Kür der Bürgermeisterkandidaten sorgt für Unmut bei Mauerstettenern

Unruhe im Dorf

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Kritische Anmerkungen: Kandidatin Karoline Waldner wollte „eine saubere Wahl“.

Mauerstetten – Die drei Wählergruppen der Gemeinde Mauerstetten haben ihre Kandidaten für Bürgermeisteramt und Gemeinderat gekürt. Doch zwischen zwei Wahlgängen waren in der Bevölkerung Fragen zum Wahlmodus aufgetaucht: Eine teilweise mehrfache Stimmabgabe war zwar legal, hat aber einen schalen Nachgeschmack.

Mit den Nominierungsveranstaltungen in Frankenried und Steinholz ist für die jeweilige Wählergruppe die Kandidatenkür für die Kommunalwahl 2014 zunächst wohl abgeschlossen. In Frankenried setzte sich der amtierende Bürgermeister Armin Holderried mit 82 zu 69 Stimmen und in Steinholz mit 187 zu 65 Stimmen gegen Karoline Waldner durch. Damit gibt es auf jeden Fall zwei Kandidaten bei der Wahl 2014, da sich Waldner in Mauerstetten mit 209 zu 111 Stimmen behauptet hatte. Doch in den Reihen der Bürger gab es nach der Veranstaltung in der vergangenen Woche (wir berichteten) in Mauerstetten nicht nur Fragen, sondern auch Unverständnis über den Wahlverlauf. Die beiden Kandidaten äußerten sich zu den Vorgängen jedoch gegensätzlich. 

Wiederum war die Turnhalle im Sonnenhof am Mittwochabend mit nahezu 400 Besuchern gefüllt. Wie zuvor in Mauerstetten und am Vortag in Frankenried hatten sich die beiden Kandidaten mit ihrer Vita und ihren Zielen vorgestellt. Waldner hatte in Ihrer Vorstellung unter anderem ergänzend geäußert, dass die Vorgänge nach der Wahl in der letzten Woche und bei der Nominierung in Frankenried am Vortag „nicht meinem Demokratieverständnis entsprechen“. Sie beendete ihre Ansprache mit den Worten: „Ich danke allen, die mich nur einmal gewählt haben.“ 

Bei der Veranstaltung für die „Unparteiliche Wählergruppe Mauerstetten-Hausen“ war nach den Worten Waldners von Wahlleiter Josef Häusler gesagt worden, dass jeder Wähler nur eine Stimme habe. Häusler selbst dementiert dies: „Ich habe gesagt, jeder soll nur einmal wählen.“ Da es bisher nie eine derartige Situation mit zwei Kandidaten gegeben habe, sei die im kommunalen Wahlrecht verankerte Möglichkeit für eine mehrmalige Stimmabgabe zum Tragen gekommen. Dies wurde dann bei der Wahl in Frankenried durch Wahlleiter Norbert Wiedemann zwar bekannt gegeben, jedoch auch darauf hingewiesen, seine Stimme nur einmal abzugeben. Waldner sagte dem Kreisboten: „Ich habe meine Unterstützer aufgefordert, keine zweite Stimme für mich abzugeben, sondern wollte, dass sauber gewählt wird.“ 

Bürgermeister Armin Holderried bestätigte auf Nachfrage gegenüber dem Kreisboten, dass es nach der Wahl in Mauerstetten Fragen zur „mehrfachen Stimmabgabe“ gegeben hätte, die er als Bürgermeister beantwortet habe. „Aber ich habe niemand motiviert, mehrfach abzustimmen. Es ist nicht mein Stil, sich auf ein derartiges Niveau herabzulassen und eine Gesetzeslage zur Manipulation zu nutzen“, so Holderried. 

Aufforderung zur Stimmabgabe 

In einer E-Mail, die auch demKreisboten vorliegt, hatte Armin Holderried jedoch in seiner Funktion als Bürgermeister am vergangenen Sonntag eine Information an einen von ihm definierten Personenkreis verschickt. 

Darin waren nicht nur in sehr detaillierter Form seine Vita und seine Verdienste aufgeführt. Unter anderem hatte er ausdrücklich zu der am Mittwoch im Sonnenhof stattfindenden Versammlung der „Freien parteilosen Wählergruppe Steinholz“ eingeladen. Darin heißt es wörtlich: „Auch ich als Amtsinhaber muss zwingend nominiert werden und bin nicht automatisch auf dem Stimmzettel im März.“ Und an anderer Stelle: „Ich setze meine Kräfte jetzt auf die Nominierungsversammlung für die Steinholzer Liste am kommenden Mittwoch um 20 Uhr im Sonnenhof und bitte Sie, dorthin zu kommen und noch weitere Personen mitzubringen. Jeder Wahlberechtigte darf abstimmen, egal in welchem Ortsteil er wohnt. Es ist auch unerheblich, ob er schon bei der Versammlung für Mauerstetten oder Frankenried mit abgestimmt hat, man darf auch mehrfach abstimmen, das ist rechtlich geklärt!“ von Wolfgang Becker

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