Viele begeisterte Besucher beim Waldbesitzertag in Kaufbeuren

Aktionstag: "Wir können Wald"

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Die Schirmherrin der Veranstaltung, MdL Angelika Schorer, bei ihrer Eröffnungsrede.

Kaufbeuren – Jedes Jahr veranstaltet die Bayerische Forstverwaltung bayernweit drei „Regionale Waldbesitzertage“. Vergangene Woche fand diese Veranstaltung für den Bezirk Schwaben in Kaufbeuren statt.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten führte den "Waldbesitzer-Tag" als Forstbesitzer-Treffen in Zusammenarbeit mit dem Cluster Forst und Holz, dem Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan und den regionalen Forstbetriebsgemeinschaften im Freigelände der Firma Dobler im Innovapark und dem angrenzenden Stadtwald durch. Dank des herrlichen Frühherbst-Wetters konnten die Organisatoren von rund 7.000 Besuchern am Ende der Veranstaltung berichten. Und so galt auch der besondere Dank von Forstdirektor Gerhard Limmer den „himmlischen Mächten“, die rechtzeitig für Sonnenschein gesorgt hatten. Sicherheitshalber hatte aber der umsichtige Forstmann – wie er erzählte – vorher auch noch ein paar Kerzen bei der Heiligen Crescentia aufgestellt. 

Während der Eröffnungsveranstaltung wies die Schirmherrin dieses Tages, Landtagsab- geordnete Angelika Schorer, darauf hin, dass Bayern innerhalb Deutschlands „das Holzland“ mit sehr viel Tradition sei und so müsse die Nachhaltigkeit und der Erhalt des Waldes stets im Vordergrund stehen. Dies bedeute natürliche Ressourcen für zukünftige Generationen mindestens in dem Umfang und der Qualität zu erhalten, wie sie jetzt bereits bestehen. 

Nachdem die Bayerische "Waldprinzessin" Stefanie Wecker alle Anwesenden willkommen geheißen hatte, lobte Bundestagsabgeordneter Stefan Stracke in seinem Grußwort die vielen Waldbesitzer für deren wertvolle Arbeit und erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Forst- und Holzwirtschaft innerhalb Bayerns die fünftstärkste Branche sei. Auch Landrätin Maria Rita Zinnecker wies in ihrer Ansprache darauf hin, dass in den zurückliegenden mehr als 100 Jahren durch intensive Hege und Pflege der Waldflächen im Allgäu viel geleistet worden sei. „Sonst wäre man heute nicht so weit, wobei die Holzwirtschaft in letzter Zeit immer mehr an Bedeutung hinzugewinnt“, so die Landrätin. Auch solle stets daran gedacht werden, dass der Wald nicht nur als Besitz, sondern auch für die Freizeit eine bedeutende Rolle spiele. 

Darüber hinaus sei Holz ein wichtiger Bestandteil in der Bauwirtschaft und als Energielieferant im Rahmen der Energiewende immer bedeu- tungsvoller. „Holz und Wald gehören zum Allgäu, nicht nur Kühe, Schloss Neuschwanstein und die Firma Fendt. Wir im Allgäu ‘können Wald’ und sind damit im positiven Sinne ‘auf dem Holzweg’ und bringen dadurch den Wald voran“, so Maria Rita Zinnecker zum Abschluss ihrer Ausführungen. Mit interessanten Zahlen konnte Forstdirektor Robert Berchtold im weiteren Verlauf aufwarten. So gebe es im Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren an die 11.000 Waldbesitzer, die insgesamt 48.500 Hektar Wald zu bewirtschaften hätten. Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse betonte, dass die Stadt sehr viel mit Wald zu tun habe, schließlich müssten an die 760 Hektar Kommunal- und Stiftungswald unterhalten werden, wobei der Waldgürtel rund um Neugablonz nicht wegzudenken sei. Großes Interesse Im anschließenden „Allgäuer Waldwirtschaftsgespräch“, mit namhaften Fachleuten aus Politik und Forstwirtschaft unter der Moderation von Christoph Scheule vom Bayerischen Rundfunk ging es in erster Linie darum, wie die Wälder von ihren Besitzern am vorteilhaftesten bewirtschaftet und dabei die natürlichen Ressourcen am besten bewahrt werden. 

Wie sich zeigte, ein höchst interessantes Thema das zahlreiche Zuhörer in den Saal lockte. In weiteren sechs Vorträgen, die sich bis in die Nachmittagsstunden erstreckten, ging es ebenfalls um hochbrisante und aktuelle The men, wie beispielsweise „Nachhaltiger Naturschutz im Wald“ – „Sicher arbeiten – gesund nach Hause kommen“ oder „Forstwirtschaft im Privatwald“. Auf dem Dreigelände und im angrenzenden Stadtwald herrschte angesichts des sonnigen Wetters reger Publikumsverkehr. Mehr als 40 Aussteller informierten zusammen mit der Bayerischen Forstverwaltung und den regionalen Forstbetriebsgemeinschaften über Neuheiten und modernste Maschinentechnik auf dem Gebiet der Wald- und Forstwirtschaft. Besonderes Interesse fanden dabei einige geradezu riesig wirkende Maschinen, wie ein Raupenharvester oder eine Forstfräse. 

Aber auch im benachbarten Waldstück fanden sich viele Besucher ein, um sowohl traditionelle als auch modernste Arbeitsweisen der Wald- und Forstwirtschaft einmal aus nächster Nähe zu beobachten. Einstimmig war vonseiten der Besucher immer wieder zu hören, dass es den Veranstaltern gelungen sei, einen wirklich informativen und vor allen Dingen aktionsreichen Tag, sowohl für Fachleute, als auch für Laien, die den Wald sonst nur als Spaziergänger erleben, organisiert zu haben. von Klaus-Dieter Körber

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