Den Wald schützen

„Der Wald kann vor dem Klimawandel nicht davonlaufen. Deshalb dürfen wir nicht ewig warten, sondern müssen jetzt beginnen“, fordert Robert Berchtold, Bereichsleiter Forsten beim Amt für Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren, das neue regionale Gremium der Bergwaldoffensive auf. Dieses hat sich vergangene Woche im Landratsamt in Marktoberdorf für das Ostallgäu gegründet.

Die Bayerische Staatsregierung hat im Zuge ihres Klimaprogramms 2020 die Bergwaldoffensive zum Schutz der Bergwälder ins Leben gerufen. Nach Prognosen wird für den bayerischen Alpenraum ein Temperaturanstieg von zirka 1,8 Grad angenommen. Dies bedeutet, dass der Bergwald in Zukunft nicht mehr seine Schutzfunktionen, wie beispielsweise vor Lawinen oder Hochwasser, erfüllen kann, erläutert Berchtold den Anwesenden im Landratsamt und betont: „Für den Wald ändert sich das Klima zu schnell.“ Gerade Fichten wird es zu warm und diese „werden sich in weiten Teilen Bayerns nicht mehr wohlfühlen.“ Labile Bergwälder müssen daher dem Klimawandel angepasst und gepflegt werden. Dies soll durch die Fortführung der Schutzwaldsanierung, angepasste Schalenwildbestände nach dem Grundsatz „Wald vor Wild“, Trennung von Wald und Weiden, eine sinnvolle Besucherlenkung oder auch einer Verjüngung der Wälder bewirkt werden. Der Schutz des Bergwaldes ist „unsere Zukunftsaufgabe, der wir uns alle stellen müssen und stellen wollen“, unterstreicht Landrat Johann Fleschhut in diesem Zusammenhang. Der neue Beirat, zu dessen 1. Vorsitzendem Johann Fleschhut und zum 2. Vorsitzenden Klaus Linder gewählt wurden, will sich zehn bis elf Ostallgäuer Projektgebieten widmen. In Angriff genommen werden könnten schon heuer vier bis fünf Projekte und zwar beispielsweise Gfällwald, Edelsberg-Alpspitze, Schwanseekessel, Lobental und Bergmangalpe. Die Eigentümer bzw. die Interessengruppe der jeweiligen Wälder haben absolutes Mitspracherecht bei der Lösungsfindung und Umsetzung der Projekte. Diese werden nun informiert und sollen sich in die Projektarbeit tatkräftig mit einbringen. Ziel der Arbeit ist es, „das Klima zu schützen“, betont Fleschhut. Ende Mai plant der Beirat eine Begehung der fünf Gebiete im Ostallgäu. Um die Projekte finanzieren zu können, stellt der Freistaat aus dem Klimaprogramm 2020 bis zum Jahr 2011 zusätzlich 7,5 Millionen Euro für Privat- und Körperschaftswald zur Verfügung. Insgesamt entfällt das Geld, allerdings nicht zu gleichen Teilen, da nicht alle Teile Bayerns Bergwälder aufweisen, auf sechs Ämter für Landwirtschaft und Forsten in Bayern. Im Juli wird sich voraussichtlich das Gremium zur nächsten Besprechung treffen. Mitglieder des Gremiums 1. Vorsitzender Johann Fleschhut, Landrat, 2. Vorsitzender Klaus Linder, 1. Vorstand Waldkörperschaft Buching-Trauchtgau und 1. Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Halblechtal, Ludwig Schmid, Oberster Jagdbeirat und Vorsitzender der Jagdgenossenschaft und Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaft Ostallgäu, Peter Nasemann, Alpenverein Hohenschwangau, Dieter Frisch, Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Ostallgäu, Joseph Freuding, Geschäftsführer Landschaftspflegeverband Ostallgäu, Thomas Piusch, Bürgermeister Roßhaupten, Thomas Wanninger, Amt für Landwirtschaft und Forsten Alpwirtschaft, Bernd Engstle, Wasserwirtschaftsamt Kempten und Hermann Koch, Vorsitzender BJV Kreisgruppe Füssen und Kreisjagdverband. Beraten wird das Gremium von Klaus Lamatsch, Projektleiter der Bergwaldoffensive am Amt für Landwirtschaft und Forsten (ALF) sowie Robert Berchtold, Bereichsleiter Forsten beim ALF Kaufbeuren.

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