Wahlkampfauftakt: Zehn Punkte für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung

Freie Wähler stellen Leitlinien vor

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Auftakt zur Kommunalwahl bei den Freien Wählern: Daniela Singer (von links), Bernhard Pohl, Ingrid Zasche, Volker Kollmeder, Ottmar Maier und Wolfgang Müller.

Kaufbeuren – Aus der Wahl noch stärker hervorgehen und eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung unterstützen: Das sind die Ziele der Freien Wähler in Kaufbeuren für Zukunft. Bei der Wahl-Auftaktveranstaltung umrissen der Vorsitzende Bernhard Pohl und seine Mitstreiter die aktuelle Lage der Stadt und stellten ihre Pläne vor.

Mit Abstand die meisten Anträge hätten die Freien Wähler (FW) in der vergangenen Legislaturperiode im Stadtrat gestellt und auch entsprechende Ideen in die Stadtpolitik eingebracht. So sei in all den Jahren nicht gemeckert, sondern gearbeitet worden, resümierte der Vorsitzende der Freien Wähler Kaufbeuren, Bernhard Pohl, auf der Wahl-Auftaktveranstaltung vergangene Woche in Neugablonz. Bei dieser Gelegenheit wurden die Leitlinien für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung präsentiert, die zehn Kernthemen umfasst. 

Mit einem eigenen OB-Kandidaten wollte man nicht in den Wahlkampf gehen, da die Zusammenarbeit im Stadtrat immer „recht gut gepasst“ habe. Ziel müsse es sein, aus der Wahl noch stärker als bisher hervorzutreten. „Wir sind motiviert und haben gute Kandidaten“, so Pohl in seiner Begrüßungsrede. 

Stadtentwicklung 

Abschließend hatten die anwesenden Kandidaten der Stadtratswahl Gelegenheit ihre Ideen und Meinungen den Anwesenden vorzustellen. Hans Wiedemann (51 Jahre, Produkt-Manager) und Dr. Stefan Leuninger (49 Jahre, Marktforscher) nahmen sich in erster Linie dem Thema „Stadtentwicklung“ an und betonten übereinstimmend, dass man ein Konzept brauche, um neuen Schwung zu bekommen, denn die Altstadt sei nahezu „ausgeblutet“. Man benötige dringend entsprechende Arbeitsplätze, eine gut ausgebildete, flexible Bevölkerung sei vorhanden. Diese Stärken würden aber leider viel zu wenig herausgestellt. Es fehle außerdem ein entsprechendes Konzept und ein erarbeitetes Ziel, wie sich die Stadt künftig entwickeln wolle. 

Das Forettle in Anbindung mit dem Bahnhof wäre eine große Chance. Dabei denke man aber in erster Linie nicht an die Ansiedlung eines Fachmarktzentrums, da es in der Kaufbeurer Innenstadt keineswegs an attraktiven Angeboten fehle – vielmehr sollte dieser Bereich zur Wohnbebauung herangezogen werden, wobei eine Gewerbe-Mit-Ansiedlung nicht ausgeschlossen sein sollte. Hauptziel müsse es sein, möglichst viele Menschen zusätzlich altstadtnah anzusiedeln. Es fehle dort nämlich nicht an Angebotsvielfalt, sondern an der Kundenfrequenz. 

Vereine und mehr 

Felix Martin, mit 18 Jahren jüngster Kandidat, bemängelte, dass für die sporttreibenden Vereine sehr wenig getan werde und die Stadt nur ungenügend auf die Bedürfnisse der Vereine eingehe. Es sei ein Unding, wenn eine Turnhalle während der Schulferien abgesperrt bleibe, weil der Hausmeister im Urlaub sei und Handballmannschaften deshalb erst knapp 14 Tage vor Beginn der Punktspielrunde einen geordneten Trainingsbetrieb aufnehmen können. 

Volker Kollmeder (45 Jahre, Stadtrat und Reiseverkehrskaufmann) sowie Alexander Folter (25 Jahre, Student) kamen in ihren Ausführungen auf das Thema „Eisstadion oder Mehrzweckhalle“ zu sprechen, wobei die Tendenz eindeutig zur „Mehrzweckhalle“ hin deutete. Dies führte zu einer längeren und lebhaften Diskussion, wobei sich immer wieder die Kostenfrage und die Nutzungsmöglichkeiten aufdrängten. Pohl schaltete sich hier ein und erklärte, dass andere Vereine diese Probleme auch gehabt und diese geschafft hätten. Der ESVK sei viel zu bekannt, um einfach „das Licht auszuschalten“. „Bis zum Bürgerentscheid im kommenden Herbst muss noch viel getan werden“, so Pohl. Dazu gehöre ein vorliegendes Konzept und nicht nur Visionen sowie verlässliche Zahlen. 

Sichere Stadt 

Karl Eichinger (50 Jahre, Polizeibeamter) ging in seinen Ausführungen auf die „Sichere Stadt“ ein und erklärte, dass Kaufbeuren statistisch gesehen zwar zu den sichersten Städten Bayerns gehöre, aber die subjektive Wahrnehmung vieler Bürger ganz anders sei. Bei der Gewalt gegen Polizeibeamte nehme Kaufbeuren bayernweit sogar einen Spitzenplatz ein. Hier müsse Abhilfe geschaffen werden, durch eine bessere Ausstattung der Beamten, sowie Videoüberwachung an Brennpunkten und nicht zuletzt ein schon lange gefordertes neues Polizeigebäude. Verkehr Auch der Punkt „Intelligente Verkehrsführung“ wurde diskutiert. So gab es ein Für und Wider hinsichtlich Parkflächen in der Innenstadt. 

Ottmar Maier (63 Jahre, Stadtrat und Kaufmann) begrüßte die ausgewiesenen Kurzzeitparkplätze. Diese seien für den Einzelhandel existenziell wichtig. Man könne auf „Autokunden“ nicht verzichten, die schnell mal in die Stadt wollen, um unproblematisch ihre Besorgungen zu erledigen. Auch hinsichtlich einer zweiten Verbindungsstraße nach Neugablonz gab es zahlreiche Wortmeldungen und Diskussionen wie diese von der Hüttenstraße zur Buronstraße verlaufen könnte und welche zusätzliche Entlastung dies für die Sudetenstraße bringen könnte. von Klaus-Dieter Körber

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