Öffentliche Mitgliederversammlung des Vereins "Freunde des Fünfknopfturms"

Ein Herzensanliegen

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Winterlicher Blick auf den Fünfknopfturm vom historischen Sitzungssaal im Rathaus gesehen.

Kaufbeuren – Mitte November 2014 wurde der Verein „Freunde des Fünfknopfturms“ gegründet. Jetzt hat der Verein seine erste öffentliche Mitgliederversammlung im Hotel „Goldener Hirsch“ abgehalten.

Bei dieser stellten die Vorstandsmitglieder – die beiden Vorsitzenden Klaus Müller und Ulrich Kraus, Schatzmeister Winfried Nusser und Schriftführer Manfred Bradel – sich und die Ziele des Vereins vor. 

Für ihr Vorhaben, das 1420 erbaute, 33 Meter hohe Kaufbeurer Wahrzeichen zu sanieren, zu erhalten und künftig – ergänzt mit museumspädagogischen Informationen – der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, haben die vier Vorstände eine Reihe von passenden Fachleuten als Beisitzer ins Boot geholt: Für das Bildarchiv Peter Ernszt vom Arbeitskreis Fotografie, für die interne Koordi- nation Nachtwächter-Stadtführer Anton Heider, für geschichtliche Recherchen Werner Weirich vom Heimatverein, für Informationen über das Wohnen im Turm die ehemalige Bewohnerin Heidi Kunstmann, für bauliche Maßnahmen Architekt Wendelin Burkhardt, für Führungen und Öffentlichkeitsarbeit Rainer Hesse vom Stadtmarketing und als Vertreter der Stadt OB Stefan Bosse. 

Jedes Vorstandsmitglied sprach kurz über seine ganz persönliche Beziehung zum Fünfknopfturm. Während Heidi Kunstmann zum Beispiel von den Einschränkungen berichtete, die das Bewohnen eines denkmalgeschützten Wahrzeichens mit sich bringt, präsentierte Wendelin Burkhardt Bau- pläne von 1932, die wunderbarerweise nicht dem Rathausbrand von 1960 zum Opfer gefallen waren. 

Werner Weirich referierte über die mehr als 600-jährige Geschichte des Turms und Stadtführer Anton Heider gab eine Stadtführer-Anekdote aus der jüngeren Geschichte zum Besten. OB Bosse schließlich will das Projekt unbedingt auch seitens der Stadt unterstützen und betonte einmal mehr, dass der Stadionbau kein Hinderungsgrund für die Förderung anderer städtischer Vorhaben sein werde. Zumal, wenn ein solches Vorhaben nicht nur ein Herzensanliegen für die Kaufbeurer ist, sondern auch eine attraktive touristische Bereicherung. 

In den zwei Monaten seit der Gründung wurde bereits viel geschafft: Die Anzahl der Mitglieder ist von ursprünglich zehn auf inzwischen 30 angewachsen, der Kontostand ist im Plus, die Gemeinnützigkeit ist erteilt, erste Spenden sind eingegangen, die Ergründung der erforderlichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen auch in sicherheitstechnischer Hinsicht hat begonnen. 

„Und“, teilte Vorstand Müller befriedigt mit, „die Finanzgespräche mit der Stadt sind bisher sehr positiv verlaufen.“ Allerdings, so fasste Rainer Hesse zusammen, seien zwei Dinge klar: „1. wir brauchen (viel) Geld. 2. wir brauchen Zeit.“ Daher sei „ein Zeitplan noch nicht verkündbar“. 

Die baulichen Notwendigkeiten stehen derzeit noch nicht fest. Erst, wenn die Auflagen vom Denkmalamt und für den Brandschutz vorliegen, ist endgültig abschätzbar, mit welchen Kosten das Projekt verbunden sein wird. Zunächst einmal sind alle Kaufbeurer aufgerufen, sich aktiv zu ihrem Wahrzeichen zu bekennen und sich als „Freunde des Fünfknopfturms“ einzutragen. Mitgliedsanträge gibt es im Stadtmarketingbüro und auf der Webseite des Vereins. Dort wird auch der Planungsfortschritt verfolgbar sein.

 von Ingrid Zasche

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