Nachnominierung von Frank Helmer zum Kreistagskandidaten der FW

Wahlkampfauftakt bei den Freien Wählern

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Landrat Johann Fleschhut im Gespräch mit den „Heiligen Königen“ aus Apfeltrang.

Apfeltrang/Ostallgäu – Die Freien Wähler im Ostallgäu starteten jetzt selbstbewusst in den Wahlkampf zur Kommunalwahl im März. Frank Helmer rückt als Kreistagskandidat auf den Listenplatz des tragischerweise plötzlich verstorbenen Peter Köpf nach.

Reimend und augenzwinkernd stimmte Mundartautorin Johanna Hofbauer die Freien Wähler im Ostallgäu auf die anstehenden Kommunalwahlen ein. „Breit aufgestellt“ gingen sie gemeinsam in diesen Wahlkampf, dichtete die Unterthingauerin und konnte sich dabei einen Seitenblick auf den Kreisvorsitzenden Herbert Heisler nicht verkneifen. Traditionell zu Dreikönig hatten sich die Freien Wähler im Ostallgäu zur Vorstellung ihrer Kandidaten für den Kreistag in Apfeltrang zusammengefunden. Ein Wahlkampfauftakt sollte es sein – zunächst machte aber ein trauriger Anlass, der plötzliche Tod von Vorstandsmitglied Peter Köpf nämlich, die Nachnominierung von Frank Helmer als Kreistagskandidat vonnöten. Der Schwangauer Helmer wurde mit 32 von 33 Stimmen in die Liste aufgenommen. 

Landrat Johann Fleschhut stellte dann in seiner Auftaktrede fest, er bewerbe sich mit „ungeschmälerter Motivation“ um eine dritte Amtszeit. Er appellierte an die Runde der Freien Wähler, als Multiplikatoren für die Kontinuität einer bewährten Kreispolitik zu werben. „Das Ostallgäu steht sehr gut da“ sagte Fleschhut. Nun gelte es die Attraktivität des Landkreises für alle Bevölkerungsschichten, Junge und Senioren, Arbeitgeber und Fachkräfte, Touristen und Gastgeber zu bewahren. Die Arbeit daran sei im vollen Gange, so der Landrat und nannte Aktionspläne im Bereich Klimaschutz, Mobilität und Bildung, die in den letzten Jahren initiiert und angegangen worden seien. So beispielsweise der Neubau des Gymnasiums Buchloe als ein bildungspolitischer Meilenstein, die energetische Sanierung kreiseigener Gebäude, die Umsetzung von Windkraftvorhaben trotz „Verwirrungen“ aus München, der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs oder die Gestaltung der UN-Behindertenkonvention auf Kreisebene. Menschen von außen für das Ostallgäu zu gewinnen, sei eine Herausforderung für den ländlichen Raum, und er verwies auf den Fachkräftemangel der Wirtschaft und das zurückgehende Engagement in den Vereinen. „Hier müssen wir die Rahmenbedingungen weiter verbessern, um unsere Region für den Zuzug zu stärken“, erklärte Fleschhut. 

Dass die Wahrung der Ostallgäuer Landschaft – des „schönsten aller Landkreise“ wie es im Wahlslogan heißt – auch ein Privileg bedeute, stellte Fleschhut mit der Forderung nach einem maßvollen Flächenverbrauch klar. Mit dem Grünen Zentrum, für das der Landkreis in den nächsten Jahren rund acht Millionen Euro bereitstellt, solle außerdem ein Signal für die Wertschätzung der Landwirtschaft geschaffen werden. Mit dem Bau des landwirtschaftlichen Dienstleistungszentrums soll bereits in diesem Jahr begonnen werden. Insgesamt stimmte der Landrat die Freien Wähler selbstbewusst und zielsicher auf die Kommunalwahl ein. Er zeigte sich zuversichtlich, vom Wähler eine „positive Quittung“ zu erhalten. Zu den Wettbewerbern um das Amt des Landrats wollte sich der 57-jährige Jurist allerdings nicht äußern, sondern abwarten, was aus den Reihen der anderen Fraktionen an Kritik und Vorschlägen geäußert werde. Zum Thema Kliniken beispielweise – dem einzigen Problem, das es laut Fleschhut im Ostallgäu tatsächlich zu bewältigen gebe. 

Hier sieht sich der Landrat als treibende Kraft, Lösungen wie das geplante Ärztezentrum in Marktoberdorf oder die Kliniknachfolge in Obergünzburg anzusteuern. „Wo sind da die Vorschläge der anderen Parteien geblieben?“, so Fleschhut, der gleichzeitig auch Kritik an den Medien übte, die sich für die „guten Nachrichten“ nicht zu interessieren schienen. Im Gespräch erklärte er: „Dass in Höchstgeschwindigkeit eine Nachnutzung des Krankenhauses Obergünzburg durch das Bezirksklinikum Schwaben erreicht wurde, ist selbst im Günztal noch nicht angekommen. Darüber schreibt keiner!“ von Angelika Hirschberg

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