Neubau wird mit 22,5 Millionen Euro beziffert

Stadtrat gibt grünes Licht

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Das reduzierte und zurückhaltende Farbkonzept lenkt den Blick der Zuschauer im neuen Eisstadion auf das Wesentliche – das Geschehen auf dem Eis.

Kaufbeuren – Der Vorentwurf für die Planungen zum neuen Eisstadion steht. Der Stadtrat segnete am Dienstag die Empfehlungen des Bauausschusses mit 29 zu acht Stimmen ab. Damit sollen sich die Kosten mit derzeit rund 22,5 Millionen Euro noch im veranschlagten Rahmen befinden.

Die Planer arbeiten nun ein konkretes Konzept aus, das die Kosten genauer umreißen soll und noch im November vom Stadtrat verabschiedet werden könnte. 

Bauchschmerzen bereitete Ralf Baur (SPD) die mit Ammoniak betriebene Anlage. Die chemische Substanz, die die Eisfläche von unten, indem sie durch Rohre geführt wird, kühlen wird, sei „nicht unproblematisch”. Dirk Hartisch vom Ingenieurbüro für Haustechnik Möller und Meyer aus Gotha beschwichtigte Baurs Bedenken dahingehend, dass die Sicherheitsvorschriften „überall dieselben” seien. 

Über den Ernstfall werde immer nachgedacht, doch Stadtbrandrat Thomas Vogt könne sich beim alten Eisstadion, dessen Eisfläche ebenfalls mit Ammoniak gekühlt wird, an keinen Austritt erinnern. Oberbürgermeister Stefan Bosse fügte hinzu, dass die neue „im Prinzip die gleiche Anlage wie bisher” sei, nur moderner. Die Gefahrensituation sei die gleiche. 

Richard Drexl von den Freien Wählern brachte noch Anträge vor, die vom Bauausschuss abgelehnt worden waren. Er schlug vor, einen Trockenboden (373.000 Euro) in die Planungen aufzunehmen, allerdings ohne Lagerräume, was in der Abstimmung allerdings mehrheitlich abgelehnt wurde. Bosse erklärte hierzu, dass es kaum Zeitfenster für Veranstaltungen geben werde, wo ein Trockenboden gebraucht würde, daher solle man warten, bis gegebenenfalls eine zweite Eisfläche gebaut würde, auf die man dann ausweichen könne. 

Auch Drexls weiteren Anträgen bezüglich LED-Beleuchtung (47.000 Euro) in Umkleide- und Technikräumen Toiletten und im Tribünenumgang, bezüglich Urinalen mit Sensorsteuerung (16.000 Euro) und Zusatzmaßnahmen für den BOS-Funk (97.500 Euro) stimmte der Stadtrat nicht zu. Zu letzterem Punkt bemerkte der OB, dass man während der Bauarbeiten prüfen werde, inwieweit innerhalb des Stadions BOS-Funk empfangen werden kann und gegebenenfalls dann gehandelt werden könne. 

Somit wird das neue Stadion aus Kostengründen ohne viele Optionen im Wesentlichen auf eine „Basisversion” beschränkt bleiben (siehe Zahlen und Fakten). Verabschiedet der Stadtrat Ende November den Entwurfsplan, könnte Anfang April 2016 eine Baugenehmigung erteilt werden. Die ersten Bagger könnten dann bereits im Mai 2016 anrollen und das Stadion im besten Fall Ende September 2017 in Betrieb genommen werden.

von Martina Staudinger

Zahlen und Fakten:

Gesamtkosten (inklusive bewilligter Zusatzoptionen): 22,5 Millionen Euro (Preisvariabilität plus/minus 20 Prozent) 

Basisausstattung: Kubischer Baukörper, 80x60 Meter, mit umlaufender Industrieverglasung, die bei Dunkelheit beleuchtet an einen Eisblock erinnert, 1106 Zuschauersitzplätze und 1949 Stehplätze auf der Tribüne und im Umgang, zusätzlich 35 Rollstuhlfahrerplätze, reduziertes Farb- konzept mit Sichtbetonwänden und -decken, dunkle Bodenbeläge, weiße Stühle 

Bewilligte Zusatzoptionen: Zusätzliche Betonbeschichtung auf der Tribüne und im Regieraum (Mehrkosten: rund 56.000 Euro brutto), Ausführung der Feuerwehrumfahrt als Asphaltfahrbahn (Mehrkosten: rund 37.000 Euro brutto), Ausführung Ammoniak-Direktverdampfungsanlage (Mehrkosten: rund 155.000 Euro), Videoüberwachung (Mehrkosten: rund 24.000 Euro brutto), Frischwassersystem (Mehrkosten: rund 18.000 Euro brutto), Vordach über dem Vorplatz (Planungsauftrag wird erteilt), Vorrüstung für „Discobeleuchtung” für öffentliches Eislaufen (Mehrkosten: rund 29.000 Euro brutto)

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