innenministerium anzufragen und eine Abordnung aus den Landtagsabgeordneten Schorer und Wengert, Landrätin Zinnecker, den Bürgermeistern Hell und Wolfgang Eurisch (Biessenhofen) sowie dem Leiter des Staatlichen Bauamts, Bruno Fischle, zu entsenden. 

Der Antrag der SPD nach einer zweiten Resolution wurde zwar abgelehnt, die „inhaltlichen Forderungen würden aber durchaus im Gepäck mit nach München reisen“, so die Landrätin. von Angelika Hirschberg

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