Am 1. Juli ist Startschuss

Vorfreude auf den Kino-Re-Start wächst

Corona Kinoplex Kaufbeuren
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Spätestens am 1. Juli sind Cineasten und Kinoliebhaber wieder im Corona Kinoplex willkommen.

Kaufbeuren – Cineasten und Kinoliebhaber können sich freuen. Zum 1. Juli flimmern wieder Filme über die Leinwand. Auch das Corona Kinoplex Kaufbeu­ren steht dann wieder parat. Doch bis es in einem Monat so weit ist, haben Kinochef Günter Sobeck und sein Team noch alle Hände voll zu tun.

Noch hängen alte Filmplakate in den Schaufenstern, der Bereich der Cinebar ist aufgestuhlt und die große Popcorntheke ist völlig leergeräumt. Selbst der große Parkplatz ist verwaist. Zwei Absperrbänder im Bereich der Zufahrten zeigen noch die unbändige Stille im und ums Kino herum. Wenn in rund vier Wochen das Corona Kinoplex wieder seinen Re-Start erlebt, war das größte Kino in der Region acht Monate zwangsweise geschlossen. „Mein Bauchgefühl sagt mir: die Leute werden wieder kommen“, so Sobeck. In einem Online-Meeting mit dem Hauptverband deutscher Filmtheater sprachen sich die meisten Betreiber für einen Start Anfang Juli aus. „Wir brauchen mindestens vier Wochen, um unser Kino wieder startklar zu machen“, so der Unternehmer. Zwar dürfen seit kurzem wieder Lichtspielhäuser Besucher unter strengen Hygienevorschriften empfangen, doch neue Filme stehen nicht nur Verfügung. Viele greifen auf Arthouse-Filme zurück. „Das ist wirtschaftlich unrentabel“, wäre selbst für Sobeck der Aufwand viel zu groß. „Wir haben schon im vergangenen Jahr, als wir wieder kurz öffnen durften, jeden Monat draufgezahlt.“

Corona Kinoplex-Inhaber Günter Sobeck im neu gestalteten Kinosaal 7. Zusammen mit seinem Team freut er sich auf den Re-Start am 1. Juli.

Allein die wohlwollenden Worte in den Sozialen Medien stimmen ihn und sein Team zuversichtlich. Doch müsse bis zum erneuten Beginn auch das Verbot der Maskenpflicht am Platz gelockert werden. Wirtschaftlich gesehen ist der Verkauf von Speisen und Getränken enorm wichtig. Im Bereich der Kasse, im Foyer und der Popcorntheke können auch im Corona Kinoplex problemlos die Abstandregeln eingehalten werden. Doch in den Kinosälen geht dies zu weit, bemängeln auch die Kino- und Verleihverbände in einer gemeinsamen Pressemitteilung. „Wenn immer ein Sitz frei bleibt, könnte ich damit leben“, verweist Sobeck auf die Lüftungsanlage. Künftig wird permanent Frischluft in die einzelnen Säle zugeführt. „Eine Studie hat ergeben, dass in deutschen Kinos kein einziger Corona-Fall aufgetreten ist.“ In den vergangenen Monaten hat der 71-jährige Unternehmer wieder viel investiert.

Alle Sitze in den Sälen eins bis fünf wurden gereinigt. Das Kino sieben ist komplett im neuen Design, während die Säle acht und neun neue Stuhlreihen bekommen. Sobeck wartet noch auf eine finanzielle Unterstützung seitens der Filmförderungsanstalt. „Ich bin überzeugt, das Publikum wird es uns danken. Unser Kino steht topp da.“ Während aufgrund der Corona-Pandemie in vielen Bereichen die Preise zum Teil drastisch angehoben wurden, bleiben der Eintrittspreis unverändert. Obwohl im Einkauf Popcorn und Getränke teilweise um bis zu 20 Prozent angehoben wurden, sei es eine spontane Entscheidung gewesen, nicht zu erhöhen. Es gibt weiterhin in vielen Bereichen Ermäßigungen. „Das Publikum kann doch nichts dafür, dass es das Coronavirus gibt.“

Neue Streifen sollen locken

In den vergangenen Monaten profitierten besonders die Strea­ming-Dienste von der Schließung der Kinos. Zugesagte Filme wie „Der Prinz aus Zamunda II“ oder „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ laufen noch immer im Netz. „Das tut uns schon weh. Der Film von Bully Herbig wäre mit Sicherheit gut bei uns gelaufen“, so Sobeck.

Trotz der Konkurrenz von Amazon und Netflix bleiben Ambiente und Flair im Kino einmalig. „Meine große Hoffnung ist, dass sich die Menschen wieder für das Kino begeistern können und vor allem das Gemeinschaftserlebnis wertschätzen. Zusammen mit Freunden oder der Familie einen Film anschauen, macht doch gerade im Kino viel mehr Spaß“, findet Sobeck. Ab dem 1. Juli gibt es mit „Fast & Furious 9“ einen Sommerblockbuster zu sehen. „Wir werden den Streifen in zwei Kinos spielen, damit wir keinen wegschicken müssen“, freut sich der Kinochef auch auf das „Kaiserschmarrndrama“. Für ihn sei es bereits jetzt eine „gmahde Wiesn“. „Der Film wird funktionieren“, ist er überzeugt.

Stefan Günter

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