Wie geht es weiter mit Udo?

Wanderausstellung über den Urallgäuer Udo in Planung – Standort für Dauerausstellung noch gesucht

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Eine Rekonstruktion des Urallgäuers Udo steht im Eingangsbereich des Pforzener Gemeindeamts.

Pforzen – Derzeit begrüßt eine Rekonstruktion des Sensationsfundes Udo, eine Leihgabe von Josef Freuding, alle Besucher im Eingangsbereich vom Pforzener Gemeindeamt. Dabei stellt sich die berechtigte Frage: Wie soll es mit Udo nun eigentlich weiter gehen?

Geplant ist seitens der Gemeinde, eine Wanderausstellung zu entwickeln um ihr anschließend eine Dauerhafte Bleibe in Pforzen einzurichten.

Obwohl es momentan wegen der Coronakrise und den damit verbundenen Problemen und Beschränkungen, um den Urallgäuer aus der Pforzener Tongrube an der Hammerschmiede etwas ruhiger geworden ist, beschäftige man sich trotzdem recht intensiv mit ihm und wie es weitergehen soll. Das sagte Bürgermeister Herbert Hofer.

Die unter dem Titel „Udo – der erste Fußgänger“ Ende Januar diesen Jahres in den Museumsräumen von Schloss Hohentübingen eröffnete Ausstellung musste wegen Corona unterbrochen werden, soll aber, wie aus Tübingen zu erfahren war, bis Sonntag, 1. November, verlängert werden. In diesem Zusammenhang war eine ähnlich konzipierte Ausstellung im zeitigen Frühjahr auch in Pforzen und anschließend im Raum Ostallgäu geplant. 

Auf Anfrage erklärte Pforzens Bürgermeister, dass nach wie vor in einem ersten Schritt überlegt werde, in Udos Heimatgemeinde eine Art Wanderausstellung zu installieren. Sie soll zunächst in Pforzen eröffnet und nach einiger Zeit im Landratsamt Ostallgäu in Marktoberdorf sowie bei Interesse auch in weiteren Kommunen zu sehen sein. Am Ende würden dann die Exponate wieder nach Pforzen zurückkehren, um dort einen „festen“ Ausstellungsort zu bekommen. Eine dauerhafte Präsentation von Udo und weiteren in der Pforzener Tongrube gefundenen Fossilien sei das angestrebte Ziel.

Eigene Ausstellung

Basierend auf der von Professorin Madelaine Böhme – Udos Entdeckerin – aufgebauten Ausstellung in Tübingen, wolle man in enger Zusammenarbeit mit dem Team der dortigen Uni, auch in Pforzen das Ganze gestalten. Neben Informationen über Udo sollen auch Informationen zu den weiteren Ausgrabungsfunden aus der Tongrube Hammerschmiede vermittelt werden. Dabei bemühe man sich die „Pforzener Ausstellung“ vom Inhalt her etwas „breiter aufzustellen“ und dabei die Geheimnisse der Evolution in leicht verständlicher Form den Besuchern näher zu bringen. Man möchte, wie Hofer erklärte, die Ausstellung in erster Linie auf die Bedürfnisse und Erwartungen der hiesigen und der Allgäuer Besucher ausrichten.

Neben zeitgemäßen Darstellungen sei vor allem die Auswahl geeigneter Materialien wichtig. In enger Zusammenarbeit mit der Uni Tübingen solle die gesamte Präsentation mit aussagekräftigen Bildern, Videos, Schautafeln und Texten möglichst anschaulich und „lebensnah“ gestaltet werden. Dazu sind auch die entsprechenden Druckdaten der Knochen von Udo und der weiteren Funde notwendig, so Hofer. Wünschenswert wäre in diesem Zusammenhang eine Reproduktion des Urallgäuers in Originalgröße und gegebenenfalls ein Skelett mit der Hervorhebung aller gefundenen Knochenteile.

Fachmännischer Rat

Vonseiten des „Arbeitskreises Hammerschmiede“ war zu erfahren, dass man bezüglich „spannender“ Präsentation mit einem Fachmann auf diesem Gebiet Kontakt aufgenommen und um Vorschläge gebeten habe. Hier müsse zunächst einmal – so Herbert Hofer – abgewartet werden, was überhaupt machbar wäre und welche Kosten dadurch entstehen.

Bezüglich der „Finanzen“ habe das Landratsamt Ostallgäu eine Beteiligung an den Kosten in Aussicht gestellt. Aus diesem Grund ist auch der Landkreis an der Gesamtplanung und -gestaltung in Kooperation mit der Gemeinde Pforzen und dem Freistaat Bayern unter Federführung von Staatsminister Bernd Sibler (Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst) aktiv beteiligt.

Klaus-Dieter Körber

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