Landratsamt verweigert Zustimmung

Stadel des Skiclubs: Standort-Suche

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Einen Stadel für den Skiclub nahe diesen zwei Gebäuden südlich der B 472 – das muss sich der Verein abschminken. Das Landrats­amt sagt Nein.

Marktoberdorf – Bereits Schnee von gestern ist der Beschluss der Marktoberdorfer Stadträte, die mit großer Mehrheit den Antrag des Skiclubs befürwortete, der für die zwei Loipenspurgeräte einen Feldstadel errichten möchte. Aber das Landratsamt verweigert für den geplanten Standort in der Nähe des künftigen Hotels an der B472 die Zustimmung.

Sobald die Behörde dieses Vorhaben im Außenbereich genehmige, reiche ein Anlieger Klage ein, die sehr große Aussicht auf Erfolg habe. Dies musste sich Skiclub-Vorsitzender Eugen Kögel von Gudrun Hummel sagen lassen, die Abteilungsleiterin für Bauen und Umwelt am Landratsamt Ostallgäu ist.

Die langwierige Suche nach einem Standort für den knapp 50 Quadratmeter großen Stadel, wo der Pistenbulli und der kleinere Skidoo eingestellt werden können, geht also weiter. Die Verantwortlichen des Skiclubs, der 1400 Mitglieder zählt und damit der drittgrößte im Bezirk Schwaben ist, richten den Fokus dabei vor allem auf den südöstlichen Stadtrand, wo im Winter die Loipe an der Kurfürstenallee und die Loipe Richtung Rieder gespurt werden.

Bislang ist der Skidoo, der bei geringer Schneelage zum Einsatz kommt, provisorisch in einem landwirtschaftlichen Gebäude untergebracht. Das große Loipenspurgerät hingegen wird in einem Stahlcontainer eingestellt. Beides ist nur ein Provisorium. Trotz des aktuellen Rückschlags will der Skiclub die Flinte nicht ins Korn werfen. Die Standortsuche werde fortgesetzt, gibt Vorsitzender Kögel zu verstehen. Die Hoffnung sei, dass man bis zum Winter doch noch eine Lösung zum Einstellen der beiden Loipenspurgeräte finde.

Die politische Vorgeschichte

Zu dem beabsichtigten Stadelbau gibt es eine politische Vorgeschichte. Bereits im März hatten die Räte, als der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Umwelt tagte, dem Antrag des Skiclubs bereits zugestimmt. Es gab zwei Gegenstimmen, eine kam von Christian Vávra aus der Grünen-Fraktion. Sein Einwand: Es sei ein „sensibles“ Vorhaben im Außenbereich. Privilegierte Vorhaben außerhalb der Wohnbebauung träfen nur auf Landwirtschaft und Gärtnereien zu.

Nun mussten auf der Stadtratssitzung im Mai einige Bauanträge, über die bereits im März im Ausschuss entscheiden wurde, erneut behandelt werden und zur Abstimmung kommen. Denn: Vávra hatte sich an die Kommunalaufsicht im Landratsamt gewandt. Er hatte nach der Sitzung des Ausschusses Beschwerde eingereicht, weil u.a. der Antrag zum Bau des Skiclub-Stadels erst wenige Stunden vor der Sitzung am Montagabend vorgelegt wurde.

Da sei ein „gewisser roter Faden“ überschritten worden, bekundete der Grünen-Stadtrat sein Vorgehen im Stadtrat. Das Ganze erst am Montagnachmittag durch Publizierung im Ratssystem der Stadt „scharfzuschalten“, halte er für zu kurzfristig, wenn einige Stunden später schon die Sitzung beginne.

Bei der erneuten Abstimmung im Stadtrat, die das Landratsamt verlangt hatte, war die große Mehrheit der Räte für den Bau des Stadels. Vávra und Georg Martin aus der Grünen-Fraktion votierten mit Nein.

Vorsitzender des Skiclubs ist Eugen Kögel (CSU), der sich aus der Abstimmung im Stadtrat ausklinkte. Carl Singer (Freie Wähler) durfte daran teilnehmen; er ist aktiv im Skiclub engagiert, aber nicht Mitglied des Vorstands. Die persönliche Beteiligung betrifft laut Bayerischer Gemeindeordnung solche Personen, die für den Verein vertretungsberechtigt sind, gibt dazu Martin Vogler von der Stadtverwaltung auf Nachfrage der Redaktion Auskunft.

Singers Ansage zu Skiclub-Aktivitäten

Carl Singer verwies im Stadtrat darauf, dass der Skiclub Markt­oberdorf seit 50 Jahren Langlauf anbiete und dies auch für die Arbeit mit Kindern beziehungsweise Jugendlichen wichtig sei. Die Loipe im Südosten der Stadt rund um die Kurfürstenallee und um den Ortsteil Rieder sei landschaftlich reizvoll und wegen der Höhenlage schneebeständiger als Felder im Westen und Norden der Stadt. Der Stadel diene dem alleinigen Zweck als Garage für die Geräte. Dort entstünde „kein Partyraum“.

jj

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