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Fassung beleuchtet andere Blickwinkel – Erstmals mit Orchester – Hornung als Jesus

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Von: Johannes Jais

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Benedikt Hornung als Jesus und privat, Passion Waal
Wie schon 2015, auch nächstes Jahr wieder Hauptdarsteller: Benedikt Hornung übernimmt 2023 in der Passion die Rolle des Jesus. © jj

Waal – 190 Schauspieler, Musiker und Helfer – so viele wie noch nie – wirken mit, wenn von Mai bis Anfang Oktober 2023 die Passionsspiele in Waal stattfinden. Das meiste ist neu in der Fassung, die Spielleiter Florian Werner (Landsberg) geschrieben hat. Die Hauptrolle jedoch bleibt beim „Alten“: Benedikt Hornung (37) gibt den Jesus. Schon bei der letzten Passion 2015 war er der Hauptdarsteller.

Nach einem Anruf des Spielleiters habe er sofort zugesagt, erzählte Benedikt Hornung bei einem Pressegespräch im Passionsspielhaus. Er freut sich schon auf die 20 Aufführungen der neuen Passion. Schon die Spielzeit 2015 sei für ihn eine „schöne und bereichernde Erfahrung“ gewesen.

An Jesus findet Hornung, der von Beruf Erlebnispädagoge ist und viel mit Schulklassen und Kindern arbeitet, viele Facetten faszinierend. Er sei geliebt und er sei gehasst worden. Er habe sich um Arme und Kranke gekümmert; er habe zudem kein Blatt vor den Mund genommen und die Händler aus dem Tempel geschmissen.

Die 190 Ehrenamtlichen, die bei der Passion 2023 zum 400-jährigen Jubiläum dabei sind, kommen aus Waal und den umliegenden Orten. Manche kommen bis aus Kauf-

beuren, Fuchstal und Kaufering, wie der Vorsitzende der Passionsspielgemeinschaft, Michael Daigeler, gegenüber Pressevertretern im Passionsspielhaus erwähnte.

Sänger und Musiker

Knapp die Hälfte der Mitwirkenden sind diesmal im Chor und Orchester. Erstmals werden Streicher und Bläser hinzugenommen. Musikalischer Leiter ist Dietmar Ledel. Der 53-Jährige ist Lehrer an der Förderberufsschule in Holzhausen sowie Organist und Leiter der Kirchenchöre in Waalhaupten und Waal. Ledel ist gelernter Dirigent und spielt die Oboe.

Auch er hatte schon tragende Rollen auf der Bühne in Waal. Zweimal war er in der Passion nach schwäbischer Mundart der Gailmund (der Böse). Bekannt wurde er 2012 als Franziskus und 2018 als Boindlkramer beim „Brandner Kaspar 2018“. Diesmal wechselt er von der Bühne ans Dirigentenpult.

In der neuen Fassung der Passion möchte Ledel – passend zur 400-jährigen Jubiläum des Gelübdes in Waal – alte und neue Musik verbinden. Die Stücke sind aus vier Jahrhunderten. Dabei wird der Bogen gespannt von alter Klostermusik über das „Kyrie“ von Johann Baptist Hilber, wenn Jesus am Ölberg um Erbarmen fleht, bis hin zu Abendmahlsgesängen des Kaufbeurer Musikers Ludwig Hahn und zu neuem geistlichen Liedgut von Pater Norbert Decker. Der 58-köpfige Chor hat bereits im Juli die Proben aufgenommen. Im Dezember stößt das Orchester dazu.

Wenig Umbauten

Der stellvertretende Spielleiter Andreas Gerhardt beschrieb es so, dass der zweite Teil der gut dreistündigen Waaler Passion „von Gesprächen und viel Musik“ getragen werde. Die Besucher erwarte eine Reihe an „kommentierenden Szenen“ aus dem Mund mehrerer Menschen, die Jesus‘ Reden und Handeln bewerten. Auf große Umbauten werde im Spiel verzichtet.

Gespielt wird in drei Blöcken immer am Samstag um 18 Uhr und am Sonntag um 13.30 Uhr. Premiere ist am Samstag, 6. Mai. Bürgermeister Robert Protschka („Für viele Menschen in Waal ist das Passionsspielhaus ein Stück Heimat“) wünschte den Verantwortlichen schon mal erfolgreiches Gelingen. Weitere Informationen finden sich online unter www.passion-waal.de.

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